Fußgängerzone Poelchaukamp? Datenbasis schaffen, lebendigen Einkaufs- und Freizeitort entwickeln Antrag der GRÜNE-Fraktion
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Das Problem: An der Straße Poelchaukamp gibt es wenig Platz auf den Geh-Wegen. Parkende Autos und Tische vor Lokalen machen es eng. Fahrrad-Plätze fehlen. Oft gibt es Streit über Park-Plätze, wenn sich etwas ändern soll.
Die Lösung: Es gibt eine Umfrage: Wo kommen die Leute her, die einkaufen oder essen? Kommen sie mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß? Was wünschen sie sich? Die Ergebnisse werden allen Menschen vorgestellt. Dann können wir besser miteinander sprechen. Zum Beispiel, ob man eine Fußgänger-Zone ausprobiert.
Wer das machen soll: Das Bezirks-Amt soll die Befragung machen.
Der Poelchaukamp hat das Potenzial, ein noch lebendigerer Aufenthaltsort zu werden, an dem Menschen sich gerne aufhalten. Schon heute nutzen Anwohnende und viele Besucher*innen den Straßenraum für kurze Wege, Besorgungen und Verweilen in Cafés und Geschäften. Derzeit sind die Gehwege überwiegend sehr schmal. Sie werden durch parkende Fahrzeuge und Außengastronomie eingeschränkt. Auch Platz zum Abstellen von Fahrrädern ist nicht überall ausreichend gut zu finden.
Eine Fußgänger*innenzone könnte den attraktiven Charakter des Poelchaukamps weiter stärken: mehr Platz für Menschen, mehr Grün, mehr Ruhe, mehr Aufenthaltsqualität. Studien zeigen generell, dass ansprechend gestaltete, für die Nutzung zu Fuß optimierte Straßen höhere Umsätze erwarten lassen. [1]
Viele Gewerbetreibende vermuten demgegenüber allerdings, dass ein erheblicher Teil ihrer Kundschaft ihren Betrieb mit dem Auto erreicht und dafür Parkplätze vor der Tür erwartet. Das gesamte Quartier ist zudem von hohem Parkdruck geprägt. Die Diskussion über die mögliche Umnutzung von Parkplätzen führt generell schnell zu Konflikten – auch weil belastbare Daten fehlen. Eine Kund*innenumfrage kann hier eine sachliche Grundlage für vertiefte Diskussionen liefern. Sie kann zeigen, von wo und wie die Menschen, die die Läden und Restaurants nutzen, tatsächlich anreisen und sie auch dazu befragen, wie sie gegenüber möglichen Veränderungen in der Straße eingestellt sind.
Gewerbe und Anwohnende müssen dabei in einen möglichen Veränderungsprozess in jedem Fall eng eingebunden werden. Dabei sind verschiedene Modelle denkbar:
Alle Varianten verfolgen dasselbe Ziel: mehr Aufenthaltsqualität, weniger Lärm, weniger Konflikte und ein attraktiver öffentlicher Raum, der Gewerbe und Nachbarschaft stärkt. Sinnvoll, akzeptiert und umsetzbar ist dies alles aber nur, wenn eine Fußgänger*innenzone mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt.
Beschluss:
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:
Das Bezirksamt wird daher gebeten, eine Kund*innenumfrage am Poelchaukamp in Auftrag zu geben. Die Befragung soll unter anderem ermitteln, von wo und wie die Kundschaft von Einzelhandel und Gastronomie an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten den Poelchaukamp erreicht und wie sie gegenüber möglichen Veränderungen des Straßenraums eingestellt ist. Die Erkenntnisse der Analysen im Rahmen des Masterplans Parken werden ebenfalls einbezogen.
Für die GRÜNE Fraktion
Daniela Clément
Katharina Fischer-Zernin
Keine
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