21-1649

Sichere Querung für Schülerinnen und Schüler sowie Seniorinnen und Senioren über Wendlohstraße auf Höhe Herzog-Bruno-Weg

Gemeinsamer Antrag

Letzte Beratung: 01.02.2021 Regionalausschuss Lokstedt/Niendorf/Schnelsen Ö 14.7

Sachverhalt

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler müssen auf dem Weg zur Grundschule Bindfeldweg sowie zum ebenfalls dort ansässigen Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum Eimsbüttel die Wendlohstraße queren. Gleichzeitig ist die Wendlohstraße eine viel und schnell befahrene, unübersichtliche Tempo 50-Straße, die besonders im morgendlichen Schul- bzw. Berufs­verkehr stark frequentiert wird – und eine Straße, über die es kaum sichere Querungsmöglich­keiten gibt.

Der Schulweg ist für die Entfaltung von Selbständigkeit bei Kindern enorm wichtig. Das zeigen nicht nur verkehrswissenschaftliche Studien, sondern das betont auch die Politik immer wieder (zuletzt im BV-Antrag „Verkehrssicherheit für Schülerinnen und Schüler auf ihren Schulwegen erhöhen“, Drs. 21-1224).

Neben Schülerinnen und Schülern werden vor allem auch andere schwächere und langsame­re Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer enorm eingeschränkt. Letztlich ist eine sichere Querung ein Erfordernis für eine inklusive Gesellschaft, die sich nicht am Recht der Stärkeren orientiert.

Eine deswegen von der Bezirkspolitik veranlasste polizeiliche Zählung auf Höhe Herzog-Bruno-Weg am 29. März 2019 kam zu dem Ergebnis, dass zwar die für einen Zebrasteifen erforderliche Mindestanzahl an KfZ (ab 200) deutlich überschritten wurde (491), die Anzahl der Zu-Fußgehenden, nämlich 50 pro Stunde (in der Hauptverkehrszeit) aber unterschritten wurde (Drs. 20-3603).

Diese Zählung stimmt weder mit den Erfahrungen der Eltern, der Anwohnerinnen und Anwohner noch mit der Einschätzung der Bildungsträger überein. Die Schulleitung wurde aktiv: Eine Zählung ergab, dass über 100 Kinder und Jugendliche auf der östlichen Seite der Wendlohstraße gemeldet sind (Grundschule 86, ReBBZ 15) und diese Straße also auf ihrem Schulweg kreuzen müssen, bisher an unterschiedlichen Stellen.

Sie benutzen den hinteren Eingang des Schulgeländes. Die Fortführung des hinteren Ein­gangs wiederum führt durch den Grünzug zur Wendlohstraße auf Höhe Herzog-Bruno-Weg. Außerdem kreuzt hier ein viel begangener, eigentlich zusammengehörender Spazierweg zwischen den Grünzügen, der sog. Ohl-Dörp-Ring. Gerade auch Seniorinnen und Senioren, Eltern mit Kinderwagen oder Laufrad-Kindern, die hier die Straße queren wollen, bringen sich (über einen sehr hohen Bordstein hinweg!) bei der Querung in gefährliche Situationen. Eine Bushaltestelle sorgt für weiteren Querungsverkehr.

Es ist davon auszugehen, dass die Einrichtung eines Zebrastreifens auf Höhe des Herzog-Bruno-Wegs den Querungsverkehr, der sich bisher auf verschiedene Stellen der Wendlohstraße verteilt, bündeln wird.

Petitum/Beschluss

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, die untere Verkehrsbehörde aufzu­fordern, auf Höhe des Herzog-Bruno-Wegs über die Wendlohstraße einen Zebrastreifen ein­zurichten.

1. Falls eine weitere Zählung notwendig ist, soll sie auch die Querenden im weiteren Verlauf berücksichtigen. Und falls die Zahlen nach den Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen (R-FGÜ 2001) wider Erwarten nicht ausreichen, soll zunächst gut­achterlich dargelegt werden, warum die oben genannten Gründe nicht als „begründete Ausnahmefälle“ nach R-FGÜ 2001, § 2.3, Punkt 3 gelten. In einem zweiten Schritt soll in diesem Fall dann dieser Zebrastreifen provisorisch eingerichtet werden und nach einem Jahr Normalbetrieb erneut gezählt werden und zwar möglichst bei fußgängerfreundlichen Wetter­bedingungen.

2. Prüfen, ob und inwieweit die Einmündung Hadermanns Weg so gestaltet werden kann, dass Autofahrer bei Abbiegevorgängen in Richtung Tibarg mehr auf querende Rad- und Fußgänger achten müssen,
3. eine Bestandsaufnahme der Straßen und Gehwege in der Wendlohstraße vorzunehmen und darzulegen, zu welchen Zeitpunkten hier welche Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei sollen insbesondere auch die hohen Bordsteine die eine große Stolpergefahr darstellen und schwierig für Familien mit Kinderwagen und Personen mit Gehhilfen sind auch an den Haltestellen Herzog-Bruno-Weg in Augenschein genommen werden.
4. Wie sich die Verkehrssituation – Anzahl der PKW/ Geschwindigkeiten - in der Wendlohstraße insgesamt seit den letzten Messungen entwickelt hat (Verlagerung der Verkehre durch Dauerbaustellen PSS und FES/ etc.)
5. dem RaLoNiS sind durch die Entsendung eines/er Referent*in bis zur Märzsitzung die Punkte 2-4 vorzustellen.

Sebastian Dorsch, Melanie Starken, Ali Mir Agha, Robert Klein und GRÜNE-Fraktion
Andreas Stonus, Christian Holst, Rüdiger Kuhn und CDU-Fraktion

Ernst Christian Schütt, Ines Schwarzarius und SPD-Fraktion

Bera­tungs­reihen­folge
Lokalisation Beta
Hadermanns Weg Tibarg Wendlohstraße Herzog-Bruno-Weg Bindfeldweg Schulweg

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.

Themen Beta

Die Themen werden automatisch anhand von Stichworten, Ausschüssen und Orten zugeordnet und können daher unvollständig oder falsch sein.