Stellungnahme zum Antrag CDU betr. Verkehrschaos infolge des winterlichen Schneefalls
Letzte Beratung: 08.04.2026 Ausschuss für Mobilität und Inneres Ö 5.1
Der mäßige Schneefall ab dem 02.01.2025 hat deutlich gemacht, dass zentrale Verkehrsbereiche im Bezirk Harburg – insbesondere die B75, die B73 sowie wichtige Entlastungsstraßen – nicht zuverlässig geräumt wurden. Betroffen waren sowohl Fahrbahnen als auch Fuß- und Radwege.
Am 02.01.2025 kam es in Harburg zudem zu Ausfällen mehrerer Buslinien. Fahrgäste mussten teilweise mehrere Stunden warten, bis der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Bis tief in die Nacht hinein blieben zahlreiche Straßen so schlecht geräumt, dass ein sicheres Fahren nicht möglich war. Nach erneutem nächtlichem Schneefall und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verschärfte sich die Situation am folgenden Morgen weiter.
Trotz entsprechender Wetterprognosen und frühzeitiger Vorankündigungen schienen die zuständigen Stellen nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein. Dies führte zu einem inakzeptablen Zustand: In hoch frequentierten Bereichen war die Verkehrssicherheit im Winter nicht zuverlässig gewährleistet. Offensichtlich ist die Leistungsfähigkeit der Stadtreinigung zur Bewältigung winterlicher Witterungslagen derzeit nicht ausreichend ausgestattet.
Die Bezirksversammlung beschließt:
Vertreterinnen und Vertreter des zuständigen Fachamtes werden gebeten, in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Mobilität und Inneres über die vorliegenden Erkenntnisse zu berichten, aus welchen Gründen es zu den Ausfällen bei der Schneeräumung auf verkehrswichtigen Straßen gemäß § 28 Abs. 3 HWG gekommen ist.
Darüber hinaus möge dargestellt werden,
Des Weiteren wird die Verwaltung gebeten, in der Sitzung darüber zu berichten, zu wie vielen Verkehrsunfällen es an den betroffenen Tagen gekommen ist, jeweils mit und ohne Personenschäden.
Hamburg, am 09.01.2026
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
DER VORSITZENDE
30. März 2026
Die Behörde für Inneres und Sport (BIS) nimmt zu dem Antrag wie folgt Stellung:
Das Polizeikommissariat (PK) 46 hat sich über die Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg eine zum letzten Absatz der Drucksache betreffende Unfallauswertung zukommen lassen, die im Nachfolgenden aufgeschlüsselt wird:
Die Unfallzahlen wurden durch eine Auswertung der Datenbank „Elektronische Unfalltypensteckkarte“ (Euska) vom 18.03.2026 ermittelt. Hierbei handelt es sich um eine dynamische Datenspeicherung, d.h., dass diese Karte immer nachgelieferten Sachverhalten und somit Schwankungen unterliegen. Ausgewertet wurde der Zeitraum vom 01.01.2026 - 31.01.2026.
Im ausgewerteten Zeitraum 01.01.2026 – 31.01.2026 wurden 315 Verkehrsunfälle im Bezirk Harburg polizeilich registriert. Ein Verkehrsunfall forderte einen Schwerverletzten, bei weiteren fünf Verkehrsunfällen wurden insgesamt sechs Personen leichtverletzt.
Ursache „Schnee, Eis“
Bei 76 Verkehrsunfällen ist die allgemeine Ursache „Schnee, Eis“ erfasst. Hierunter fallen drei Verkehrsunfälle mit insgesamt drei Leichtverletzten.
Ursache „Schnee, Eis“ und Bundesstraßen
Auf den Bundesstraßen im Bezirk Harburg ereigneten sich von den 76 Verkehrsunfällen mit der allgemeinen Ursache „Schnee, Eis“ im ausgewerteten Zeitraum acht Verkehrsunfälle. Bei diesen kam es lediglich zu Sachschäden.
Freitag, 02.01.2026
Am 02.01.2026 wurden 17 Verkehrsunfälle im Bezirk Harburg mit der allgemeinen Ursache „Schnee, Eis“ registriert. Bei einem Unfall wurde eine Person leicht verletzt.
Hiervon ereignete sich ein Verkehrsunfall mit Sachschaden auf den Bundesstraßen des Bezirks Harburg.
Es wurden drei Verkehrsunfälle mit einem Linienbus registriert. Keiner dieser ereignete sich auf einer Bundesstraße.
Sonnabend, 03.01.2026
Am 03.01.2026 wurde ein Verkehrsunfall mit Sachschaden mit der allgemeinen Ursache „Schnee, Eis“ registriert.
Diese Unfälle ereigneten sich nicht auf einer Bundesstraße und es war kein Linienbus beteiligt.
Fazit
Der Unfallauswertung kann entnommen werden, dass bei einer Anzahl von 315 Verkehrsunfällen, bei diesen widrigen Witterungsverhältnissen, eher eine unauffällige Zahl an Personenschäden festzustellen ist. Ein Vergleich zu anderen starken Witterungstagen aus den vorherigen Jahren konnte nicht hergestellt werden.
Dem Ausschuss zur Mobilität und Inneres wohnt ständig mindestens ein Vertreter aus dem Haus PK 46 bei, so dass diesbezüglich jederzeit die Möglichkeit der Nachfrage besteht.
gez. Böhm f.d.R.
Schulz
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