22-1273.01

Antwort auf Anfrage CDU betr. Störung der Gasversorgung im November

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Letzte Beratung: 10.02.2026 Hauptausschuss Ö 5.2

Sachverhalt



Nach Presseberichten kam es am 25.11.2025 in Harburg teilweise zu Problemen mit der Gasversorgung. In der Folge sollen mehr als 400 Haushalte über Stunden ohne Heizung und warmes Wasser gewesen sein. Als Ursache werden Staubpartikel in der Gasleitung genannt.

Die Kosten für die Behebung der Schäden an den Heizungsanlagen sollen nach unseren Informationen teilweise im vierstelligen Bereich liegen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), gegebenenfalls unter Beteiligung des Gasnetzbetreibers Hamburger Energienetze GmbH, um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Welche Ursache hatte die Störung der Gasversorgung?
  2. Wurden die betroffenen Haushalte über die Störung und Lösungsmöglichkeiten informiert?
    Wenn ja, wann und wie? Wenn nein, warum nicht?
  3. Können sich Störungen dieser Art wiederholen?
    Wenn ja, wie lassen sie sich in Zukunft verhindern?
  4. Übernimmt der Gasnetzbetreiber im Rahmen des Ausfalls den Betroffenen entstandene Kosten?
    Wenn ja, in welchem Umfang?

Hamburg, am 02.12.2025










BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG

Der Vorsitzende



19. Januar 2026

Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) beantwortet die o.g. Anfrage der CDU-Fraktion, Drs. 22-1273, wie folgt:

  1. Welche Ursache hatte die Störung der Gasversorgung?

Aktuell geht HNE davon aus, dass die Störungen der Heizungsanlagen auf sehr feine Staubpartikel im Gasnetz zurückzuführen sind, die aus dem weit verzweigten Leitungsnetz stammen. Diese Staubpartikel können sich z.B. durch die Einwirkung der Gasströmung von der Innenwand der Leitungsrohre ablösen oder durch Verunreinigungen im Zusammenhang mit Beschädigungen durch Baggerarbeiten in die Rohleitungen gelangen.

Das Phänomen kann dann auftreten, wenn die Temperaturen stark sinken und sich dadurch die Durchleitungsmengen im Gasnetz erhöhen oder auf Grund von Fremdschäden am Rohrleitungsnetz, die eine schlagartige Veränderung der Fahrweise des Gasstroms zur Folge haben können. Wenn diese Partikel durch Gasanschlüsse und Heizungsanlagen strömen, können diese beschädigt werden. Wie genau die Staubpartikel in das betroffene Gasleitungsnetz gelangen konnten, ist derzeit Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Durch Probeaufgrabungen und Durchstrahlprüfungen an einer maßgeblichen Niederdruck-Versorgungsleitung im betroffenen Gebiet konnte ausgeschlossen werden, dass sich dort weitere Partikel abgelagert haben. Des Weiteren wurden Gas- und Staubproben entnommen, die derzeit im Labor analysiert werden.

  1. Wurden die betroffenen Haushalte über die Störung und Lösungsmöglichkeiten informiert? Wenn ja, wann und wie? Wenn nein, warum nicht?

Am 26.11.2025 informierte die HNE auf ihrer Homepage über das Störungsgeschehen und gab Ratschläge zur schnellen Behebung etwaiger Schäden. Gleichzeitig wurden die Vertragsinstallateure über die Hamburger Installateurs-Innung durch eine Handreichung zur schnellen Behebung der Störungen an Heizungsanlagen informiert. Das gleiche Schreiben wurde ebenfalls an die Innungen benachbarter Bundesländer versandt.

Zum Zeitpunkt der ersten Störungen war noch nicht ersichtlich, in welchem Umfang Haushalte betroffen sein würden. Auch als sich die Störungen häuften, konnten zunächst keine Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche Haushalte dies konkret betreffen würde. Zum Teil gab es nur einen betroffenen Haushalt pro Straßenzug, in anderen Bereichen waren dagegen mehrere Haushalte pro Straße betroffen.

  1. Können sich Störungen dieser Art wiederholen?
    Wenn ja, wie lassen sie sich in Zukunft verhindern?

Im Zusammenarbeit mit Sachverständigen hat HNE bereits Vorkehrungen getroffen, um eine weitere Beeinträchtigung zu vermeiden. Die betroffenen Gasdruckregelanlagen in Harburg werden aktuell wöchentlich (einige teilweise auch täglich) geprüft. Bei Bedarf werden die Filter gewechselt. Zudem wurden größere Filter verbaut.

Durch die Analyse von Staubpartikeln, der Gaszusammensetzung und Durchstrahlungsaufnahmen an den Bestandsleitungen konnte der betroffene Bereich eingegrenzt werden. Die Gebäudeeigentümer/innen haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Gasheizungen mit Filtern auszurüsten, um die Anlagen so vor Staubeinträgen zu schützen.

  1. Übernimmt der Gasnetzbetreiber im Rahmen des Ausfalls den Betroffenen entstandene Kosten? Wenn ja, in welchem Umfang?

Die eingehenden Schadensersatzforderungen werden aktuell geprüft. Betroffene sollten zudem prüfen, ob die Schäden ggf. über eine private Wohngebäudeversicherung abgesichert sind.

gez. Böhm

f.d.R. Leptien

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