22-1562

Gem. Antrag der GRÜNE- und SPD-Fraktion betr. Energiewende als Gemeinschaftsprojekt - ökologisch und sozial

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

Umfragen belegen, dass die meisten Deutschen eine entschlossene Klimapolitik unterstützen. Wird auf gerechte Verteilung von Kosten, Nutzen und Verantwortung sowie auf transparente und beteiligungsorientierte Verfahren geachtet, steigt die Akzeptanz für entsprechende Maßnahmen.

Als Vorzeigemodell hierfür gilt ein innovatives Wohnstrom-Projekt[1] in Hamburg Ohlsdorf.

Wohnstrom beinhaltet Strom, der direkt im oder am Wohngebäude erzeugt wird sowie ergänzend benötigten Netzstrom, um die Bewohnerinnen und Bewohner vollständig zu versorgen. Dazu gehören:

1. Haushaltsstrom, der innerhalb der Wohnung genutzt wird,

2. Allgemeinstrom, der im gesamten Gebäude verwendet wird,

3. Heizbetriebsstrom, der zum Betrieb der Heizungsanlage dient.

Das Modell bietet unkomplizierten Zugang zu lokal erzeugter Energie und ermöglicht die direkte Beteiligung an der Energiewende – unabhängig von Einkommen, Lage der Wohnung im Gebäude oder Eigentum.

Mieterinnen und Mieter stehen bei der Energiewende vor besonderen Herausforderungen. Zwar besitzen Mehrfamilienhäuser ein enormes solares Ausbaupotenzial, doch die Umsetzung bleibt bislang deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. Für Mieter*innen bedeutet dies konkret: fehlender Zugang zu günstigem Solarstrom, Abhängigkeit von Vermieterentscheidungen, wenig Transparenz und eingeschränkte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Die Energiewende findet im Mietwohnungsbestand damit zu langsam statt, obwohl gerade hier ein hoher Beitrag zur finanziellen Entlastung und zum Klimaschutz möglich wäre.

Hier kann die SAGA als städtisches Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen. 14% der über 1 Mio. Wohnungen in Hamburg werden von der SAGA vermietet.

Zur Erreichung der Hamburger Klimaschutzziele verfolgt die SAGA eine Vier-Säulen-Klimaschutzstrategie, eine davon ist Solarisierung. Bis 2030 ist ein flächendeckender Ausbau von Photovoltaik-Anlagen zur Versorgung von rund 5.405 Haushalten mit PV-Strom geplant. In den nachfolgenden Jahren sollen weitere 15.000 Haushalte hinzukommen, so dass bis 2045 eine Solarisierungsquote von rund 56% erreicht ist.

Zum Umsetzungsstand des Photovoltaikausbaus auf SAGA-Gebäuden befragt, gibt der Senat in Drucksache 23/2749 vom 27.01.2026 an, dass „bei 81 SAGA-Gebäuden beziehungsweise Objekten PV-Anlagen in konkreter Planung und Umsetzung sind“. Eine Übersicht der zum 31. Dezember 2024 mit Photovoltaikanlagen ausgestatteten Gebäude aus dem SAGA-Bestand weist kein Objekt im Bezirk Harburg aus. Laut Drucksache 22-1789 erfolgen Prüfungen auf Umsetzbarkeit von PV-Anlagen einzelfallorientiert.

[1]https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/energie/energielotsen/echter-mieterstrom-mit-balkonkraftwerkstechnik-im-quartier-in-hh-ohlsdorf-1018274

Petitum/Beschluss

Der Vorsitzende wird gebeten, zuständige Vertreter*innen der SAGA in den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verbraucherschutz einzuladen, um

- den aktuellen Stand der Solarisierung der Bestandsgebäude der SAGA im Bezirk Harburg vorzustellen, wenn möglich aktualisierte Bestandsdaten zum Stichtag 31.12.2025.

- geplante Installationen von PV-Anlagen auf Bestandsgebäuden sowie Planungsstände für Neubauprojekte der SAGA im Bezirk Harburg vorzustellen.

- Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Mieter*innen in SAGA-Wohngebäuden an der Energiewende teilhaben können und von lokal erzeugter Energie auch wirtschaftlich profitieren.

Der Stadtentwicklungsausschuss soll hinzugeladen werden.

Lokalisation Beta

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