22-1304

Eingabe: Maßnahmen gegen Trampelpfade im Hamburger Stadtpark

Mitteilungsvorlage Bezirksamt

Sachverhalt

Das Bezirksamt Hamburg-Nord informiert über die folgende Bürgereingabe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit mehreren Jahren nehme ich im Stadtpark rund um das Planetarium verstärkt wahr, dass sich Menschen individuelle Wege durch das Unterholz und Baumgruppen suchen. Statt die offiziellen Wege zu nutzen, bewegen sie sich durch bisher unberührte, natürliche Flächen. Vor der Pandemie war diese Entwicklung schleichend, seitdem hat sie sich wahrnehmbar beschleunigt. Einige dieser Trampelpfade sind durch häufige Nutzung bereits breit und fest getreten und scheinen als offizieller Weg etabliert zu sein. Die Parkbesucher, die ich beobachte, suchen augenscheinlich nicht nur den kürzestenWeg zu ihrem Ziel, beispielsweise zum Planetarium, sondern sie gehen offensichtlich auch ins Unterholz, um ungestörter zu sein. Gerade von Hundebesitzern und Eltern mit kleinen Kindern weiß ich aus Gesprächen, dass es dort angenehmer ist, weil man nicht ständig auf die schnell fahrenden Radfahrer achten müsse und dort auch ungestört seinen Gedanken nachhängen kann. Ich sehe in den größeren bewaldeten Arealen auch feiernde Kleingruppen, Kindergeburtstage, Kindergartengruppen, Eltern, die mit ihren Kinder Waldhütten aus Ästen bauen, Personen, die in Hängematten liegen, Hundeerziehungsgruppen, usw. Ich habe auch schon Radfahrer gesehen, die die breiteren Trampelpfade für Abkürzungen nutzen und Mountainbiker, die dort aus sportlichen Gründen fahren.

Ich befürchte, dass immer mehr Park- und Planetariumsbesucher ihre eigenen Trampelpfade schaffen oder die vorhandenen weiter nutzen und dass es normal werden könnte, dort zu gehen. Die ökologischen Folgen sind nach meinen Informationen: Die Rückzugsräume für die Tiere und Insekten des Stadtparks werden weniger, Pflanzen werden geschädigt, der Waldboden wird nachhaltig geschädigt.

Ich habe deshalb versuchsweise einige dieser Parkbesucher freundlich angesprochen und sie gebeten, aus Gründen des Naturschutzes auf den offiziellen Wegen zu bleiben. Keine der angesprochenen Personen reagierte einsichtsvoll, einige sogar unfreundlich. Alle beriefen sich auf die anderen Nutzer dieser Trampelpfade und darauf, dass manche Wege bereits wie offizielle aussähen. Selbst in demgroßen Areal, dass vor einigen Jahren umzäunt wurde, bewegen sich immer mehr Menschen.

Mir ist bewusst, wie schwierig es ist, diese Menschen hiervon abzuhalten. Auch andere Städte und Kommunen hätten mit diesem Phänomen zu tun, ohne über eine nachhaltig wirksame Lösung zu verfügen, lese ich in überregionalen Printmedien. Da ich aktuell keine wirkungsvollen Interventionen seitens der Stadt bzw. des Bezirks sehe, bitte ich Sie auf diesem Wege darum, dennoch alles zu tun, damit sich diese Menschen im Stadtpark wieder regelkonform verhalten und damit die Lebens- und Rückzugsräume für Tiere und Insekten erhalten werden sowie das Stadtgrün nicht weiter geschädigt wird, vielleicht klassisch mit Verbot-/Hinweistafeln sowie flankierend mit Maßnahmen gegen den alsstörend empfundenen Radverkehr.

Mit freundlichen Grüßen

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Dr. Bettina Schomburg

Lokalisation Beta
Stadtpark

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