21-1570.01

Antwort Kleine Anfrage CDU betr. Wiederinbetriebnahme des Ihrke-Brunnens

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 14.09.2021 Hauptausschuss Ö 4.40

Sachverhalt

Bei Carl Ihrke handelt es sich um einen überregional und international tätigen Künstler aus Harburg.

Erfreulicherweise ist der sog. Ihrke-Brunnen, der Teil des Harburger Kunstpfades ist, vor einigen Jahren repariert worden. Dabei sind die gestohlenen oder zerstörten Fische ersetzt worden.

Allerdings bestand seinerzeit keine Möglichkeit, den Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen, da entsprechende Finanzmittel nicht vorhanden waren und darüber hinaus technische Schwierigkeiten nur unter Einschaltung privater Anlieger hätten beseitigt werden können.

Nunmehr hat sich der Freundeskreis Carl Ihrke erneut an das Bezirksamt und die Fraktionen der Bezirksversammlung gewandt. Es wird darauf hingewiesen, dass der 100. Geburtstag des bedeutenden Künstlers am 18.09.2021 ansteht. Da dieses auch durch Gedenkveranstaltungen im Harburger Museum und an anderen Stellen hervorgehoben wird, ist angeregt worden, nochmals den Versuch zu unternehmen, den geschichtsträchtigen Fischbrunnen wieder in Betrieb zu nehmen.

Wir fragen die Bezirksverwaltung:

1. Haben sich seit der Beantwortung der CDU-Anfrage (20-3346.01) und der Stellungnahme zum Antrag 20-4412.01 für die Bezirksverwaltung neue Erkenntnisse ergeben?

2. Sieht die Bezirksverwaltung, wie Fraktionen der Bezirksversammlung, auch weiterhin es als sinnvoll an, den Fischbrunnen in der Lämmertwiete möglichst wieder in Betrieb nehmen zu können?

3. Welche Kosten würden für die Herrichtung voraussichtlich einzuplanen sein?

4. Welche Kosten würden durch den dauerhaften Betrieb des Brunnens entstehen?

5. Bestehen zwischenzeitlich andere technische Möglichkeiten, den Brunnen in Betrieb zu nehmen als durch Inanspruchnahme von Kellerräumen eines Privathauses?

6. Über welche Finanzmittel verfügt der Bezirk Harburg im Einzelnen zur Instandsetzung der einzelnen Kunstwerke des Harburger Kunstpfades?

7. Sieht die Bezirksverwaltung die Möglichkeit, für die Instandsetzung des Brunnens im Einzelfall Mittel bei der Kulturbehörde zu beantragen?

8. Welche weiteren Möglichkeiten sieht die Bezirksverwaltung, um den international bedeutenden Harburger Künstler Carl Ihrke in angemessener Weise zu würdigen?

Hamburg, am 12.08.2021

Ralf-Dieter Fischer Lars Fromman

Fraktionsvorsitzender Uwe Schneider

Brit-Meike Fischer.-Pinz

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg 24.08.2021

Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 21-1570) wie folgt:

  1. Haben sich seit der Beantwortung der CDU-Anfrage (20-3346.01) und der Stellungnahme zum Antrag 20-4412.01 für die Bezirksverwaltung neue Erkenntnisse ergeben?

Gespräche und Ortstermine mit den Versorgungsunternehmen Hamburg Wasser und Stromnetz Hamburg sowie der Verwaltung haben bereits stattgefunden.

  1. Sieht die Bezirksverwaltung, wie Fraktionen der Bezirksversammlung, auch weiterhin es als sinnvoll an, den Fischbrunnen in der Lämmertwiete möglichst wieder in Betrieb nehmen zu können?

Der Ihrke-Brunnen trägt zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Raumes in der Harburger Altstadt bei und wirkt identitätsstiftend. Bewegtes Wasser wirkt sich z.B. auch abkühlend auf das Kleinklima der unmittelbaren Umgebung aus, was gerade während der zunehmend warmen Sommerzeit zu positiven Effekten führt.

Da zum jetzigen Zeitpunkt weder die Kostenhöhe für eine Wiederinbetriebnahme des Brunnens noch die mögliche Herkunft der dafür erforderlichen Ressourcen bekannt sind, kann das Bezirksamt eine Wiederinbetriebnahme bislang leider nicht ermöglichen.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, für die Wiederinbetriebnahme und Unterhaltung des Ihrke-Brunnens Gestaltungsmitteln der Bezirksversammlung Harburg zu verwenden.

  1. Welche Kosten würden für die Herrichtung voraussichtlich einzuplanen sein?

Ein abschließendes Ergebnis der Prüfung samt Kostenermittlung liegt wegen stark begrenzter Kapazitäten noch nicht vor.

  1. Welche Kosten würden durch den dauerhaften Betrieb des Brunnens entstehen?

Für einen Betrieb vom Frühjahr bis zum Herbst incl. Strom und Wasser fallen jährlich ca. 2.000 € an. Hinzu kommen evtl. der Ersatz von Vandalismus-Schäden und ein erhöhter Reinigungsaufwand durch die besondere Lage in der Lämmertwiete.

  1. Bestehen zwischenzeitlich andere technische Möglichkeiten, den Brunnen in Betrieb zu nehmen als durch Inanspruchnahme von Kellerräumen eines Privathauses?

Die Verwaltung prüft die Möglichkeit, die Brunnentechnik außerhalb des privaten Kellers in den öffentlichen Raum zu verlegen bzw. zu installieren (siehe Antworten zu Frage 1. und 3.). Dazu sind aus Erfahrung, z.B. mit dem Geschichtsbrunnen am Sand, umfangreiche bauliche Maßnahmen vorzunehmen.

  1. Über welche Finanzmittel verfügt der Bezirk Harburg im Einzelnen zur Instandsetzung der einzelnen Kunstwerke des Harburger Kunstpfades?

Die Hamburgische Bürgerschaft hat in zwei Tranchen insgesamt 250.000,- € aus dem Investitionsfonds des Sonderinvestitionsprogramms Hamburg 2010 für die

Restaurierung und den Erhalt der Kunstwerke und Denkmäler und die Attraktivitätssteigerung des Kunstpfades Harburg beschlossen (Drs. XIX/4985 und XIX/7830). Dem Bezirksamt Harburg stehen aus diesen einmaligen Mitteln noch Reste in Höhe von 10.225,60 € für alle Kunstwerke des Harburger Kunstpfades zur Verfügung.

  1. Sieht die Bezirksverwaltung die Möglichkeit, für die Instandsetzung des Brunnens im Einzelfall Mittel bei der Kulturbehörde zu beantragen?

Nein.

  1. Welche weiteren Möglichkeiten sieht die Bezirksverwaltung, um den international bedeutenden Harburger Künstler Carl Ihrke in angemessener Weise zu würdigen?

Dem Bezirksamt Harburg ist die Bedeutung des Künstlers Carl Ihrke für Harburg bewusst. Daher wurde ihm zu Ehren und basierend auf dem Antrag der CDU-Fraktion (XIX/255 neu/A) im Jahr 2013 ein Abschnitt der Hermann-Maul-Straße in den „Carl-Ihrke-Weg“ umbenannt. Dieser Straßenabschnitt befindet sich in der Nähe des „Fischbrunnens“, den Carl Ihrke kurz vor seinem Tod entwarf und der von Hendrik-André Schulz nach Ihrkes Entwurf gebaut (1984) und restauriert (2011) wurde.

Der Fischbrunnen ist Teil des Harburger Kunstpfades, auf den zwei Broschüren (1994 und 2007) sowie auffällige Boden-Markierungen hinweisen. Der Kunstpfad ist seit 2019 zudem Teil der „Kultur-Routen Harburg“ (einer Kooperation des Bezirksamtes mit dem Archäologisches Museum Hamburg/Stadtmuseum Harburg). Hier wird ebenfalls mittels mehrerer Stelen im öffentlichen Raum sowie einer Web-App (www.kulturrouten-harburg.de) die Öffentlichkeit auf bedeutende Kunstwerke aufmerksam gemacht.

Darüber hinausgehende Möglichkeiten der Bekanntmachung und Würdigung des Künstlers übersteigen die verfügbaren Ressourcen des Bezirksamtes Harburg. Die Bezirksversammlung könnte ggf. für Ideen zur Würdigung von Carl Ihrke Gestaltungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Ebenso werden Arbeit und Wirken von Carl Ihrke im Rahmen der Führungen durch das Harburger Rathaus zum jährlichen „Tag des offenen Denkmals“ der Stiftung Denkmalpflege Hamburg gewürdigt. Das Bezirksamt hat im Jahr 2020 Teile der Führungen in ein digitales Format umgewandelt. Fünf Videos zur Geschichte des Harburger Rathauses stehen der Öffentlichkeit auf dem YouTube Kanal des Bezirksamtes zur Verfügung. In dem Video „Der "Große Saal" das Herzstück des Harburger Rathauses - Teil 3 des Rundgangs durch das Rathaus“ informiert Fabian Pleiser in einer Sequenz über die Arbeit und das Wirken von Carl Ihrke.

Gez. Fredenhagen

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Sand Hermann-Maul-Straße Carl-Ihrke-Weg Archäologisches Museum Hamburg Archäologisches Museum Hamburg Lämmertwiete
Stadtteile

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.