22-1808

Gemeinsamer Antrag SPD LINKE betr. Unnötige Gefahrensituationen vermeiden - Ampelphasen trennen und ARAS mitplanen

Gemeinsamer Antrag

Letzte Beratung: 02.06.2026 Bezirksversammlung Harburg Ö 6.45

Sachverhalt


Die Zahl tödlicher Unfälle zwischen Fahrradfahrer*innen und LKWs beim Abbiegen bleibt alarmierend. Aufgrund der Unfallstatistik zwischen Radfahrenden und rechts abbiegenden Lastkraftwagen, besteht ein hoher Handlungsdruck.

Die Hauptproblematik liegt in einem Zusammenspiel aus technischen Grenzen (toter Winkel), der bestehenden Infrastruktur sowie menschlichem Verhalten.

Einen Beitrag zur Lösung kann ein besseres Kabinendesign, mit dem Ziel der Reduktion des toten Winkels, bei den Fahrzeugen sein. Größere Fensterflächen und niedrigere Kabinen würden die Direktsicht verbessern und daher auch in Großstädten zum Tragen kommen. Daneben spielen insbesondere Abbiegeassistenten eine wichtige Rolle. Sensoren und Kameras überwachen dabei den toten Winkel und warnen die Fahrer*innen. Bis zu 60% der Unfälle würden sich durch die verpflichtende Nachrüstung bei ALLEN größeren Lieferfahrzeugen vermeiden (BGN). Derzeit gilt eine verbindliche Regelung jedoch nur für neuzugelassene Fahrzeuge. Der aktive Eingriff ins Fahrverhalten z.B. durch eine automatische Notbremsung ist jedoch bislang keine flächendeckende Lösung.

Ein weiteres Problem, welches zur Unfallhäufung beiträgt, ist die Auslegung der Infrastruktur an sich. Sehr wirksam können beispielsweise getrennte Ampelphasen sein, welche einen Zusammenstoß nahezu vollständig vermeiden. Dies wird ebenfalls bereits von Verkehrsverbänden gefordert. Auch die Herstellung von besseren Sichtverhältnissen durch aufgeweitete Radaufstellflächen (ARAS) und vorverlegte Haltelinien erhöhen die Sichtbarkeit in hohem Maße.

In Hamburg wurden 2023 insgesamt 9 Radfahrende tödlich verletzt, 5 davon bei Abbiegeunfällen mit Lastkraftwagen. Bundesweit sterben jährlich rund 140 Radfahrende und Fußgänger*innen bei solchen Unfällen. Diese Zahlen machen deutlich, wie dringend die Notwendigkeit ist, neue Wege und Möglichkeiten für den Schutz aller Straßenverkehrsteilnehmenden zu erproben.

In Städten wie London („Direct-Vision-Standard“) und Kopenhagen gibt es hierzu bereits kombinierte Ansätze, welche zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Auch in den Niederlanden haben Veränderungen an Kreuzungen trotz hoher Nutzungszahl durch höheren Schutz von Radfahrenden eine Verbesserung gebracht.

Petitum/Beschluss


Die Bezirksverwaltung wird gebeten, sich gemeinsam mit den zuständigen Stellen beim

Senator für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg für folgende Punkte einzusetzen:

a) Eine Trennung der Ampelphasen von Radfahrer*innen und motorisiertem

Verkehr, um Abbiegeunfälle zu vermeiden.

b) Beim Neu-, Aus- oder Umbau von Straßenkreuzungen die Sichtverhältnisse durch

die Installation von ARAS zu verbessern.

c) Eine Hamburg weite, verpflichtende Aus- und Nachrüstung von

Abbiegewarnsystemen für alle LKW im öffentlichen Straßenverkehr.

Die Punkte a) und b) sollen weiterhin fester Bestandteil bei allen Planungen zukünftigen, bezirklichen Handelns sein und kontinuierlich geprüft werden. Weiterhin sollen an Einmündungen zu anderen Straßen und an Kreuzungen Radwege (inkl. deren Ende) konsequent rot eingefärbt werden, um anderen Verkehrsteilnehmer*innen die neue Situation zu verdeutlichen (z.B. an der Triftstraße, Höhe Triftweg.)

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
02.06.2026
Ö 6.45
Lokalisation Beta
Hamburg

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