21-0449.01

Antwort zur Anfrage CDU betr. Einbruchsserie im Ortszentrum Neugraben

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 11.02.2020 Hauptausschuss Ö 7.22

Sachverhalt


In den letzten Wochen ist es im Ortszentrum Neugraben in der Marktpassage und Seitenstraßen zu zahlreichen Einbrüchen in Ladengeschäfte gekommen. Die Täter haben dabei mit einiger Gewalt die massiven Schaufensterscheiben zerstört und zum Teil wertvolle Auslagen entwendet. Nach öffentlicher Darstellung ist die Polizei gegen diese Einbruchsserie weitgehend machtlos, obgleich das PK47 sich in Sichtweite der betroffenen Ladengeschäfte befindet.

Polizeibeamte haben erklärt, dass ihnen weitgehend die Hände gebunden seien. Es seien zwar wiederholt Täter zum Teil auch nach während der Tatausübung gestellt worden. Diese mussten jedoch, da es sich um Jugendliche und Heranwachsende handelt und in einem Fall auch um einen nicht strafmündigen 13-jährigen, alsbald auf freien Fuß gesetzt werden. Polizisten haben gegenüber Geschäftsleuten erklärt, dass die Täter wohl bald erneut zuschlagen würden.

Wir fragen die Bezirksverwaltung:

1. Sind der Bezirksverwaltung (Jugendamt und ASD) von der Polizei Mitteilungen über
die Taten der überwiegend jugendlichen Täter gemacht worden?

2. In wie vielen Fällen ist dieses geschehen?

3. Wie viele Jugendliche und Heranwachsende waren an den Taten beteiligt?

4. Sind die Täter und die betroffenen Familien schon vor den jetzt erfolgten Taten auf-
fällig geworden?

5. Waren ASD und Jugendamt bereits zuvor mit den betroffenen Familien oder Per-
sonen beschäftigt?

6. Welche Präventivmaßnahmen sind seitens der Bezirksverwaltung getroffen worden?

7. Aus welchem sozialen Umfeld und welchen Wohnquartieren stammen die betrof-
fenen Täter?

8. Welche Maßnahmen kann das Bezirksamt zur Vermeidung zukünftiger vergleich-
barer Straftaten treffen?

9. Wie beurteilt das Bezirksamt die Vorschläge von Geschäftsleuten im Ortszentrum
Neugraben, die Sicherheit vor vergleichbaren Straftaten zukünftig durch Einschaltung
privater Wachdienste zu gewährleisten?

Hamburg, am 08.01.2020

Ralf-Dieter Fischer Dr. Antje Jaeger
Fraktionsvorsitzender Michael Schaefer
Brit-Meike Fischer-Pinz

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg 28.01.2020

Das Bezirksamt Harburg nimmt zu der Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 21-0449) wie folgt Stellung:

1. Sind der Bezirksverwaltung (Jugendamt und ASD) von der Polizei Mitteilungen über
die Taten der überwiegend jugendlichen Täter gemacht worden?

Ja, die Polizei hat im Rahmen des standardisierten Meldeverfahrens das Jugendamt über die Taten informiert.

2. In wie vielen Fällen ist dieses geschehen?

Die Polizei hat in allen Fällen, die den ASD betreffen, den ASD informiert.

3. Wie viele Jugendliche und Heranwachsende waren an den Taten beteiligt?


Die Polizei ermittelt gegenwärtig noch, weshalb dem Jugendamt zum Zeitpunkt der Anfrage eine genaue Anzahl nicht bekannt ist. Bislang geht das Jugendamt davon aus, dass in der Hauptsache vier Jugendliche beteiligt waren, für die die Zuständigkeit in drei Fällen in Hamburg und in einem Fall in Niedersachsen liegt. Zudem gibt es noch weitere Jugendliche, die zum Umfeld der Hauptbeteiligten gehören.

4. Sind die Täter und die betroffenen Familien schon vor den jetzt erfolgten Taten auf-
fällig geworden?

Die entsprechenden Familien, die uns im Zusammenhang mit den Taten von der Polizei gemeldet wurden, waren dem Jugendamt bekannt.

5. Waren ASD und Jugendamt bereits zuvor mit den betroffenen Familien oder Personen beschäftigt?

s. Antwort zu Frage 4

6. Welche Präventivmaßnahmen sind seitens der Bezirksverwaltung getroffen worden?


Durch die Dynamik in den Fällen, v.a. zum Ende des Jahres 2019, waren kurzfristige Präventivmaßnahmen seitens des Jugendamtes nicht möglich. Gegenwärtig werden kooperativ, u.a. mit der Polizei, Maßnahmen beraten und organisiert.

7. Aus welchem sozialen Umfeld und welchen Wohnquartieren stammen die betroffenen Täter?

Die Jugendlichen stammen aus den Ortsteilen Neugraben, Fischbek, Neuwiedenthal und Neu Wulmstorf.

8. Welche Maßnahmen kann das Bezirksamt zur Vermeidung zukünftiger vergleich-
barer Straftaten treffen?


Die bereits vorhandene gute Zusammenarbeit zwischen ASD und Polizei ist ein wichtiger Bestandteil zukünftiger präventiver Arbeit in der Region. Zudem sind die vorhandenen sozialen Einrichtungen zentrale Sensoren für Entwicklungen und Auffälligkeiten in der jugendlichen Bevölkerung. Sie stehen im engen Austausch mit dem Jugendamt. Darüber hinaus steht das Jugendamt auch in einem stetigen Austausch mit den Schulen im Bezirk. Beide Systeme arbeiten auf unterschiedlichen fachlichen Ebenen zusammen und stimmen sich entsprechend ab. Die betroffenen Jugendlichen erhalten ggf. intensive Hilfen durch den ASD oder durch das Familieninterventionsteam.

9. Wie beurteilt das Bezirksamt die Vorschläge von Geschäftsleuten im Ortszentrum
Neugraben, die Sicherheit vor vergleichbaren Straftaten zukünftig durch Einschaltung
privater Wachdienste zu gewährleisten?

Hierzu kann das Fachamt Jugend- und Familienhilfe keine Einschätzung geben.

Fredenhagen

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