22-1119.01

Stellungnahme zum Gemeinsamen Antrag der Abgeordneten Benizar Gündogdu (SPD), Mehmet Kizil (SPD), Markus Sass (SPD), Arne Thomsen (SPD) und Dennis Wacker (SPD) betr. TUHH-Binnenhafen: Herstellung der seit 2018 angekündigten Fußwegeverbindung

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 13.04.2026 Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz Ö 4.1

Sachverhalt

Bereits im Jahr 2018 forderte die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg (Drucksache 20-3720 vom 06.04.2018) eine sichere und direkte Wegeverbindung zwischen dem Campus der Technischen Universität Hamburg (TUHH) am Schwarzenberg und dem Hamburg Innovation Port (HIP) im Binnenhafen.

In der damaligen Beratung wurde die Verwaltung beauftragt, in Abstimmung mit der TUHH, den zuständigen Fachbehörden und der Stadtplanungsabteilung konkrete Wegeführungen zu entwickeln. Ziel war, eine attraktive und sichere Verbindung für Studierende, Lehrende und Beschäftigte zu schaffen.

Im Zuge der Diskussion wurden auch kurzfristige Maßnahmen identifiziert, die die Bezirksverwaltung in einer Übersichtskarte festgehalten hat. Vorgesehen waren insbesondere:

  • Zebrastreifen mit Beleuchtung als Überquerung zur Blohmstraße (kommend von der Treppenanlage),
  • Ampelschaltung an der Buxtehuder Straße,
  • Herrichtung und Befestigung des Gehwegs unter Seehafenbrücke (kommend vom Martin-Leuschel-Ring)
  • sowie eine alternative Wegeführung entlang der Seehafenbrücke in Richtung Blohmstraße.

Trotz der Fertigstellung des Hamburg Innovation Port (HIP One) bereits 2019 und der erheblich gestiegenen Zahl an Studierenden und Beschäftigten, die täglich zwischen Campus und Binnenhafen pendeln, wurden diese Maßnahmen bis heute nicht umgesetzt.

Der Fußweg zwischen TUHH-Campus und HIP ist weiterhin unzureichend erschlossen:

  • Der Weg ist unbeleuchtet und streckenweise unbefestigt.
  • Es gibt keine sichere Querung an der stark befahrenen Seehafenbrücke.
  • Die Verbindung ist für Fußnger*innen und Radfahrende unattraktiv und teils gefährlich.

Studierende und Beschäftigte der TUHH müssen nach wie vor Umwege in Kauf nehmen oder unübersichtliche Wegeführungen bewältigen, um die rund 1,5 km zwischen Campus und Binnenhafen zu gehen.

Mit Blick auf die Bedeutung des HIP als Wissenschafts- und Innovationsstandort und die Zielsetzung einer nachhaltigen, fußufigen und barrierefreien Mobilität, ist die Realisierung der bereits vor sieben Jahren geplanten Maßnahmen überfällig.


Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung Harburg möge beschließen:

  • Das Bezirksamt Harburg wird beauftragt, gemeinsam mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) die im Jahr 2018 geplanten Maßnahmen zur Wegeverbindung zwischen TUHH-Campus und Hamburg Innovation Port schnellstmöglich zu prüfen und umzusetzen.
  • Dabei sind insbesondere die in den damaligen Unterlagen vorgesehenen Punkte zu berücksichtigen:
    • Einrichtung eines Zebrastreifens mit Beleuchtungber die Seehafenstraße/Blohmstraße),
    • Prüfung und Installation einer Ampelanlage an der Kreuzung Buxtehuder Straße / Seehafenbrücke/ Martin-Leuschel-Ring),
    • Befestigung und Beleuchtung des Gehwegs zwischen Martin-Leuschel-Ring und Seehafenbrücke,
    • Schaffung einer alternativen Wegeverbindung entlang der Seehafenbrücke Richtung Blohmstraße.
  • Das Bezirksamt wird beauftragt, in Abstimmung mit der TUHH, dem Hamburg Innovation Port und der Hamburg Invest (HIE) ein aktualisiertes Wege- und Sicherheitskonzept zu erarbeiten.
  • Über den Planungsstand und die vorgesehenen Realisierungsschritte ist der Ausschuss für Stadtentwicklung zu unterrichten.

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

10. April 2026

Das Bezirksamt nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:

Das Bezirksamt ist aktiv dabei, Möglichkeiten der besseren Verbindung zwischen der TUHH und dem westlichen Binnenhafen (hier insb. Standort Hamburg Innovation Port, „HIP“) zu prüfen und zu entwickeln. Zu den einzelnen unter 2. aufgezählten Punkten lässt sich folgendes sagen:

  • Zebrastreifen mit Beleuchtung Seehafenstraße Ein beleuchteter gesicherter Fußngerüberweg über die Seehafenstraße am nördlichen Treppenturm der Seehafenbrücke ist, wie die allgemeine Schaffung einer alternativen Wegeverbindung (siehe letzter Punkt), bereits 2018 betrachtet worden. An dieser Stelle wurde die Veloroute erfolgreich umgesetzt. Obwohl es beim Projekt HIP Verzögerungen gab und gibt (folgende Bauabschnitte) prüfen Bezirksamt und Straßenverkehrsbehörde aktuell die mögliche Schaffung einer Querung an dieser Stelle.
  • Zusätzliche Furt/Ampel Eine zusätzliche Ampelfurt am Knotenpunkt Buxtehuder Straße/Seehafenbrücke/Martin-Leuschel-Ring ist seit längerem ein wichtiges Thema in der Abteilung Tiefbau, weshalb regelmäßig der Kontakt mit der zuständigen Stelle der BVM gesucht wird. Die aktuellste Aussage aus der Fachbehörde zeigt jedoch eine niedrige Priorität dieser Idee.
  • Befestigung Martin-Leuschel-Ring Die Nebenflächen des Martin-Leuschel-Rings wurde jüngst saniert, indem unbefestigte Flächen gepflastert und eine Querungshilfe eingerichtet wurden. Zudem wurde die Fläche unter der Seehafenbrücke zwischen Martin-Leuschel-Ring und Buxtehuder Straße übersichtlicher und ebener gemacht. Eine Bank an dieser Stelle sorgt für einen Ruhepunkt. Des Weiteren soll die Planung einer direkten Treppe von der Moses-Mendelssohn-Brücke zum Martin-Leuschel-Ring angeschoben werden.
    Jenseits der Moses-Mendelssohn-Brücke im Schwarzenbergpark werden aktuell die Wegeflächen umfassend durch die Abteilung Stadtgrün erneuert.
  • Beleuchtung Martin-Leuschel-Ring Die Beleuchtungssituation im Martin-Leuschel-Ring wurde durch die zuständige HHVA geprüft. In den Abschnitten zwischen Hausnummer 2 bis 10 sowie von 15 bis zum Ende (Einmündung Wallgraben) liegt eine überdurchschnittliche Leuchtendichte vor. Damit ist in diesem Bereich keine Anpassung der baulichen Dichte von Leuchten notwendig. Im Bereich zwischen Hausnummer 10 und 16 wurden die Mastabstände als gerade noch ausreichend eingestuft. Hier ist eine Verdichtung der Mastabstände vorgesehen. Diese sowie der Austausch aller Leuchtmittel, findet nach aktuellem Stand frühestens Mitte 2027 statt, da in der Priorisierung deutlich ältere Anlagen stadtweit Vorrang haben.
    Darüber hinaus wurde die Beleuchtungssituation imSchwarzenbergpark geprüft. Beginnend gegenüber der Hausnummer 79 in der Schwarzenbergstraße führt ein beleuchteter Weg durch den Schwarzenbergpark, der an der Moses-Mendelssohn-Brücke endet. Weitere Beleuchtung im Park wird von der BUKEA bisher abgelehnt.

Schaffung einer alternativen Wegeverbindung Die Schaffung einer alternativen Wegeverbindung wurde bereits im Rahmen der Drucksache 20-3720 betrachtet. Der damalige Baudezernent hatte hierzu in einer Präsentation die Situation dargelegt. Die Schaffung einer alternativen Wegeführung entlang der Seehafenbrücke (z. B. Anhängen eines Fußweges an die Brücke) kann als nicht-kurzfristig zu realisierende Maßnahme angesehen werden, die damals seitens der Kommunalpolitik auch in Zusammenhang mit dem Baufortschritt des HIP vorgebracht wurde. Da die weiteren Baustufen des HIP aktuell stocken, wurde auch eine derartige große Anpassung die mit einem Ersatzneubau der Seehafenbrücke verbunden wäre - nicht weiter betrachtet.

Carstensen