Stadtteilkulturförderung: Zusätzliche Projektmittel in Höhe von 20.000 Euro jährlich bereitstellen Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 19.03.2026 Bezirksversammlung Ö 6.3
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Problem:Alles ist teurer geworden. Darum gibt es zu wenig Geld für Kultur, also Musik, Theater oder Lesen.
Lösung: Hamburg soll ab 2027 mehr Geld für Kultur geben. Es soll 2026 in Hamburg-Nord 20.000 Euro mehr für Kultur geben.
Wer das machen soll: Die Kultur-Behörde von Hamburg und der Bezirk Hamburg-Nord sollen mehr Geld für Kultur geben.
Die Stadtteilkultur leistet in Hamburg-Nord einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt, zur kulturellen Teilhabe und zur Stärkung demokratischer Strukturen vor Ort. Stadtteilkulturelle Einrichtungen, Initiativen und Projekte schaffen niedrigschwellige Begegnungsräume für Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und sozialer Lebenslagen. Sie ermöglichen kulturelle Bildung, fördern ehrenamtliches Engagement und stärken das nachbarschaftliche Miteinander.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen – wachsender sozialer Ungleichheit, steigender Lebenshaltungskosten und zunehmender Polarisierung – kommt der Stadtteilkultur eine besondere Bedeutung zu. Sie schafft Orte des Austauschs und des Dialogs, fördert Integration und Inklusion, stärkt die Demokratie und trägt dazu bei, dass sich Menschen mit ihrem Stadtteil identifizieren und aktiv an dessen Gestaltung beteiligen.
2025 wurden die Projektmittel Stadtteilkultur von der Kulturbehörde BKM von 62.000 Euro auf 71.000 Euro aufgestockt. Für 2026 stehen nun 72.000 Euro aus der Rahmenzuweisungen der BKM zur Verfügung, zzgl. 13.047,08 Euro Restmitteln aus 2025. Daraus ergibt sich ein Gesamtbetrag von 85.047,08 Euro.
Die hohe Nachfrage nach Projektfördermitteln zeigt deutlich, wie lebendig und engagiert die Kulturszene in Hamburg-Nord ist – und zugleich, wie angespannt die finanzielle Situation ist. Neben einer hohen Zahl hochwertiger Förderanträge sind in den letzten Jahren enorme Kostensteigerungen Ursache für steigende Bedarfe.
Bereits in der zweiten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport im Jahr 2026 wurde deutlich, dass das Budget für die erste Jahreshälfte bei Beschluss aller Anträge in beantragter Höhe überschritten worden wäre. Infolgedessen wurden die vorliegenden Projektmittelanträge auf Vorschlag der Koalition aus SPD, CDU und FDP nur zur Hälfte der beantragten Höhe bewilligt.
Diese Situation führt nun zu Einschränkungen in der Umsetzung geplanter Projekte, mindert somit deren Wirkung und stellt die engagierten Träger vor organisatorische und finanzielle Herausforderungen.
Die Zahl der Anträge hat sich 2026 gegenüber früheren Jahren nicht wesentlich erhöht – dafür sind die kalkulierten Kosten je Antrag deutlich gestiegen. Im Ergebnis reicht auch nach der Aufstockung durch die Kulturbehörde 2025 der Etat nicht aus, um Niveau und Anzahl der Angebote zu halten.
Um die Handlungsfähigkeit der Akteur*innen der Stadtteilkultur zu sichern und die Vielfalt der Projekte im Bezirk zu erhalten, ist eine Aufstockung der Projektmittel dringend erforderlich. Die Kulturbehörde sollte sich daher bei den laufenden Gesprächen zum Haushalt 2027/28 für eine adäquate Aufstockung der Projektmittel Stadtteilkultur einsetzen.
Um auch 2026 ein gewohnt hochwertiges und umfangreiches Angebot an Projekten der Stadtteilkultur in Hamburg-Nord anbieten zu können, sollte die Bezirksversammlung 20.000 Euro bereitstellen. Damit würde sie ihrer Verantwortung gerecht, die kulturelle Infrastruktur im Bezirk nachhaltig zu stärken und den sozialen Zusammenhalt weiter zu fördern.
Beschluss:
Die Bezirksversammlung möge beschließen:
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Isabel Permien
Keine
Keine Orte erkannt.
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