Hamburger Neujahrsapfel - 100 Obstbäume für Hamburg-Nord Gezielte Pflanzung seltener Apfelsorten und Ausgleich absehbarer Bestandsverluste Antrag der AfD-Fraktion
Letzte Beratung: 15.01.2026 Bezirksversammlung Ö 6.1
Obstbäume leisten einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Qualität öffentlicher Grünflächen, zur Förderung der Biodiversität sowie zur Aufenthaltsqualität im urbanen Raum. Traditionelle und regionaltypische Apfelsorten sind darüber hinaus Teil des kulturellen Erbes und tragen zum Erhalt der Sortenvielfalt bei.
Die Beantwortung meiner Kleinen Anfrage zur Pflanzung und Verteilung von Obstbäumen auf öffentlichen Flächen in Hamburg-Nord zeigt, dass im Bezirk zwar zahlreiche Apfelbäume vorhanden sind, der überwiegende Teil jedoch lediglich als Malus spec. erfasst ist, also als Apfelbaum ohne bekannte oder dokumentierte Sorte. Mit anderen Worten: Eine gezielte Sortenstrategie, insbesondere für seltene und regionaltypische Apfelsorten, ist bislang nicht vorhanden.
Gleichzeitig sind einzelne der wenigen klar benannten, seltenen Apfelsorten im Bezirk durch konkrete städtebauliche und infrastrukturelle Planungen gefährdet. Dies betrifft insbesondere Apfelbäume im Bereich des Diekmoors in Langenhorn sowie in den Kleingartenanlagen am Goldbekkanal in Winterhude, deren Standorte im Zuge geplanter Vorhaben entfallen oder erheblich beeinträchtigt werden können. Damit droht der Verlust ohnehin sehr kleiner Bestände regionaltypischer Apfelsorten.
Aus diesen Gründen soll durch gezielte Neupflanzungen ein Ausgleich für absehbare Bestandsverluste geschaffen und die Sortenvielfalt im öffentlichen Raum systematisch gestärkt werden.
1. Das Bezirksamt Hamburg-Nord wird gebeten, im Rahmen der regulären Pflanzplanungen im Bezirk insgesamt 100 Obstbäume schrittweise an geeigneten öffentlichen Standorten zu pflanzen, vorzugsweise an gut zugänglichen Orten, die der Allgemeinheit dienen.
2. Die Pflanzungen sollen ausdrücklich auch dem Ausgleich absehbarer Verluste seltener und regionaltypischer Apfelsorten dienen, die insbesondere im Zusammenhang mit Planungen im Bereich des Diekmoors sowie der Kleingartenanlagen am Goldbekkanal entstehen oder entstehen könnten.
3. Für die Pflanzung sollen vorrangig, soweit standörtlich geeignet und verfügbar, folgende seltene bzw. regionaltypische Apfelsorten berücksichtigt werden: Finkenwerder Herbstprinz, Jakob Fischer, Luxemburger Renette, Kardinal Bea, Filippa sowie der Altländer Pfannkuchenapfel (Rote-Liste-Sorte).
4. Das Bezirksamt wird gebeten, geeignete Flächen im gesamten Bezirksgebiet zu identifizieren, insbesondere in Parks, Grünzügen, Wegeverbindungen, im Umfeld von Kleingartenanlagen sowie auf naturschutzfachlichen Ausgleichsflächen, soweit diese für die Pflanzung von Obstbäumen geeignet sind.
5. Es soll ein freiwilliges Patenschaftsmodell eingerichtet werden, in dem interessierte Bürger die Pflege einzelner Bäume unterstützen können. Die Verantwortung des Bezirksamts für Verkehrssicherung und fachgerechte Grundpflege bleibt hiervon unberührt.
6. Die Ernte der Obstbäume soll der Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen. Eine kommerzielle Nutzung der Erträge wird ausgeschlossen.
7. An geeigneten Standorten sollen in angemessenem Umfang Informationstafeln angebracht werden, die über die jeweilige Apfelsorte, deren Herkunft und Besonderheiten informieren sowie Hinweise zur freien Nutzung der Ernte enthalten.
8. Das Bezirksamt wird gebeten, über den Umsetzungsstand, die ausgewählten Pflanzstandorte sowie den Beitrag der Pflanzungen zum Ausgleich seltener Apfelsorten regelmäßig im zuständigen Ausschuss zu berichten.
Michael Schumann, Kilian Oltrogge, Robert Buck
AfD-Fraktion
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.