Geldverschwendung stoppen, moderne Mobilität voranbringen: Vom Parkplatzmoratorium betroffene Projekte neu starten! Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 16.04.2026 Bezirksversammlung Ö 6.7
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache:
Problem: Fünf Bau-Projekte in Hamburg-Nord stehen still. Grund ist ein Stopp wegen Park-plätzen. Dabei wurden schon fast 300.000 Euro für die Planung ausgegeben. Viele gute Verbesserungen für Fuß-Wege, Rad-Wege, Grün-Flächen und Sicherheit kommen nicht. Das Geld fürdas Bauen kommt nicht mehr.
Lösung: Die Politik sagt: Die fünf Projekte sollen schnell wieder starten. Das Geld für das Bauen soll wieder von der Stadt Hamburg gegeben werden.
Wer das machen soll: Die Chefin von der Bezirksversammlung soll mit der Regierung von der Stadt Hamburg sprechen.
SPD und GRÜNE auf Landesebene haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass in einem Masterplan Parken erstmals systematisch die Zahl öffentlicher und privater Kfz-Parkplätze in Hamburg erfasst wird – um so eine verlässliche Datengrundlage für Planungen im Straßenraum zu erhalten.
Damit verbunden ist ein Mechanismus, der vorsieht, dass bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Zählung ein Moratorium für fast alle Eingriffe im Straßenraum gilt, bei denen die Zahl vorhandener Kfz-Parkplätze reduziert wird. Über eine Fortführung und Umsetzung von Planungen entscheidet die Senatskommission für Klimaschutz und Mobilitätswende, die dafür eine Freigabe erteilen muss.
In Hamburg-Nord wurden so bislang fünf bezirkliche Maßnahmen angehalten. Das Bezirksamt teilte mit, dass diese „zurückgestellt“ wurden und dass nun schlussabgerechnet werde:
Hoheluft-Ost:
Barmbek-Süd:
Barmbek-Nord:
Dulsberg:
Inzwischen ist auch klar, wie viel Geld bereits in die nun gestoppten Planungen geflossen ist [6]: Es sind fast 300.000 Euro. Für alle Projekte war eine Finanzierung des Baus gesichert. Durch den Stopp ist diese nun hinfällig. Für alle fünf Projekte zusammen waren Landesmittel in Höhe von 4,4 Mio. Euro eingeworben, die nun wegfallen.
Sollten die Vorhaben später wieder aufgenommen werden, müsste der gesamte Prozess neu gestartet werden – inklusive Ausschreibung der Planung und Suche nach einer Finanzierung. Für eines der Projekte (Gleisbogen) ist eine erneute Einwerbung der Finanzierung wegen des baldigen Auslaufens des Förderprogramms nicht auf später verschiebbar. Das Geld ist definitiv weg, wenn nicht gebaut wird.
Alle fünf Projekte sind mit einer Vielzahl von überwiegend sehr positiven Auswirkungen auf das jeweilige Quartier – und darüber hinaus – verbunden:
Knoten Abendrothsweg / Neumünstersche Straße (Hoheluft-Ost)
N044 – Osterbekstraße (Barmbek-Süd)
N053 – Poppenhusenstraße (Barmbek-Nord)
Dreiecksfläche Gleisbogen (Hufnerstraße/Rübenkamp, Barmbek-Nord)
Instandsetzung Gehweg Oberschlesische Straße (Dulsberg)
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord steht hinter dem Plan, die Debatte um die Nutzung von des öffentlichen Raums zum Parken von Kfz durch den „Masterplan Parken“ auf eine sachliche Ebene zu heben. Gleichzeitig ist der Öffentlichkeit nur schwer vermittelbar, wenn fertig geplante, sinnvolle und für viele nützliche Baumaßnahmen im Bezirk auf unklare Zeit verschoben oder de fakto komplett abgesagt werden. Dazu kommen Kosten für die bisherigen Planungen in sechsstelliger Höhe - die so ggf. verschwendet werden.
Wie die genannten Beispiele aus dem Bezirk zeigen, steht oftmals die Umnutzung nur relativ weniger Parkplätze, die immer nur sehr wenigen Menschen konkret nutzen, Verbesserungen für weite Teile der Gesellschaft entgegen. Aspekte wie Verkehrssicherheit für alle Altersgruppen sowie eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums – etwa für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Familien mit Kinderwagen – sollten bei der Abwägung neben dem Autoparken stärker berücksichtigt werden. Wir brauchen ein Umfeld, in dem sich alle sicher und selbstständig bewegen können. In anderen Bezirken hat sich die lokale Politik bereits für sinnvolle Umbaumaßnahmen ausgesprochen – auch wenn dafür Parkplätze neu und dann zugunsten aller genutzt werden [12].
Eine starke Willensbekundung der Bezirksversammlung Hamburg-Nord könnte die Senatsbehörden überzeugen, die fertig geplanten Maßnahmen doch noch freizugeben. Profitieren würde alle Menschen in Hamburg-Nord – insbesondere Kinder, Behinderte, Anwohnende und die Steuerzahlenden.
Beschluss:
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:
Das Vorsitzende Mitglied der Bezirksversammlung setzt sich gegenüber der Senatskanzlei dafür ein, dass die fünf im Bezirk Nord durch das „Parkplatzmoratorium“ gestoppten Bauprojekte
aufgrund deren großer Bedeutung für die Mobilitätswende im Bezirk umgehend zur Umsetzung freigegeben und die damit ehemals verbundenen Finanzierungszusagen erneuert werden.
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Thorsten Schmidt
Katharina Fischer-Zernin
Christoph Reiffert
[1] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016139
[2] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016168
[3] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016125
[4] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016169
[5] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016170
[6] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1016319
[7] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1011001
[8] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1012098
[9] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014419
[10] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014216
[11] http://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013854
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.