21-2690.01

Antwort Kleine Anfrage FDP Fraktion: Sprach-Kitas in Harburg

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 14.03.2023 Hauptausschuss Ö 1.4

Sachverhalt

Über die Weihnachtszeit haben wir um das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ gebangt, in der Befürchtung, dass es tatsächlich nicht fortgeführt werden könnte. Nun hab die Kita-Senatorin Schlotzhauer Entwarnung: Das Programm wird in Hamburg vom 1. Juli 2023 bis 31. Dezember 2023 aus Landesmitteln fortgesetzt. Von 2024 an werden das Bundesprogramm Sprach-Kitas und das Landesprogramm Kita-Plus in ein gemeinsames Programm überführt.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Welche Harburger Kitas sind „Sprach-Kitas“?

2. In welchem Stadtteilen befinden sich die meisten „Sprach-Kitas“?

3. Wie viele zusätzliche Fachkräfte befinden sich in den „Sprach-Kitas“ zur Um-setzung des Programmes?

4. Wie wird das Programm in den Harburger Kitas umgesetzt?

5. Wird die Arbeit der Pädagogen kontrolliert und evaluiert?

6. Werden in Kindertagesstätten in schwierigen Sozialen Umfeldern mehr Fachkräfte zur Sprachförderung eingesetzt, als in anderen Kitas? Wenn ja, wo und wie viele?

7. Bleiben alle „Sprach-Kitas“ nach der Umstrukturierung des Programmes in 2023/2024 erhalten? Wenn nein, welche Kitas müssen das Programm verlassen?

BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende 03.03.3023

Die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde) nimmt zur Anfrage der FDP-Fraktion (Drs. 21-2690) wie folgt Stellung:

  1. Welche Harburger Kitas sind „Sprach-Kitas“?
  1. In welchem Stadtteilen befinden sich die meisten „Sprach-Kitas“?
  1. Wie viele zusätzliche Fachkräfte befinden sich in den „Sprach-Kitas“ zur Um-setzung des Programmes?

Die Beantwortung der Fragen 1- 3 basiert auf der vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Stichtag 31.01.2023 erfolgten Auswertung bezogen auf den Bezirk Harburg:

Stadtteil von Harburg

Name der Kita

Halbe Fachkraftstellen

Eißendorf

ASB Werkstatt-Kita Kirchenhang

1

Eißendorf

Kita Bremer Straße

1

Eißendorf

Elbkinder Kita Baererstraße

2

Eißendorf

Elbkinder Kita Eddelbüttelstrasse

1

Eißendorf

Elbkinder Kita Harburger Rathauspassage

1

Eißendorf

Ev. Kita Luther Harburg

2

Eißendorf

Kita Kerni-Kids

2

Eißendorf

Kinderhaus Helmsweg

2

Eißendorf

Kinderhaus Buxtehuder Straße

1

Harburg

Kita Janusz-Korczak-Haus

1

Harburg

Kita Sternenkinder e. V.

1

Harburg

Kita Rathausspatzen

1

Harburg

KiTa Museumsplatz

2

Hausbruch

Kita Fantasia

1

Hausbruch

KiTa Grüne Insel

1

Heimfeld

Ev. Kita Paulus Harburg

1

Heimfeld

Elbkinder Kita Bissingstraße

2

Heimfeld

Kita Kinderwaldschlösschen

1

Heimfeld

ASB Werkstatt-Kita Nobléestraße

1

Heimfeld

AWO Kita Denickestraße

1

Neuenfelde

Kita Nordlicht

1

Neuenfelde

Kinderzentrum Neuenfelde

1

Neugraben-Fischbek

Kita Don Bosco e.V.

1

Neugraben-Fischbek

Kita Storchenwiese

1

Neugraben-Fischbek

Elbkinder Kita Am Johannisland

2

Neugraben-Fischbek

KiTa An der Falkenbek

2

Neugraben-Fischbek

Kita Cuxhavener Straße

1

Neugraben-Fischbek

Elbkinder Kita Neuwiedenthaler Straße

1

Neugraben-Fischbek

Elbkinder Kita Rehrstieg

1

Neugraben-Fischbek

Kita Sonnenschein

1

Neugraben-Fischbek

Bewegungskindergarten Die Springmäuse

1

Neugraben-Fischbek

Elbkinder Kita Wümmeweg

1

Neugraben-Fischbek

Kita Ohrnsweg

1

Neugraben-Fischbek

Kinderhaus Hotzenplotz.de

1

Neugraben-Fischbek

Kindergarten Schatzkinder

1

Sinsdorf

Elbkinder Kita Sinstorfer Kirchweg

1

Wilsdorf

KiTa Schneverdinger Weg

2

Wilsdorf

Kath. Kita St. Franziskus

1

Wilsdorf

Ev. Kita Paul Gerhardt Harburg

1

Wilsdorf

Kita Lillehus

1

Wilsdorf

Kita Zauberwiese

2

Wilsdorf

Kita Radickestraße

2

  1. Wie wird das Programm in den Harburger Kitas umgesetzt?

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ist ein vom BMFSFJ seit 2016 bundesweit gefördertes Programm, an dem Hamburg von Anfang an teilnimmt. Die inhaltliche und finanzielle Steuerung obliegt dem BMFSFJ. Die Umsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ in den Harburger Kitas basiert auf den Programminhalten, die vom BMFSFJ für alle am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teilnehmenden Einrichtungen definiert wurden.

Die Themenschwerpunkte alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik sowie Zusammenarbeit mit Familien stehen im Mittelpunkt. Seit 2021 wurden die Themenschwerpunkte des Bundesprogramms um das Handlungsfeld „digitale Bildung“ erweitert.

Um diese Handlungsfelder nachhaltig in der pädagogischen Arbeit zu verankern, erhalten die Sprach-Kitas folgende zusätzliche Unterstützung im Rahmen des Bundesprogramms:

Eine zusätzliche Fachkraft Sprache (halbe Fachkraftstelle) mit Expertise im Bereich sprachlicher Bildung. Diese qualifiziert die pädagogischen Fachkräfte in der Kita. Außerdem berät und begleitet sie die Kita-Teams während des Programms. Sie ist nicht im Gruppendienst tätig.

Eine zusätzliche Sprach-Kita Fachberatung (halbe Fachberatungsstelle), die die Tandems aus Kita-Leitung und zusätzlicher Fachkraft innerhalb eines Verbundes aus zehn bis 15 Sprach-Kitas qualifiziert und begleitet.

  1. Wird die Arbeit der Pädagogen kontrolliert und evaluiert?

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ wird programmbegleitend und kontinuierlich auf verschiedensten Ebenen evaluiert. Die Evaluation bezieht alle zentralen Akteurinnen und Akteure ein, darunter die Träger, die Kitas mit ihrer zusätzlichen Fachkraft, weitere pädagogische Fachkräfte in den Einrichtungen, die zusätzlichen Fachberatungen und die Familien, deren Kinder eine Sprach-Kita besuchen.

  1. Werden in Kindertagesstätten in schwierigen Sozialen Umfeldern mehr Fachkräfte

zur Sprachförderung eingesetzt, als in anderen Kitas? Wenn ja, wo und wie

viele?

Das „Landesprogramm Kita-Plus“ und das „Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ bilden die Grundlage für die Förderung der sprachlichen und inklusiven Bildung insbesondere in Kitas mit einem hohen Anteil von Kindern nicht-deutscher Familiensprache.

Das vom Hamburger Senat im Jahr 2013 gestartete Kita-Plus Programm stellt eine Maßnahme dar, die gezielt Kitas in sozial benachteiligten Quartieren, die aufgrund ihrer Nutzerstruktur besonderen pädagogischen Anforderungen gegenüberstehen, eine verbesserte Personalausstattung zukommen lässt.

Das Zusatzentgelt für die Finanzierung einer zusätzlichen Personalausstattung orientiert sich am Anteil an Kindern mit nicht-deutscher Familiensprache und ist in der Finanzierung zusätzlicher Personalwochenstunden differenziert nach „Kita-Plus 24“ mit einer zusätzlichen Personalausstattung von 24 Prozent bzw. „Kita-Plus 30“ mit einer 30-prozentigen Erhöhung der Personalwochenstunden im Bereich des Erziehungspersonals im Elementarbereich. Darüber hinaus können Kitas, deren Anteil der Kinder mit einer nicht-deutschen Familiensprache im Krippen- und Elementarbereich (inklusive Eingliederungshilfe) mindestens 33,33 Prozent beträgt, ein Zusatzentgelt zur Finanzierung einer zusätzlichen Personalausstattung im Umfang von acht Prozent im Bereich des Erziehungspersonals im Elementarbereich erhalten, um die intensivierte Sprachförderung in Kitas zu unterstützen.

Im Jahr 2023 erhalten in Hamburg insgesamt 312 Kitas Kita-Plus Mittel. Davon 273 mit „Kita Plus 24“ und 39 mit „Kita Plus 30“. Weitere 85 Kitas erhalten zusätzliche Mittel für die intensivierte Sprachförderung.

Im Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ erhalten die teilnehmenden Kitas eine zusätzliche halbe Fachkraftstelle Sprache (Kitas, die mehr als 160 Kinder betreuen, erhalten 2 halbe Fachkraftstellen). Des Weiteren werden pro zehn – 15 teilnehmenden Kitas anteilig zusätzliche halbe Fachberatungsstellen finanziert.

Insgesamt werden in Hamburg 323 halbe Fachkraftstellen und 27 halbe Fachberatungsstellen im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ finanziert (Stand 31.01.2023).

Rund 70 Prozent der Kita-Plus-Kitas sind auch Sprach-Kitas, profitieren also von beiden Förderprogrammen.

Im Übrigen siehe Antwort 1-4.

  1. Bleiben alle „Sprach-Kitas“ nach der Umstrukturierung des Programmes in

2023/2024 erhalten? Wenn nein, welche Kitas müssen das Programm verlassen?

Siehe Drs. 22/10660.

Gez. Heimath

F.d.R. Martens