Frau Wolf begrüßt die Ausschussmitglieder und heißt insbesondere Frau Höflich von der CDU als neues Mitglied im JHA willkommen.
Sie stellt die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder fest: es sind 9 Stimmberechtigte.
Die Niederschriften vom 26.11. und 15.10.2025 liegen aufgrund der Erkrankung von Frank Loesaus noch nicht vor.
Es liegen keine Meldungen vor.
Frau Wolf leitet ein, dass der Ausschuss sich noch weiter mit den Ergebnissen der Umfragen im südlichen Schnelsen beschäftigen wolle.
Herr Dr. Langhein betont die Wichtigkeit von schulischer Unterstützung, die in den Antworten der Schülerinnen und Schüler deutlich geworden sei.
Frau Albers stellt den Kontext zum letzten JHA her und fragt, wie die Beschäftigung mit der Jugendhilfeplanung weiter gehen soll, nachdem in der Januar Sitzung die zweite Hälfte der Ergebnisse der Umfragen (die Erwachsenen) vorgestellt werden. Sie möchte wissen, ob sich die Politik beteiligen möchte und schlägt ein Workshop-Format vor.
Dies findet allgemeine Zustimmung der Politik. Alle Fraktionen wollen jemand schicken.
Auf Nachfrage von Frau Wolf zum zeitlichen Rahmen erklärt sich Frau Albers bereit, Vorschläge für ein Zeitfenster an alle zu schicken.
Steffi Weber als Koordination der Kinder- und Jugendhilfe für Geflüchtete präsentiert und erklärt umfassend ihren eigenen Aufgabenbereich, aber auch die gute Vernetzung rund um die Erstaufnahme (EA) Schmiedekoppel. Sie stellt heraus, wie gut die Kooperation der verschiedenen Angebote nun läuft, welchen Gewinn diese gelungene Kooperation für die Bewohner*innen bedeutet und dass sich die kleinen Angebote auch immer wieder flexibel anpassen, ja nach dem was gebraucht wird.
Frau Yousuf und Frau Albers ergänzen aus Sicht von ASD und Jugendamt, dass das HzE Aufkommen und die Anzahl der IO gering ist. Seit die Angebote besser koordiniert werden und auch f&w besser aufgestellt ist, erreichen den ASD deutlich weniger „KWG“-Meldungen.
Frau Nendza-Ammar bedankt sich für die Präsentation und betont ihre Freude über die positive Entwicklung. Sie selbst habe in ihrem Kontext wahrgenommen, dass einige Eltern Schwierigkeiten hätten, ihre Kinder in Angebote bzw. in Betreuung zu geben und es oft eine Skepsis geben würde. Frau Weber führt aus, dass es natürlich einer gewissen Aufklärungs- und Beziehungsarbeit samt Präsenz vor Ort bedarf, aber in der EA Schmiedekoppel die Angebote sehr gut genutzt würden.
Frau Schwarzarius bedankt sich ebenfalls und fragt nach Schutzkonzepten für die EA Schmiedekoppel und nach der Zusammenarbeit mit Plan International. Melanie Steinbach erklärt, dass f&w ein Kinderschutzkonzept für die Unterkünfte erstellt habe, das aber noch nicht für die EA gelte. Auf Nachfrage von Frau Schwarzarius betont Frau Steinbach, dass es ca. 3 Jahre gedauert habe bis das Kinderschutzkonzept erstellt worden sei. In der EA gibt es darüber hinaus einen kinderfreundlichen Raum (safe space).
Herr Dr. Langhein fragt, ob die Kinder in Kitas adäquat betreut werden und wirklich Deutsch lernen. Er habe gehört, dass durch das Werkstatt-System in vielen Kitas einige Kinder auf sich selbst gestellt seien und nichts lernen würden.
Frau Weber verweist auf die zuständigen Fachreferentinnen der Fachbehörde. Mehrheitlich wird betont, dass die Kinder sehr von der Kita profitieren und auch Deutsch lernen würden.
Auf die Frage von Herrn Wolters, wie es den Kindern denn in der Schmiedekoppel gehe, antwortet Frau Yousuf, dass das sehr unterschiedlich sei und eine generelle Aussage nicht möglich sei.
Frau Strauß (Gast und im BA für integrierte Stadtentwicklung zuständig) äußert sich ergänzend zur Situation in der EA Schmiedekoppel. Die Koordination von Steffi Weber sei eine sehr große Hilfe. Die EA sei derzeit nur zu ca. knapp 60% besetzt, was positive Effekte zeigen würde. Trotz der vielen guten Hilfsangebote und der guten Zusammenarbeit sei die Situation für viele Bewohner*innen schwierig, allein schon aufgrund ihrer Lebensumstände. Dass die Bewohner*innen sich relativ wohl fühlen würden, könne man auch daran erkennen, dass einzelne zurückkommen, auch wenn sie woanders wohnen und z. B. etwas für die Bewohner*innen der SDK anbieten.
Frau Weber ergänzt, dass die Anliegen der Familien schnell aufgegriffen und bearbeitet werden können. Frau Sommer betont, dass viele Kinder schon ein großes Päckchen mitbringen würden und ein therapeutische Resilienztraining viel helfen könnte. Gleichzeitig seien ihr Kinder begegnet, die sagten, sie seien froh, nun in der Unterkunft zu sein, wo es keinen Krieg gibt und sie ruhig schlafen könnten. Auch eine EA könnte als zu Hause empfunden werden.
Herr Wolters fragt nach, wieso Frau Weber bei FIT (Familieninterventionsteam in der BSFB) angebunden sei und was dies für die Arbeit bedeute. Frau Weber führt aus, dass sie lediglich organisatorisch an FIT angebunden sei und dies keine inhaltliche Bedeutung habe.
Frau Schrank bedankt sich für die Ausführungen und fragt nach, wie es sich mit der AIDS-Beratung verhalte. Frau Weber erklärt hierzu, dass diese Beratung im Rahmen des Frauengesundheitstages für alle angeboten worden war.
Frau Krüger betont, dass Kinder ein festes zu Hause benötigen und Wechsel grundsätzlich für Kinder schwierig seien. Insofern sei es schwierig, dass die Kinder zunächst in der EA, dann in einer Folgeunterkunft und später in einer Wohnung seien. Sie fragt nach der Verweildauer der Familien.
Frau Weber betont, dass es sich bei der Schmiedekoppel um eine Erstaufnahme handelt und auf jeden Fall noch ein Wechsel in eine Folgeunterkunft auf die Familien zukomme. Frau Strauß ergänzt, dass das Verfahren der Ankunft von geflüchteten Menschen mehrere Etappen beinhalten würde. So rechne man für den Aufenthalt im Ankunftszentrum ca. 2-5 Tage, den Aufenthalt in einer Erstaufnahme ca. 6-9 Monate, wobei teilweise noch ein Wechsel in eine andere EAs innerhalb Hamburgs erfolge müsse. Es sei der Wunsch aller, die Verweildauer in den Erstaufnahmen für Familien so kurz wie möglich zu halten und schnell eine Folgeeinrichtung zu finden. Durch die bestehenden Angebote in der Schmiedekoppel würde versucht werden, die unter diesen Umständen bestmögliche Bedingungen zu schaffen.
Frau Sommer ergänzt, dass es ein Ziel sei, eine größtmögliche Konstanz für die Kinder zu bieten und dazu gehöre es auch, die Kinder, wenn möglich, im bisherigen Schulkontext zu halten, auch wenn eine Verlegung erfolgt.
Frau Rolfes bedankt sich ebenfalls für den Vortrag und weist auf die fehlenden Mittel bei SIN und in der OKJA hin. Sie fragt nach dem Ausblick für 2026 unter diesen Bedingungen.
Frau Strauß bestätigt, dass die Kürzungen einige Unruhe ausgelöst hätten, aber es durch die internen Beratungen gelungen sei, die Stellenbesetzungen im bisherigen Umfang halten zu können. Alle Angebote für die Schmiedekoppel können erhalten bleiben. Es fehle aber an „Spielgeld“ (Sachmittel) für die Ausführung von Kinderangeboten. Hier wäre eine Idee von Seiten der Politik für eine Finanzierung wünschenswert.
Herr Schmidt-Tobler bedankt sich für die großartige Präsentation und Arbeit von Frau Weber und betont seinerseits die Bedeutung des Erhalts der Bezüge für die Kinder und die gute Arbeit von Schule und den Kitas.
Frau Sommer berichtet, dass nicht nur ihre Schule, sondern auch die anderen Stammschulen hier ein gutes Augenmerk auf die Kinder der Schmiedekoppel hätten. Zur Kita-Situation betont sie, dass die Auslastung der Kitas nicht mehr so hoch sei und es daher schneller möglich sei, einen Platz zu erhalten, zumal es für alle einen Anspruch auf einen 8-Stunden-Platz geben würde.
Auf die Frage von Herrn Schmidt-Tobler, wie sich denn die Kontaktmöglichkeiten von Kindern der Schmiedekoppel mit anderen Kindern gestalten würde, verweist Frau Strauß auf die Rahmenbedingungen der EA, die einen Zugang von Privatpersonen aus Sicherheitsgründen nicht möglich mache. Es gäbe auch bei den Familien eher das Bedürfnis, sich nach „außen“ zu orientieren und es würden entsprechende Anstrengungen unternommen, Kinder und Jugendliche entsprechend zu vernetzen, um eine Brücke in den Stadtteil zu schaffen. Auch in den Folgeunterkünften sei allein schon durch die beengten Wohnverhältnisse eine Orientierung nach außen nötig.
Herr Dr. Langhein betont seinerseits die Wichtigkeit, Deutsch erlernen und sprechen zu können, was aus seiner Sicht aufgrund der „Werkstattpädagogik“ in den Kitas nicht gewährleistet sei. Dem wird mehrheitlich widersprochen.
Frau Wolf fragt die Vortragenden, was der Jugendhilfeausschuss denn tun könne.
Frau Strauß erklärt, dass die Finanzierung der Erste-Hilfe-Kurse sehr hilfreich wäre, falls diese nicht anderweitig gesichert werden könne. Insgesamt sei es gerade in der jetzigen Situation sehr wichtig, den geflüchteten Menschen und denen, die mit ihnen arbeiten und sie unterstützen, gewogen zu bleiben. Frau Wolf stellt fest, dass dies auf jeden Fall für den JHA zuträfe und dass dieser sich für die erbetene Finanzierung, wenn es dazu komme, stark machen werde.
Es wird allgemein bekundet, dass dieser Art des Austausches wiederholt werden soll. Die Gäste werden verabschiedet.
Anlagen
TOP 4 Koordination für Kinder und Jugendhilfe für Geflüchtete (935 KB)
Ergebnisse Jugendhilfeplanung südl. Schnelsen:
Der Teil 2 (Erwachsene) wird im Januar 2026 im JHA vorgestellt.
Rückmeldungen zu Drs. 22-0979 („Haushaltsdrucksache“):
Die Ergebnisse der Trägerbefragung aus dem Spätsommer 2025 zur fehlenden Finanzierung liegen vor. Sie müssen noch bewertet und dann im JHA vorgestellt werden. Der Vorschlag der Verwaltung, dies gemeinsam vorzubereiten, wird begrüßt.
Frau Albers wird entsprechende Terminvorschläge für die Vorbereitung an die Mitglieder der AG zu Drs. 22-0979 versenden. Die Vorstellung soll im JHA im Februar 2026 erfolgen.
Auf die Frage nach einer Finanzplanung für 2026 verweist Frau Wolf auf den Umstand, dass es nicht um eine abschließende Finanzierung gehe und der Doppelhaushalt 2025/26 verabschiedet sei.
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Keine.
Herr Dr. Langhein gibt an, den Antrag grundsätzlich gut zu finden und fragt nach, ob es auch um das Kutscherhaus für die Pfadfinder gehe. Dies wird mehrheitlich verneint. Frau Wolf verweist darauf, dass das Kutscherhaus für die Jugendhilfe nicht zur Verfügung stehe und anderweitig zweckgebunden sei.
Herr Wolter fragt nach, wie denn die Bedarfe erhoben werden.
Frau Albers berichtet, dass es konkret um Renovierungs- und Sanierungsbedarfe gehe. Derzeit erfolge eine hamburgweite Erhebung der Kosten für Sanierungsbedarfe der OKJA-Immobilien.
Herr Wolter fragt nach dem konkreten Verfahren für die Erhebung.
Frau Albers berichtet, dass für einzelne Objekte bereits Kostenschätzungen für die Sanierung vorliegen. Diese habe man an den Federführer Hamburg-Nord gemeldet. Eine weitere Beschäftigung damit erfolgt ab dem neuen Jahr. Das Jugendamt sei bereits intensiv um zusätzliche Fördermittel für Sanierungsvorhaben bemüht. Der verwaltungsseitige Personalaufwand für die Durchführung und Begleitung mehrerer großer Sanierungs- und/oder Neubauprojekte sei erheblich und man stoße an Grenzen. Es sei eine große Herausforderung, die auch viel personelle Ressourcen und Fachwissen voraussetze.
Auf Nachfrage von Frau Wiebe bestätigt Frau Albers, dass sich das Jugendamt auch mit den Sanierungsbedarfen der Gebäude der Freien Träger befasse, hier aber im Unterschied zu den kommunalen Gebäuden nicht in der Rolle des Bauherren sei.
Frau Schwarzarius verweist auf den konkreten Wortlaut in der vorliegenden Drucksache, der keine Abgrenzung auf städtisch Immobilien vorsieht, was Frau Wolf bestätigt.
Frau Schwarzarius betont, dass alle Bezirke die Erhebung zum Sanierungsaufwand durchführen und sie diese Notwendigkeit auch für Eimsbüttel sieht.
Ergebnis: Der Antrag wird mit 9 von 9 Stimmen angenommen.
Abstimmungsergebnis:
Frau Wiebe fragt nach, wann es die Hinweise auf Notruftelefon „Gewalt gegen Frauen“ in allen behördlichen Toiletten geben würde, da sie selbst heute nichts entdecken konnte (Drs. 22-1192 07/25).
Frau Albers bittet um Nachsicht und stellt die Umsetzung baldmöglichst in Aussicht.
Frau Schwarzarius bittet um konkrete Rückmeldung an den JHA, wenn es so weit ist.