Jüdisches Leben in Hamburg-Nord sichtbar machen: Finanzielle Absicherung für das Kulturzentrum der Jüdischen Union Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 16.04.2026 Bezirksversammlung Ö 6.4
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache:
Problem: Das Kultur-Zentrum der Jüdischen Union ist wichtig für jüdisches Leben, sich verstehen und Hilfe im Alltag. Es gab Gespräche mit dem Bezirks-Amt und der Politik. Leider gab es dann doch kein Geld.
Lösung: Für dieses Jahr soll Geld vom Bezirks-Amt kommen. Ab 2027 soll es eine Dauer-Lösung geben. Darüber sollen alle miteinander und mit der Stadt Hamburg sprechen.
Wer das machen soll: Die Politik, die Chefin vom Bezirks-Amt und ihre Mitarbeiter sollen eine gemeinsame Lösung finden.
Die Jüdische Union leistet mit ihrem Kulturzentrum in Hamburg-Nord einen einzigartigen Beitrag zur Sichtbarmachung jüdischen Lebens, zur Förderung kultureller Vielfalt sowie zur Bekämpfung von Antisemitismus. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen sowie internationalen Konflikte kommt der Stärkung jüdischer Einrichtungen sowie der Förderung interreligiöser Verständigung eine besondere Bedeutung für ein gemeinschaftliches Zusammenleben in Hamburg-Nord zu.
Zu den Angeboten der Jüdischen Union zählen Demenzprävention, Unterstützung von Senior*innen im digitalen Raum, der Kampf gegen Einsamkeit und Armut im Alter, Veranstaltungen, eine Dauerausstellung zu jüdischem Leben in Hamburg sowie ein After-School-Angebot für jüdische Kinder aus dem Bezirk, die keiner Gemeinde angehören.
Bislang wurde das Kulturzentrum durch Spenden und Projektförderungen finanziert, die für eine ehrenamtliche Organisation einen erheblichen Aufwand bei der Antragstellung darstellen. Die Jüdische Union hat sich nun im Dialog mit der Verwaltung um eine finanzielle Förderung aus dem Quartiersfonds bemüht. Benötigt wird ein Betrag von 50.000 Euro für 2026, ab 2027 ein Betrag von jährlich 66.000 Euro. Dieser setzt sich aus Kosten für einen einzigen, einfach ausgestatteten Raum, eine Minijobstelle, Energie, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Sicherheitsanforderungen und Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche und Referent*innen zusammen. Die Jüdische Union gibt an, rechnerisch durch den ehrenamtlichen Einsatz mehr als 50.000 Euro Eigenleistung zu erbringen.
Im bisherigen Verfahren zur möglichen Förderung des Kulturzentrums ist ein hohes Maß an unklarer Kommunikation seitens der Verwaltung sowie der politischen Mehrheit in der Bezirksversammlung festzustellen. Es wurde durch Gespräche, Besuche vor Ort und Hinweise auf mögliche Förderwege offenbar über Monate der Eindruck erweckt, dass eine Finanzierung aus dem Quartiersfonds grundsätzlich möglich sei oder zumindest ernsthaft angestrebt werde.
Gleichzeitig hätte sowohl der Mehrheitskoalition als auch der Verwaltung schon seit geraumer Zeit klar sein müssen, dass eine Finanzierung aus dem Quartiersfonds unrealistisch ist, da dieser strukturell überbucht ist. Dass dies erst so spät kommuniziert wurde, hat bei der ehrenamtlich geführten Jüdischen Union verständlicherweise zu großer Enttäuschung und Unverständnis geführt.
Anstelle der Förderung aus dem bereits beschlossenen und strukturell überbuchten Quartiersfonds schlagen wir vor, eine kurzfristige Förderung der Jüdischen Union aus dem Förderfonds Bezirke sicherzustellen und die Bezirksamtsleiterin darum zu bitten, sich auf Landesebene für eine ausreichende langfristige Finanzierung des einzigen jüdischen Kulturzentrums in Hamburg-Nord einzusetzen. Denn die Jüdische Union ist zwar in Hamburg-Nord beheimatet, aber Anlaufstelle für alle Menschen in Hamburg und darüber hinaus. Interreligiöser Dialog ist zudem ein Thema von bezirksübergreifender Bedeutung.
Beschluss:
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Isabel Permien
Keine
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