22-3365

Generationen verbinden - Vorlesepatenschaften für Kinder in Wandsbek Beschluss der Bezirksversammlung vom 13.11.2025 (Drs. 22-2552)

Mitteilungsvorlage BV-Vorsitz

Letzte Beratung: 09.04.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 14.28

Sachverhalt

Folgender Beschluss wurde gefasst:

  1. Die Verwaltung wird gebeten, eine Übersicht über die im Bezirk Wandsbek bestehenden Leseförderinitiativen und konkreten Bedarfe zu erstellen und dem Sozialausschuss zu berichten.
  2. Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, die erforderlichen Mittel für die Einrichtung einer Hauptamtlichen Koordinierungsstelle „Vorlesepaten Wandsbek“ bei einem geeigneten freien Träger zur verfügung zu stellen.
  3. Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, die Mittel für Freiwilligenarbeit, insbesondere für den Bereich Leseförderung, zu erhöhen, um bestehende Angebote wie LeseLeo e.V. zu erhalten und auszubauen.
  4. Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, sicherzustellen, dass leerstehende Räume in Schulen nachmittags für Leseinitiativen genutzt werden können.

Die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) nimmt wie folgt Stellung:

Zu Punkt 1:

Lesen findet immer und überall statt und ist fester Bestandteil in allen Hamburger Kitas. In den Hamburger Bildungsleitlinien wurde die Literacykompetenz explizit als Querschnittsthema in allen Bildungsbereichen aufgenommen.

Seit 2007 engagiert sich Seiteneinsteiger e.V. um die Literacyförderung der Kinder von Geburt an. Mit dem Projekt „Buchstart“ soll dazu beigetragen werden, dass alle Hamburger Kinder einen guten Start in die Welt der Bücher und des Lesens erhalten. Seit 2007 verteilt das Projekt im Auftrag der Kulturbehörde bereits kostenlose Büchertaschen an einjährige Kinder im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U6 („Buchstart 1“). Die zweite Projektstufe „Buchstart 4½“ begann im Oktober 2020 und richtet sich an Kinder im Vorschulalter. Alle Hamburger Kinder und ihre Familien erhalten beim Vorstellungsverfahren in der Schule ein Hamburger Geschichtenbuch, das die Kinder bis zum Schulstart begleiten soll.

Seit 2021 findet einmal jährlich der hamburgweite Geschichtenfindertag in allen Hamburger Kitas statt cher und Lesen werden dann besonders in Szene gesetzt und von zahlreichem Material, das die pädagogischen Fachkräfte unterstützt begleitet. Darüber hinaus gibt es eine Onlinequalifizierung, die von allen Hamburger Kita-, und Grundschulfachkräften zur vorschulischen Literacy-Förderung genutzt werden kann (https://buchstart-online.de).

Auch hat die Initiative Coach@school den ursprünglich an Schulen adressierten Lesekoffer für Kitas ausgeweitet und ein eigenes Programm für Kitas entwickelt https://www.coachatschool.org/kita-koffer/

Hamburg nimmt darüber hinaus jährlich an dem von der Stiftung Lesen ausgerichteten bun-desweiten Vorlesetag teil, der an vielen Orten dieser Stadt durchgeführt wird und auch von vielen prominenten Personen unterstützt wird (www.stiftunglesen.de/mitmachen/bundesweiter-vorlesetag).

Die Hamburger Bücherhallen bietet auch in den jeweiligen Stadtteilen besondere Angebote an.

Darüber hinaus werden seit dem 1. Januar 2024 mit dem neu ausgerichteten Landesprogramm Kita-Plus gezielt Kindertageseinrichtungen gefördert, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern aus sozial benachteiligten Familien, aus Familien mit nicht deutscher Familiensprache oder mit dringlichem Förderbedarf betreuen. Ziel des Programms ist es, die pädagogische Arbeit dieser Einrichtungen durch zusätzliche Mittel für mehr Personal zu stärken. Dadurch erhalten die teilnehmenden Kitas bessere Möglichkeiten zur individuellen Begleitung der Kinder im pädagogischen Alltag sowie mehr Ressourcen für die sprachliche Bildung. Dies trägt auch zur Verbesserung der Leseförderung bei. Aktuell nehmen 87 Kitas im Bezirk Wandsbek an dem Landesprogramm Kita-Plus teil.

Die für Bildung zuständige Behörde verantwortet des Weiteren eine Reihe von Leseförderinitiativen und anderen Maßnahmen an staatlichen allgemeinbildenden Schulen, die Bausteine zur Leseförderung enthalten. Im Einzelnen sind zu nennen:

BiSS-Lesetraining:

Grundschule Edwin-Scharff-Ring

Schule am See

Schule Charlottenburger Straße

Grundschule Großlohering

Schule Potsdamer Straße

Schule Appelhoff

Schule Öjendorfer Damm

Schule Oppelner Straße

Schule Jenfelder Straße

Grundschule Bramfeld

Schule Am Sooren

Schule Bandwirkerstraße

Schule am Eichtalpark

Erich Kästner Schule

Grundschule Marienthal

Schule Kamminer Straße

Grundschule Neurahlstedt

Grundschule Tonndorf

Schule Wildschwanbrook

Schule Eenstock

Schule Heinrich-Helbing-Straße

Schule Surenland

Schule Fabriciusstraße

Grund- und Stadtteilschule Altrahlstedt

Schule Rahlstedter Höhe

Schule An der Gartenstadt

Schule Hasselbrook

Schule Wielandstraße

Schule Buckhorn

Schule Hinsbleek

Schule Eulenkrugstraße

Schule Redder

Stadtteilschule Oldenfelde

Gyula-Trebitsch

Irena Sendler Schule

Stadtteilschule Poppenbüttel

Grund- und Stadtteilschule Altrahlstedt

Stadtteilschule Bramfeld

Stadtteilschule Walddörfer

Otto-Hahn-Schule

Max-Schmeling-Stadtteilschule

BiSS-Früli (Förderung der frühen Literalität):

Schule Wildschwanbrook

Schule Redder

Schule Am See

Schule Rahlstedter Höhe

Schule an den Teischwiesen

Schule Fabriciusstraße

Jenfelder Straße

Schule Bandwirkerstraße

Family Literacy Hamburg (FLY):

Grundschule Eckerkoppel

Grundschule Edwin-Scharff-Ring

Schule Potsdamer Straße

Schule Bandwirkerstraße

Schule Jenfelder Straße

Schule Charlottenburger Straße

Schule Am See

Alle Viereinhalbjährigen erhalten im Rahmen des Viereinhalbjährigenvorstellungsverfahrens das „Hamburger Geschichtenbuch“ mit zahlreichen Lese- und Vorlesegeschichten, Wimmelbildern u.Ä.

Daneben gibt es nach Kenntnis der für Bildung zuständigen Behörde noch Initiativen freier Träger und Vereine wie MITSprache (Stiftung Fairchance) oder der Bücherkoffer (Coach@School e.V.). Es gibt darüber hinaus zahlreiche Träger, die Patenschaften im Bereich des 1:1-Lesementorings anbieten.

Zu Punkt 2 und 3:

Aufgrund der Vielzahl der oben genannten Leseinitiativen und -angeboten sieht die zuständige Behörde keinen Bedarf an zusätzlichen Mitteln für ein einzelnes Angebot. Alle Träger arbeiten selbstständig und eigenverantwortlich. Sie setzen die Patinnen und Paten eigenhändig ein und arbeiten in der Regel mit Partnerschulen zusammen.

Zu Punkt 4:

Die Entscheidung über die Mitbenutzung von Schulräumen und -anlagen treffen die Schulleitungen (gemäß der Dienstvorschrift Mitnutzung von Schulräumen und -anlagen). Die Leseinitiativen können sich direkt an die Schulleitungen wenden. Diese prüfen das Anliegen und berücksichtigen bei der Überlassung von Räumlichkeiten die schulischen Belange.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung nimmt Kenntnis.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
09.04.2026
Ö 14.28
Anhänge

Keine Anlage/n

Lokalisation Beta
Charlottenburger Str. Potsdamer Str. Jenfelder Str. Heinrich-Helbing-Straße Fabriciusstraße Bandwirkerstraße Bandwirkerstraße

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