22-1791

Entwicklungsprozess Veloroute 4 / Rathenaustraße: Umfassende öffentlichen Beteiligung sicherstellen

Antrag

Letzte Beratung: 19.01.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 4.3

Sachverhalt

Die Weiterentwicklung der Veloroute 4 im Bereich Rathenaustraße ist eine komplexe verkehrliche Maßnahme mit erheblicher bezirksübergreifender Bedeutung. Die Route verbindet mehrere Stadtteile und Bezirke miteinander und übernimmt eine zentrale Rolle im gesamtstädtischen Radverkehrsnetz. Veränderungen in diesem Abschnitt wirken sich daher nicht nur lokal, sondern auch auf Verkehrsstme weit über Hamburg-Nord hinaus aus.

Gleichzeitig ist die Rathenaustraße eine Wohnstraße mit sensiblen lokalen Interessen: Anwohnende, Senioreneinrichtungen, Schulen, Gewerbetreibende und Menschen, die den Alsterlauf zur Erholung nutzen sind unmittelbar betroffen. Für sie ist entscheidend, wie sich Verkehrsmengen, Lärm, Sicherheit und Aufenthaltsqualität durch Maßnahmen konkret verändern würden. Diese Perspektiven müssen im Planungsprozess berücksichtigt werden.

Die bereits vorliegende Verkehrsuntersuchung des Büros ARGUS bildet eine wichtige Grundlage, um die Auswirkungen von Veränderungen im Straßenraum abschätzen zu können. Sie ist jedoch in ihrer derzeitigen Form für ehrenamtliche Politik und Bürger*innen nur schwer nachvollziehbar. Die Fachsprache erschwert es, die tatsächlichen Auswirkungen der prognostizierten Verkehrsverlagerungen in den umliegenden Straßen angemessen zu bewerten.

r eine verantwortungsvolle politische Entscheidung und eine konstruktive öffentliche Diskussion ist es unerlässlich, dass die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung verständlich, transparent und alltagsnah aufbereitet werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Darstellung der veränderten Verkehrsströme über den Verlauf einer Woche, differenziert nach Wochentagen und Tageszeiten.
  • Eine Übersetzung der fachlichen Aussagen in allgemeinverständliche Sprache und alltagsnahe Beispiele, damit auch Menschen ohne verkehrsplanerische Expertise Auswirkungen nachvollziehen können.
  • Eine klare Darstellung der Auswirkungen auf angrenzende Straßenräume, insbesondere im Hinblick auf Verkehrssicherheit, Lärm, Aufenthaltsqualität und Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsstraßen.

Nur wenn Informationen verständlich und vollständig kommuniziert werden, können Anwohnende und Einrichtungen fundiert ihre Perspektiven einbringen und Vertrauen in den Prozess entwickeln. Fehlende oder unklare Kommunikation führt erfahrungsgemäß zu Unsicherheit, Misstrauen und Ablehnung selbst gegenüber sinnvollen Maßnahmen.

Bezirkspolitisches Fachgespräch:

Angesichts der Komplexität und der bezirksübergreifenden Relevanz der Maßnahme wird ein Fachgespräch analog zum Fachgespräch Radroute Plus vom 26. März 2025 vorgeschlagen.

Dieses Fachgespräch soll:

  • vom Bezirksamt Hamburg-Nord organisiert werden;
  • die ARGUS-Planer*innen einbeziehen;
  • mit 1-2 Vertreter*innen je Fraktion sowie
  • den zuständigen Fachabteilungen des Bezirksamtes stattfinden.

Ziel ist eine gemeinsame, verständliche und vertiefte Erörterung der Verkehrsuntersuchung, der Variantenbewertung und der möglichen Auswirkungen auf die umliegenden Quartiere. Erst auf dieser Grundlage kann eine verantwortungsvolle politische Entscheidung getroffen werden.

Öffentliche Beteiligung:

Bei einer Maßnahme dieser Größenordnung und Komplexität ist es zwingend erforderlich, vor der ersten Verschickung der Planungsunterlagen eine umfassende, transparente und gut zugängliche öffentliche Beteiligung durchzuführen.

Diese Beteiligung muss sowohl die bezirksübergreifenden Interessen als auch die lokalen Anliegen der Anwohnenden und Einrichtungen berücksichtigen. Sie soll:

  • verständlich informieren;
  • Fragen und Sorgen frühzeitig aufnehmen;
  • lokales Wissen einbeziehen;
  • Vertrauen in den Planungsprozess schaffen.


Dazu gehören mindestens:

  • Online-Beteiligungsformate;
  • Werkstattgespräche in den betroffenen Stadtteilen;
  • aufsuchende Beteiligung in den betroffenen Straßenzügen;
  • eine Stadtteilversammlung;
  • die Einbindung relevanter Akteursgruppen (Senior*inneneinrichtungen, Gewerbetreibende, Schulen, Vereine, Initiativen).

Eine solche Beteiligung stärkt die Legitimation von Maßnahmen und ermöglicht es, lokale Hinweise frühzeitig in die Planung einfließen zu lassen.

Petitum/Beschluss

Vor diesem Hintergrund möge der Regionalausschuss FOLAG beschließen:

  1. Das Bezirksamt wird aufgefordert, die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung von ARGUS in allgemeinverständlicher Form aufzubereiten, einschließlich Darstellungen u.a. der Verkehrsveränderungen über den Verlauf einer Woche und einer Übersetzung der fachlichen Aussagen in bürger*innennahe Sprache mit alltagsnahen Beispielen.
  2. Es wird ein Fachgespräch durchgeführt unter Beteiligung des Bezirksamts, der ARGUS-Planer*innen sowie von 1-2 Vertreter*innen je Fraktion.
  3. Vor der ersten Verschickung der Planungsunterlagen zur Fahrradstraße Rathenaustraße wird eine strukturierte öffentliche Beteiligung durchgeführt, bestehend aus Online-Formaten, Werkstattgesprächen, aufsuchender Beteiligung, einer Stadtteilversammlung und der Einbindung relevanter Akteursgruppen.
  4. Die lokalen Interessen der Anwohnenden, Einrichtungen und Gewerbetreibenden werden im gesamten Prozess besonders berücksichtigt, da sie unmittelbar von den Veränderungen betroffen sind.
  5. Erst nach Abschluss dieser Schritte erfolgt die weitere politische Beratung über die Vorzugsvariante und die Fortführung der Planung.

r die GRÜNE Fraktion
Carsten Redlich

Bera­tungs­reihen­folge
Anhänge

Keine

Lokalisation Beta
Rathenaustraße

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