Antwort Anfrage SPD betr. Historische Großkate Moorburg
Letzte Beratung: 09.11.2021 Hauptausschuss Ö 2.6
Am Nehusweg 1 in Moorburg steht seit mehreren Jahren eine Kate aus dem 18. Jahrhundert leer, die von der städtischen SAGA verwaltet wird.
Die Großkate ist kurz nach 1763 entstanden und gehörte über mehrere Generationen einer Familie Bauer, die in der Nähe bis 1962 eine Mühle betrieben hat. Mitte der 70er Jahre kaufte die Stadt Hamburg das Gebäude und vermietete es mit einem Instandsetzungsvertrag weiter.
Nach einem Brand im Jahr 2013 zogen die letzten Mieter aus, seitdem steht die Kate leer. 2015 übernahm die SAGA sie mit einem 75jährigen Erbau-Vertrag von der Freien und Hansestadt Hamburg. 2018 gab es eine finanzielle Zusage seitens der SAGA zur Sanierung für eine kulturelle Nutzung - seitdem ist jedoch nichts geschehen, und das Haus mit seinen ca. 160 qm Wohnfläche steht weiterhin leer und verfällt.
(vgl. hierzu auch https://www.denkmalverein.de/gefaehrdet/gefaehrdet/historische-kate-in-moorburg-verfaellt)
Für den weiteren Bestand und die Entwicklung Moorburgs ist eine kulturelle Nutzung eine gute Perspektive. Auch für Kulturschaffende im Bezirk Harburg kann dadurch ein neuer Entfaltungsraum geschaffen werden, der dringend benötigt wird.
Der Denkmalverein plädiert dringend dafür, die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen vorzunehmen und das Gebäude wieder in Nutzung zu bringen.
Dies vorausgeschickt bitten wir um Beantwortung:
1. In welchem Umfang sind Seitens der SAGA finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt?
2. Sind diese Mittel seit der Zusage 2018 an steigende Kosten und zunehmenden Verfall der Kate angepasst worden? In welcher Höhe bzw. falls nicht, werden die Mittel noch angepasst?
3. Warum ist mit der Sanierung noch nicht begonnen worden?
4. Wie ist der aktuelle Planungsstand der Sanierung?
5. Gibt es Interessenten für den Betrieb der Kate im Rahmen einer kulturellen Nutzung?
6. Ist vorgesehen hierfür ein Interessenbekundungsverfahren durchzuführen?
7. Steht die SAGA mit dem Denkmalschutzamt Hamburg, der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und bzw. oder dem Denkmalverein Hamburg e.V. im Austausch zu der Großkate? Falls ja, wie ist der Sachstand? Falls nein, warum nicht?
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende 07.10.2021
Die SAGA nimmt regelhaft am Gesprächskreis Moorburg teil und informiert zeitnah und umfassend über jeweils anstehende, objektbezogene Entwicklungsmaßnahmen. Ziel ist es, leer stehende Immobilien sukzessive in eine angemessene und tragfähige Nutzung zu bringen. Dabei wird auch das Bezirksamt Harburg über den zuständigen Regionalbeauftragten einbezogen. Zudem finden ergänzende, anlassbezogene Einzelgespräche, auch mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Moorburg, statt.
Dies vorangestellt, beantwortet die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen die Fragen auf der Grundlage einer Stellungnahme der SAGA die Anfrage der SPD-Fraktion (Drs. 21-1632) wie folgt:
Eine von der SAGA vorgenommene, umfassende Bestandsanalyse zu diesem Objekt hat ergeben, dass eine Sanierung des Hauses ohne ein langfristig tragfähiges Nutzungs-konzept für die SAGA wirtschaftlich nur schwer darstellbar ist.
Bislang liegen der SAGA trotz erheblicher Bemühungen bislang keine Nutzungskonzepte Dritter vor, so dass eine Sanierung weder geplant noch begonnen werden konnte. Ein Sanierungsumfang wäre im Übrigen auch abhängig von einer künftigen Nutzung der Räumlichkeiten, so dass erforderliche Mittel zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abge-schätzt werden können. Weiterhin werden etwaige Not- und Gefahrenzustände von der SAGA beseitigt. Die in der Anfrage angesprochene Zusage der SAGA hat es im Jahr 2018 - unabhängig von einem tragfähigen Nutzungskonzept – nicht gegeben.
Vor mehreren Wochen hat es auf Initivative der SAGA mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins Moorburger Art und mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamtes Harburg eine Besichtigung vor Ort gegeben. In diesem Zusammenhang sind erste Überlegungen des Vereins zur Errichtung eines kleinen Denkmalensembles um das in Rede stehende Objekt herum angedacht worden. Es ist von der SAGA geplant, diese konstruktiven Gespräche fortzusetzen.
Die SAGA sieht vor, kein Verfahren im Sinne der Fragestellung durchzuführen.
Die SAGA steht zu diesem Objekt in Kontakt mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde. Ein Ergebnis zum weiteren Vorgehen konnte vor dem Hintergrund noch ausstehender tragfähiger Nutzungskonzepte bislang nicht erzielt werden (vgl. auch Antwort zu 1. - 5.).
Gez. Heimath
F.d.R. Martens
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