22-2112

Verbesserung der Angebots- und Beförderungsqualität auf der Linie A1 während der Umbauphase

Antrag

Sachverhalt

Im Zuge der seit Anfang 2023 laufenden Umbaumnahmen zur Elektrifizierung und künftigen Nutzung als S-Bahn (geplant ab 2028) wurde der Streckenverlauf der Linie A1 verkürzt. Statt der bisherigen Verbindung von Eidelstedt bis Neumünster (über Burgwedel, Bönningstedt und Kaltenkirchen) verkehrt die Linie derzeit nur noch zwischen Eidelstedt und Ulzburg Süd.

Zusätzlich werden auf der verkürzten Strecke nur noch sehr alte Triebwagen vom Typ VTA anstatt der vorher regelmäßig genutzten modernen Triebwagen vom Typ LINT 54 eingesetzt.

Trotz der umfangreichen Streckensperrungen in den Zeiträumen Januar bis August 2023
sowie September 2024 bis September 2025 und der damit verbundenen erheblichen
Einschränkungen durch Schienenersatzverkehr konnte für die Nutzer der Linie A1 kein verlässlich funktionierendes Angebot im öffentlichen Nahverkehr sichergestellt werden.

Auf der Linie A1 kommt es regelmäßig zu Zugausfällen und erheblichen Verspätungen. Dies führt insbesondere bei Berufspendlern sowie Schülern zu zusätzlichem Stress und spürbaren Zeitverlusten. Zudem mindert der über Jahre andauernde Einsatz veralteter und wenig attraktiver Triebwagen die Qualität des Angebots und begünstigt einen Umstieg auf den motorisierten Individualverkehr.

Darüber hinaus kommt es aufgrund der eingesetzten älteren Triebwagen regelmäßig zu
Kapazitätsengpässen. Insbesondere an Wochenenden mit lediglich halbstündigem Takt der für ein großstädtisches Umfeld ohnehin unzureichend ist hren Großveranstaltungen, etwa Fußballspiele des HSV, zu einer systematischen Überlastung der Züge. Bereits ab Burgwedel, spätestens jedoch ab Schnelsen, ist in Richtung Eidelstedt häufig keine Mitfahrt mehr möglich. Für Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrädern sowie insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen mit Gehhilfen oder Rollstühlen entsteht dadurch faktisch ein Mitfahrhindernis. Aber auch im werktäglichen Berufsverkehr sind die Züge stark ausgelastet; freie Sitzplätze sind in Richtung Eidelstedt oftmals bereits ab Burgwedel nicht mehr verfügbar.

Im Hinblick auf die seit langem erwartete Inbetriebnahme des Bahnhofs Schnelsen Süd zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 zunächst lediglich mit einem Zugang über den südlich gelegenen Brummerskamp ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen zu rechnen. Insbesondere die über 1.700 Schüler der Julius-Leber-Schule werden das zusätzliche Fahrgastaufkommen verstärken.Vor dem Hintergrund, dass der Bahnhof bereits im Jahr 2023 baulich fertiggestellt wurde, stellt sich hier zudem die Frage, ob eine frühere Inbetriebnahme möglich gewesen wäre.

Vor dem Hintergrund des bereits während der Umbauphase bestehenden Bedarfs an einer höheren Kapazität und Attraktivität der Linie A1 ist der schnellstmögliche Einsatz der größeren und moderneren Triebwagen des Typs LINT 54 ab dem Bahnhof Eidelstedt sinnvoll.Nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang, dass diese Fahrzeuge derzeit überwiegend auf der Linie A2 zwischen Norderstedt Mitte und Neumünster eingesetzt werden und dort auf dem Abschnitt bis Kaltenkirchen in Doppeltraktion verkehren, während die Linie A1 weiterhin mit deutlich geringerer Kapazität betrieben wird.

Vor dem Hintergrund der im Vergleich zu den nordwestlichen Stadtteilen Eimsbüttels sowie den dichter besiedelten Bereichen entlang der Linie A1 geringeren Nachfrage im Abschnitt Kaltenkirchen bis nördliches Norderstedt erscheint der derzeitige Fahrzeugeinsatz auf der
Linie A2 vergleichsweise überdimensioniert. Die dort eingesetzten Kapazitäten werden vielfach nicht ausgeschöpft, während auf der Linie A1 gleichzeitig ein erheblicher Kapazitätsmangel besteht.

Petitum/Beschluss

:

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung Eimsbüttel wird gebeten, eine Vertreterin bzw.
einen Vertreter der AKN Eisenbahn GmbH in eine der kommenden Sitzungen des
Ausschusses für Mobilität einzuladen,

(1) um über die Gründe der Ausfälle und Verspätungen sowie über Maßnahmen zur
Sicherung der Zuverlässigkeit während der Umbauphase der A1, der Verbesserung der Kommunikation mit den Fahrgästen sowie etwaige Lösungsansätze für zusätzliche Angebote bei Großveranstaltungen zu berichten.

(2) um über Möglichkeiten zu berichten, in der jetzigen Umbauphase modernere Triebwagen des Typs LINT 54, wie sie aktuell für die Linie A2 verwendet werden, für die von den Fahrgästen stärker frequentierte Linie A1 einzusetzen.

(3) um über Möglichkeiten zu berichten, die Streckenführung der A1 entsprechend der
S-Bahn während der Umbauphase bis nach Kaltenkirchen zu erweitern.

Nils Brunner, Hans-Hinrich Brunckhorst und CDU-Fraktion

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Schnelsen Brummerskamp

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