Umsetzung des Hamburger Masterplans BNE 2030
Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.7
Große Anfrage
der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll Menschen befähigen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt, Klima, Gesellschaft und nachfolgende Generationen zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln. Der Hamburger Masterplan BNE 2030 verfolgt das Ziel, BNE in allen Bildungsbereichen – von der frühkindlichen Bildung über Schulen, berufliche Bildung und Hochschulen bis hin zur außerschulischen Bildung – strukturell zu verankern. Der Masterplan wurde 2021 vom Senat beschlossen und wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) koordiniert. Die Koordinierungsstelle ist seit Dezember 2021 bei der Hamburger Klimaschutzstiftung auf Gut Karlshöhe angesiedelt. Für die Umsetzung stehen jährlich Projektmittel zur Verfügung, 2025 beispielsweise 262.000 Euro, um konkrete Maßnahmen in allen sieben Hamburger Bezirken zu fördern.
Die Präsentation der BUKEA im Fachausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Bezirksversammlung Bergedorf am 21. Mai 2025 zeigte, dass BNE in allen Bildungsbereichen verankert werden soll, von der frühkindlichen Bildung (z. B. durch KITA21-Projekte) über Schulen, berufliche Bildung (z. B. BNE-Toolbox für Lehrkräfte) und Hochschulen (z. B. durch die Hamburger Hochschul-Allianz für Nachhaltigkeit) bis hin zur außerschulischen Bildung und den Bezirken. Die Bezirke sollen Informations- und Beteiligungsformate gestalten, um Netzwerke aufzubauen, die Partizipation der Bürger:innen zu fördern und die Umsetzung von BNE vor Ort zu unterstützen. Vorgesehen sind Maßnahmen wie:
- Befassung in bezirklichen Gremien durch Information und Diskussion zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und BNE,
- Verankerung von BNE im Bezirk durch geeignete Rahmenbedingungen,
- Weiterentwicklung von BNE über Regionale Bildungskonferenzen,
- Jugendforum Zukunft auf Bezirksebene,
- Einbeziehung von BNE in laufende und künftige Maßnahmen und Projekte des Bezirks,
- Fortbildungsmodule für Mitarbeitende der Bezirke im Angebot des Zentrums fürAus- und Fortbildung (ZAF).
Die Hamburg Sustainability Week 2025 (1.–6. Juni 2025) und die Hamburg Sustainability Conference (2.–3. Juni 2025) haben gezeigt, wie vielfältig und engagiert Hamburgs Weg in eine nachhaltige Zukunft gestaltet wird. Über 5.000 Menschen nahmen an mehr als 120 Veranstaltungen teil, die von Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft, Kultur und Kreativwirtschaft organisiert wurden. Ziel war es, gemeinsam Lösungen zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu erarbeiten und die Stadtgesellschaft für Nachhaltigkeitsthemen zu sensibilisieren. Die Konferenz brachte internationale Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um Allianzen für die nachhaltige Entwicklung zu schmieden.
Hamburg erarbeitet derzeit eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die bis Ende 2026 vom Senat beschlossen werden soll. Diese Strategie soll die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen auf lokaler Ebene verbindlich und strategisch verankern. Ein Zwischenbericht zur Umsetzung der SDGs wurde im November 2025 veröffentlicht, der die bisherigen Schritte dokumentiert und ein aktualisiertes Indikatorenset vorstellt. Die Strategie wird als Dachstrategie alle bestehenden Fachstrategien bündeln und neue Impulse für eine nachhaltige Entwicklung setzen.
Trotz der zahlreichen stadtweiten Aktivitäten und des bestehenden Masterplans BNE 2030 zeigte sich in der Anhörung vom 21. Mai 2025, dass im Bezirk Bergedorf bisher kaum bis gar keine spürbaren Fortschritte bei der Umsetzung erreicht wurden. Ein zentrales Problem sei die begrenzte Kapazität der Klimaleitstellen in den Bezirken: Da diese bereits durch ihre eigenen Aufgaben stark ausgelastet sind, können sie den Masterplan BNE nur unzureichend unterstützen. Der Ausschuss stellte fest, dass die Regionalen Bildungskonferenzen und der Fachbereich Sozialraummanagement zentrale Ansprechpartner für BNE im Bezirk sein könnten, da BNE auf städtischer Ebene vor allem als Bildungskonzept verstanden und nicht als gleichwertiger Bestandteil des Klimaschutzes behandelt wird. Dadurch fehlt es oft an einer flächendeckenden und systematischen Zusammenarbeit.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:
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