Kinder- und Jugendbeteiligung in Hamburg-Mitte: Bilanz ziehen und Zukunft vorbereiten (Antrag der Volt-Fraktion)
Letzte Beratung: 22.01.2026 Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Ö 8.3
Im November 2016 beschloss Hamburg-Mitte eine Ausführungsvereinbarung zur Kinder- und Jugendbeteiligung (Drs. 21-1425.1). Der Bezirk wollte damit § 33 des Bezirksverwaltungsgesetzes mit Leben füllen: Junge Menschen sollten bei Planungen, die sie betreffen, systematisch einbezogen werden. Die Vereinbarung sah eine Bestandsaufnahme bis Juni 2017 vor, anschließend jährliche Berichte. Im Juli 2018 erschien ein erster und einziger Bericht (Drs. 21-4351). Danach brach die Berichterstattung ab. Fast zehn Jahre später ist unklar, welche Schlussfolgerungen aus der Vereinbarung gezogen wurden – und bei welchen Planungen seither tatsächlich Kinder und Jugendliche beteiligt worden sind.
Auf Landesebene hat sich die Ausgangslage seit 2016 grundlegend verändert. Die Bürgerschaft hat mit dem Antrag „Politische Beteiligung junger Menschen nachhaltig fördern" (Drs. 22/13933) die Weiterentwicklung der Jugendbeteiligung beschlossen. Der Senat wird ersucht, die bestehenden Verfahren nach § 33 BezVG auszuwerten und auf dieser Grundlage neue Instrumente – gegebenenfalls ein Jugendmitwirkungsgesetz – zu prüfen. Ausdrücklich betont die Drucksache, dass die Umsetzung der Beteiligungsformen in jedem Bezirk individuell ausgestaltet werden kann und aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten oft auch muss. Es soll ein Verfahren entwickelt werden, auf dessen Basis sich die Akteure in den Bezirken koordiniert austauschen und gemeinsame Wege einschlagen können.
Parallel zur Erarbeitung dieses Rahmens auf Bürgerschaftsebene muss sich der Bezirk Hamburg-Mitte intensiv mit dem Thema Kinder- und Jugendbeteiligung auseinandersetzen. Weil das Thema seit dem letzten Bericht 2018 brach lag, sind eine umfangreiche Befassung notwendig. Nur so kann der Bezirk die Voraussetzungen schaffen, den künftigen Landesrahmen zügig und passgenau umzusetzen. Dafür braucht es eine systematische Aufarbeitung der bisherigen Erfahrungen: Welche Beteiligungsformate wurden seit 2016 erprobt? Welche Mittel standen zur Verfügung? Welche Strukturen und Netzwerke bestehenbereits? Was sind die bezirksspezifischen Rahmenbedingungen?
In Hamburg-Mitte leben rund 79.000 Menschen unter 25 Jahren – etwa ein Viertel der Bevölkerung. Das Jugendparlament Horn ist seit 1999 aktiv und damit eines der ältesten Jugendparlamente Deutschlands. Seine mehr als 25-jährige Erfahrung ist eine wertvolle Ressource. Hinzu kommen vielfältige Beteiligungsprojekte in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie in Fördergebieten der Stadtteilentwicklung. Mit der Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Hamburg und dem PLING Kollektiv stehen zudem erfahrene Beratungspartner zur Verfügung, die andere Bezirke bereits erfolgreich bei der Entwicklung von Beteiligungsstrukturen unterstützt haben. Eine systematische Bestandsaufnahme kann die bezirklichenErfahrungen sichtbar machen und für die passgenaue Umsetzung des Landesrahmens nutzbar machen.
Sachverhalt - einfach erklärt:
Kinder und Jugendliche sollen bei Entscheidungen mitreden können, die sie betreffen. Das steht so im Gesetz (§ 33 Bezirksverwaltungsgesetz).
2016 hat der Bezirk Hamburg-Mitte beschlossen: Wir wollen Kinder und Jugendliche besser beteiligen. Es sollte jedes Jahr einen Bericht geben, wie das läuft. 2018 gab es einen einzigen Bericht. Danach kam nichts mehr. Jetzt wissen wir nicht: Was wurde eigentlich gemacht? Hat die Beteiligung funktioniert?
Die Hamburgische Bürgerschaft (das Landesparlament) hat beschlossen: Jugendbeteiligung soll in ganz Hamburg besser werden. Vielleicht gibt es bald ein neues Gesetz dafür. Die Bezirke sollen dann eigene Lösungen entwickeln, die zu ihnen passen.
Warum muss Hamburg-Mitte jetzt handeln?
Das Thema lag fast 7 Jahre brach. Jetzt muss der Bezirk aufholen. Wir müssen erst einmal herausfinden: Was gibt es schon? Was hat funktioniert? Was brauchen wir? Nur dann können wir später schnell handeln, wenn die neuen Regeln vom Land kommen.
In Hamburg-Mitte leben etwa 79.000 Menschen unter 25 Jahren. Das Jugendparlament Horn gibt es seit 1999 – es ist eines der ältesten in Deutschland. Es gibt auch Beratungsstellen, die helfen können: die Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung und das PLING Kollektiv. Die haben schon anderen Bezirken geholfen.
Beschluss:
Was soll passieren?
○ Wie viel Geld gab es seit 2016 für Jugend-Beteiligung?
○ Bei welchen Projekten wurden Kinder und Jugendliche gefragt?
○ Wie wurde das gemacht?
○ Wer arbeitet im Bezirk schon an dem Thema?
○ Was ist besonders in Hamburg-Mitte?
○ Was können wir für die Zukunft lernen?
○ Die Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung
○ Das PLING Kollektiv
○ Das Jugendparlament Horn
○ Und andere, die sich auskennen
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