Stellungnahme zum gem. Antrag der GRÜNE- und SPD-Fraktion betr. Beim Doppelknoten-Umbau bereits große Bäume pflanzen
Letzte Beratung: 13.01.2026 Hauptausschuss Ö 2.17
In der MOBI-Sitzung im Oktober 2025 stellten Vertreter*innen des LSBG die Planungen für den Doppelknoten am ZOB Harburg vor. Für die Maßnahmen sollen 15 Bäume gefällt und ebensoviele neue gepflanzt werden. Junge Bäume sind älteren jedoch sowohl in ihrem Vermögen, CO2 zu binden, unterlegen, als auch in ihrer kleinräumlichen klimatischen Wirkung (Abkühlung, Luftverbesserung). Dass das Pflanzen bereits deutlich größerer Bäume durch eine gute Vorbereitung in den Baumschulen möglich ist, zeigte sich beispielsweise bei der erfolgreichen Umgestaltung des Jungfernstiegs.
Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich gegenüber der BVM und dem LSBG dafür einzusetzen, dass beim Umbau des Doppelknotens bereits möglichst große Bäume gepflanzt werden.
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
DER VORSITZENDE
29. Dezember 2025
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:
Die Größe der zu pflanzenden Straßenbäume stimmt in Hamburg im Arbeitskreis Stadtbaum federführend die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft als zuständige Fachbehörde für Straßenbäume unter Beteiligung der Bezirksämter und des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer ab. Die Festlegung der Pflanzqualität erfolgt im fachlichen Konsens und unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten. Standardmäßig werden viermal verpflanzte Bäume mit einem Stammumfang von 20-25 cm gepflanzt, im Bezirk Wandsbek werden ausnahmsweise auch dreimal verpflanzte Bäume mit einem Stammumfang von 18-20 cm akzeptiert.
Abweichungen von diesen Standards sind bisher nur in begründeten Einzelfällen erfolgt, wie beispielsweise bei der Umgestaltung des Jungfernstiegs im Jahr 2025, wo unter besonderen Rahmenbedingungen größere Bäume gepflanzt wurden. Dort wurden Silberlinden mit einem Stammumfang von 40 - 50 cm und nach fünfmaliger Verpflanzung gepflanzt. Diese Maßnahme ist mit erheblichen Besonderheiten verbunden: Die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege wurde auf fünf Jahre verlängert (statt regulär drei Jahre). Dies hat eine Verdreifachung der konsumtiven Kosten zur Folge. Darüber hinaus wird die Bewässerung durch Sensorik in den Baumgruben unterstützt, um den tatsächlichen Wasserbedarf zu optimieren und die Entwicklung der Bäume muss in den kommenden Jahren weiter beobachtet werden.
Durch die Pflanzung größerer Bäume als im Arbeitskreis Stadtbaum abgestimmt verändern sich entscheidende Rahmenbedingungen: Mit zunehmender Baumgröße steigen sowohl der Pflegeaufwand als auch die Risiken beim Anwuchs und der erfolgreichen Etablierung am neuen Standort erheblich. Die Mortalitätsrate ist bei Großbaumpflanzungen deutlich höher als bei Standardpflanzungen, was zu erhöhten Kosten, einem größeren personellen Aufwand und einer Verzögerung der Projektabwicklung führen kann.
Gleichwohl bieten größere Bäume die in der Beschlussbegründung genannten Vorteile, sodass Vorteile und Nachteile im Einzelfall gegeneinander abgewogen werden müssen. Es wird daher aufgrund dieses Beschlusses geprüft werden, ob an dem Doppelknoten größere Bäume gepflanzt werden können. Die Prüfung konnte innerhalb der Antwortfrist nicht abgeschlossen werden.
gez. Böhm f.d.R.
Schulz
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