20-2017.01

Antwort zur Anfrage SPD betr. Gynäkologie am Asklepios Klinikum Harburg

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 09.03.2021 Hauptausschuss Ö 2.23

Sachverhalt


Wie in der Sitzung des Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz der Bezirksversammlung Harburg am 20.09.2016 angekündigt wurde, wird die Gynäkologie, Gynäkologische Onkologie und das Mamma Zentrum des Asklepios Klinik Harburg ab 01.07.2017 aufgrund einer Umstrukturierung in der Krankenhausversorgung im Bezirk Harburg ins Helios Klinikum Maria Hilf verlegt.

Der Bereich der Onkologie ist ein sehr sensibler Bereich der Krankenhausversorgung. Die Patientinnen legen großen Wert auf die Betreuung der von Ihnen ausgewählten Ärzte zu denen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut worden ist.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Fachbehörde:

1. Wie viele Gynäkologische und Gynäkologisch-Onkologische Betten hat das AKH im Jahre 2016?

2. Wie viele Patientinnen wurden in der Gynäkologie und Gynäkologische-Onkologie in den Jahren 2014, 2015, 2016 behandelt?

3. Wie viele Patientinnen waren in den Jahren 2014, 2015, 2016 in das Mamma Zentrum und in der Ambulanz angebunden?

4. Wie ist die weitere Behandlung und Betreuung dieser Patientinnen geregelt?

5. Ist es richtig, dass das AKH bereits zum 1.1.2017 keine Gynäkologischen und Gynäkologisch-onkologischen Patientinnen mehr annimmt?

6. Wann und wie sind oder werden die bereits in der Behandlung befindlichen betroffenen Patientinnen informiert?

7. Haben die Patientinnen die Möglichkeit, bei ihren behandelnden Ärzten die Therapie weiter durchzuführen?

8. Wie erfolgt bei Verlegung der Abteilung die Datenweitergabe der Krankenakte, welche bei einer so sensiblen Erkrankung wie einer Tumorerkrankung komplex ist?

9. Wird es Übergaben einzelner Patientinnen an von dem bisherigen behandelnden Arzt an den neuen Arzt geben?

10. Wie viele Ärzte sind von der Umstrukturierung der Abteilungen betroffen? Wo werden die betroffenen Ärzte zukünftig eingesetzt? Sind Entlassungen vorgesehen?

11. Wie viel Pflegepersonalstellen sind von der Umstrukturierung betroffen? Wo wird das Pflegepersonal zukünftig eingesetzt? Sind Kündigungen vorgesehen?

12. Wie viele Gynäkologische und Gynäkologisch-Onkologische Betten verfügt die HMK in 2016?

13. Wie viele Betten wird die HMK nach der Umstrukturierung ab dem 1.7. 2017 haben?

14. Wie viel zusätzliches Personal wird die HMK bis zum 01.07.2017 einstellen? Bitte aufschlüsseln in Funktion.

15. Wird es eine räumliche Erweiterung der HMK geben?

16. Gibt es ein Mama Zentrum im HMK? Wenn nein, ist eines geplant und wann wird dieses ihre Arbeit aufnehmen?

17. Werden Mammographien auch Ambulant durchgeführt, wie zurzeit das AKH anbietet?

18. Wenn ja, wie wird die Terminvergabe geregelt sein, wenn nein, plant die HMK diese durchzuführen, wenn ja ab welchem Zeitpunkt?

19. Gibt es eine Fachkraft die Mammographien durchführen kann, wenn nein, zu welchem Zeitpunkt wird eine Fachkraft eingestellt?

BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende

31. Januar 2017

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz beantwortet die Anfrage der SPD- Fraktion (Drs. 20-2017) auf der Grundlage von Auskünften des Asklepios Klinikums Harburg und der Helios Mariahilf Klinik wie folgt:

  1. Wie viele Gynäkologische und Gynäkologisch-Onkologische Betten hat das AKH im Jahre 2016?

Das Asklepios Klinikum Harburg verfügte 2016 über zehn gynäkologische inkl. gynäkologisch-onkologische Betten.

2. Wie viele Patientinnen wurden in der Gynäkologie und Gynäkologischen Onkologie in den Jahren 2014, 2015, 2016 behandelt?

Die Krankenhausstatistiken bauen auf der Zahl der Fälle auf, die nicht mit der Zahl der Patientinnen / Patienten identisch ist.

Jahr

2014

2015

2016

Anzahl Fälle

1.114

1.300

1.221

Ohne Geburtshilfe

  1. Wie viele Patientinnen waren in den Jahren 2014, 2015, 2016 in das Mamma Zentrum und in der Ambulanz angebunden?

Es wurden jährlich rund 1.000 Fälle (≠ Patientinnen) ambulant behandelt (ohne Notfälle).

  1. Wie ist die weitere Behandlung und Betreuung dieser Patientinnen geregelt?

Stationären Patientinnen, die ihre Behandlung im Asklepios Klinikum Harburg begonnen haben, steht der gemeinsame Chefarzt der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilungen Altona und Harburg zunächst bis Ende März 2017 weiterhin einmal die Woche als Ansprechpartner für das Thema Brustkrebs vor Ort in Harburg zur Verfügung.

Patientinnen der gynäkologischen Onkologie des Asklepios Klinikums Harburg können in der Asklepios Klinik Altona weiterbetreut werden.

Für die ambulante Versorgung stehen die niedergelassenen Onkologen zur Verfügung, hierfür gibt und gab es im Asklepios Klinikum Harburg keinen Versorgungsauftrag.

  1. Ist es richtig, dass das AKH bereits zum 1.1.2017 keine gynäkologischen und gynäkologisch-onkologischen Patientinnen mehr annimmt?

Nein.

5. Wann und wie sind oder werden die bereits in der Behandlung befindlichen betroffenen Patientinnen informiert?

Die Patientinnen wurden von ihrem behandelnden Arzt über die Veränderung informiert und auf die Angebote an den Standorten Altona und Barmbek hingewiesen.

  1. Haben die Patientinnen die Möglichkeit, bei ihren behandelnden Ärzten die Therapie weiter durchzuführen?

Chef- und Oberärzte der Gynäkologie bleiben in den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH tätig, daher kann die Behandlung durch diese an den anderen Standorten fortgeführt werden.

  1. Wie erfolgt bei Verlegung der Abteilung die Datenweitergabe der Krankenakte, welche bei einer so sensiblen Erkrankung wie einer Tumorerkrankung komplex ist?

Nach schriftlicher Einwilligung der Patientin kann die digitale Patientenakte anderen Hamburger Asklepios Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden.

  1. Wird es Übergaben einzelner Patientinnen von dem bisherigen behandelnden Arzt an den neuen Arzt geben?

Das Asklepios Klinikum Harburg geht grundsätzlich von Personenidentität aus, wenn die Patientin sich für die Asklepios Klinik Altona entscheidet, ansonsten erhält die Patientin einen entsprechenden Entlassungsbrief.

  1. Wie viele Ärzte sind von der Umstrukturierung der Abteilungen betroffen? Wo werden die betroffenen Ärzte zukünftig eingesetzt? Sind Entlassungen vorgesehen?

Es sind zwölf Ärztinnen/Ärzte betroffen. Sie werden in anderen Kliniken der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH eingesetzt. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich selbstständig Beschäftigungen außerhalb des Konzerns gesucht. Es sind keine Entlassungen vorgesehen.

  1. Wie viel Pflegepersonalstellen sind von der Umstrukturierung betroffen? Wo wird das Pflegepersonal zukünftig eingesetzt? Sind Kündigungen vorgesehen?

Es sind 16 Pflegekräfte betroffen. Zehn verbleiben am Asklepios Klinikum Harburg, zwei wechseln in die Asklepios Klinik Altona, eine/r in die Asklepios Klinik St. Georg, eine/einer geht in den Vorruhestand, bei zweien ist der Verbleib noch offen. Es sind keine Kündigungen vorgesehen.

  1. Über wie viele gynäkologische und gynäkologisch-Onkologische Betten verfügt die HMK in 2016?

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg verfügt in 2016 über 34 Betten für den Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe.

  1. Wie viele Betten wird die HMK nach der Umstrukturierung ab dem 1.7. 2017 haben?

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg verfügt ab 01.01.2017 über 46 Betten für den Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe.

  1. Wie viel zusätzliches Personal wird die HMK bis zum 01.07.2017 einstellen? Bitte aufschlüsseln in Funktion.

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg hat bereits in 2016 für die Übernahme der Geburtshilfe das Personal im ärztlichen Dienst aufgestockt. Zudem wurde die Stelle eines Chefarztes/einer Chefärztin Gynäkologie neu geschaffen, der im Kollegialsystem mit der neuen Chefärztin Geburtshilfe die Frauenklinik zukünftig leiten wird. Diese Chefarztstelle ist derzeit ausgeschrieben und soll bis spätestens 01.07.2017 besetzt werden. Im pflegerischen Bereich wird es, aufgrund des vermehrten Einsatzes von Hebammen auf der Wöchnerinnenstation sowie aufgrund von Bettenreduktion im Bereich Innere Medizin und daraus folgender internen Rotationen, keiner Neueinstellungen bedürfen.

  1. Wird es eine räumliche Erweiterung der HMK geben?

Es wird keine räumliche Erweiterung der HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg geben, jedoch werden die vorhandenen Strukturen den neuen Erfordernissen angepasst.

  1. Gibt es ein Mamma Zentrum im HMK? Wenn nein, ist eines geplant und wann wird dieses ihre Arbeit aufnehmen?

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg verfügt über ein seit 2007 durch die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Senologie zertifiziertes Brustzentrum. Damit ist das Brustzentrum das einzige zertifizierte Brustzentrum in Harburg.

  1. Werden Mammographien auch ambulant durchgeführt, wie zurzeit das AKH anbietet?
  2. Wenn ja, wie wird die Terminvergabe geregelt sein, wenn nein, plant die HMK diese durchzuführen, wenn ja ab welchem Zeitpunkt?

Leider können diese Leistungen im ambulanten Bereich derzeit von Seiten der HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg nicht angeboten werden, da der entsprechende Antrag zur persönlichen Ermächtigung des Chefarztes der Radiologie in 2014 vom Zulassungsausschuss für Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg abgelehnt wurde.

  1. Gibt es eine Fachkraft die Mammographien durchführen kann, wenn nein, zu welchem Zeitpunkt wird eine Fachkraft eingestellt?

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg verfügt sowohl ärztlich als auch im Bereich MTRA über die erforderlichen Fachkenntnisse und Expertise.

gez. Timmann

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