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Fußverkehr besser schützen - Rechte von Fußgänger*innen stärken! Gemeinsamer Antrag von GRÜNE- und SPD-Fraktion

gemeinsamer Antrag

Bera­tungs­reihen­folge
Gremium
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12.05.2022
Sachverhalt

 

Um die Mobilitätswende in unserem Bezirk weiter zu fördern und vor allem den Fußverkehr nicht zu kurz kommen zu lassen, bedarf es auch der stärkeren Nutzung bereits vorhandener Instrumente, die dieses Anliegen stärken.


Im Augenblick liegt der Fokus in den bestehenden Straßen stark auf einer durch Kraftfahrzeuge geprägten Infrastruktur. Der fahrende und ruhende Kfz-Verkehr prägt den Verkehrsraum. Mobilität wird somit auf der einen Seite durch Geschwindigkeit, auf der anderen Seite durch Platzverbrauch geprägt - und zwar hauptsächlich zu Lasten des Fußverkehrs. Eine Fußverkehrsgestaltung, die den Menschen entgegenkommt, braucht nicht nur den nötigen Raum, sie braucht auch Sicherheit – diese muss auch physisch verdeutlicht werden.

 

In jedem Wohnumfeld sind wir alle zuerst Fußgänger*innen. Wir bewegen uns direkt dort, wo wir leben, meist zu Fuß. Die Verkehrswege in den Wohngebieten sind aber keinesfalls auf Fußgänger*innen, sondern auf den rollenden Verkehr ausgerichtet. Fußwege enden regelmäßig an der Fahrbahn. Der Fußverkehr muss dann den sicheren Bereich verlassen und die Fahrbahn betreten. Das bedeutet nicht nur ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, es ist auch unkomfortabel. Insbesondere Menschen mit Handicap werden dadurch benachteiligt.

 

Es gibt nur wenige mustergültige Querungen und selbst die bestehenden Querungshilfen bieten nicht allen Menschen den nötigen Schutz. Wir möchten Einmündungen bei Umbau und Neubau von Straßen - wo immer diese in eine Vorfahrtsstraße einmünden - als Gehwegüberfahrten  ausbilden. Diese sollen eine Bevorrechtigung des Fußverkehrs nach sich ziehen und somit den Schutz der schwächsten aller Verkehrsteilnehmer*innen deutlich erhöhen. Der augenblickliche Status ist das Ergebnis eines langen Zeitraumes, in dem der Blick der Verkehrsplaner*innen vordringlich auf dem rollenden Autoverkehr lag. Mobilität darf aber nicht nur auf Rädern gedacht werden, so dass der Fußverkehr dabei an den Rand gedrängt wird.

 

Petitum/Beschluss

 

Der Bezirksamtsleiter setzt sich dafür ein, dass bei allen Verkehrsplanungen von Einmündungen in Vorfahrtsstraßen regelhaft die Bildung von Gehwegüberfahrten geprüft und wo möglich umgesetzt wird.

 

 

r die SPD-Fraktion r die Grüne Fraktion

Angelika Bester Timo B. Kranz

Thomas Domres Thorsten Schmidt
Sebastian Haffke Christoph Reiffert

 

 

Anhänge

 

Keine