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AfD fordert! Errichtung eines Denkmals für Helmut Schmidt zur Würdigung seines entscheidenden Einsatzes bei der Sturmflutkatastrophe 1962 im Bezirk Harburg

Antrag

Sachverhalt

Begründung:In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 ereignete sich mit der Sturmflut 1962 eine der größten Katastrophen der Hamburger Stadtgeschichte. Über 300 Menschen verloren ihr Leben, davon sehr viele im Süderelbe-Bereich (Wilhelmsburg, Finkenwerder, Neuenfelde, Harburg). Weite Teile des Bezirks Harburg und der angrenzenden Elbinseln standen unter Wasser, Deiche brachen, Tausende Menschen waren eingeschlossen.Der damalige Innensenator Helmut Schmidt übernahm – obwohl zunächst außerhalb Hamburgs – entschlossen die Einsatzleitung. Gegen bürokratische Widerstände und in einer Situation des übergesetzlichen Notstands forderte er Hubschrauber der Bundeswehr und NATO-Partner an, koordinierte Rettungsmaßnahmen und leitete den Einsatz vor Ort mit hoher Energie und Umsicht. Sein Handeln rettete nachweislich unzählige Menschenleben und milderte das Leid in den besonders schwer getroffenen Harburger und Wilhelmsburger Gebieten erheblich.

Während es in Wilhelmsburg inzwischen ein Museum mit Sturmflut-Dauerausstellung und dem umgesetzten Mahnmal „Die Woge“ gibt, fehlt im Bezirk Harburg bis heute ein sichtbares Zeichen der Würdigung für diesen historischen Krisenmanager und Retter vieler Harburger Bürgerinnen und Bürger.

Ein Denkmal im Bezirk Harburg würde die Erinnerung an die Katastrophe und die daraus gezogenen Lehren für den modernen Hochwasserschutz wachhalten,

die Leistung Helmut Schmidts für die Menschen vor Ort würdigen,

einen identitätsstiftenden Beitrag für den Bezirk leisten.

Die AfD-Fraktion Harburg sieht in der Errichtung eines solchen Denkmals eine angemessene und überfällige Form des Gedenkens.


Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung Harburg möge beschließen:

Die Bezirksverwaltung Harburg wird beauftragt, die Errichtung eines angemessenen Denkmals oder einer Gedenkstätte für den damaligen Innensenator und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt im Bezirk Harburg zu prüfen und vorzubereiten.

Das Denkmal soll insbesondere an Helmut Schmidts unermüdlichen und entscheidenden Einsatz während der verheerenden Sturmflutkatastrophe vom 16./17. Februar 1962 erinnern, durch den unzählige Menschenleben – auch und gerade im Raum Harburg, Wilhelmsburg und umliegender Elbinseln – gerettet wurden.

Als besonders geeignete Standorte werden vorgeschlagen: der Bereich in der Nähe der alten Harburger Elbbrücke (heutige Wilhelmsburger Reichsstraße / Ernst-August-Schleuse),

das Gebiet „Flutende“ / ehemalige Deichbruchstellen im Harburger Bereich,

alternativ ein prominenter, öffentlich gut sichtbarer und historisch passender Ort im Bezirk Harburg oder angrenzend an stark betroffene Elbinsel-Gebiete.

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird gebeten,

a) schnellstmöglich jedoch bis spätestens zum 01.11.2026 einen Vorschlag für Standort, Gestaltung, Kostenrahmen und Finanzierungsmöglichkeiten (u. a. Bezirksmittel, Spenden, Stiftungen, Bürgerbeteiligung) vorzulegen,

b) eine Bürgerbeteiligung / Anhörung der Harburger Bevölkerung und relevanter Vereine durchzuführen,

c) mit der Helmut-Schmidt-Stiftung / Familie Schmidt sowie dem Museum Elbinsel Wilhelmsburg Kontakt aufzunehmen, um inhaltliche Abstimmung und Vermeidung von Doppelungen zu gewährleisten.


Lokalisation Beta
Wilhelmsburg Finkenwerder Neuenfelde Alte Harburger Elbbrücke Wilhelmsburger Reichsstraße

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