22-1936

Matching-Software für leerstehende Gewerbeimmobilien in Eimsbüttel nutzen Drs. 22-0921, Beschluss der BV vom 24.04.2025

Mitteilungsvorlage der/des Vorsitzenden

Sachverhalt


Die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation nimmt wie folgt Stellung:


Begriffsdefinition und -verständnis

Der Begriff „Gewerbefläche“ bezeichnet eine Fläche, die für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Dies umfasst sämtliche Flächen, die für wirtschaftliche Tätigkeiten wie Handel, Handwerk, Produktion oder Büroarbeit vorgesehen sind. Die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) versteht den Begriff „Gewerbefläche“ im Rahmen dieses Beschlusses synonym für Büro- und Ladenlokalflächen.

Vorbemerkung zum Einsatz und Kosten der LeAn Software in Hamburg:

Das Konzept der LeAn-Software basiert auf der Prämisse, dass ein effektives Leerstandsmanagement einen Beitrag zur Revitalisierung innerstädtischer Handelsimmobilien leisten kann und damit zur nachhaltigen Belebung der Innenstädte leisten kann. Die Software „LeAn“ ist sowohl als Open-Source-Variante als auch als Pro-Version erhältlich.

Die BWAIrdert derzeit Pilotprojekte zum Quartiersmanagement in drei Hamburger Bezirken.

Im Bezirk Bergedorf liegt der Schwerpunkt aufgrund hoher Leerstände auf der Nutzung der LeAn-Software zur digitalen Erfassung und Steuerung von Flächen. Die Datenerhebung hat dort gerade begonnen. Belastbare Aussagen zu Nutzen und Zielerreichung sind daher noch nicht möglich. Eine Evaluation kann nach Abschluss der Datenerhebung und einer ausreichenden Anwendungsdauer erfolgen.

Der Bezirk Bergedorf hat sich aus personellen und technischen Beweggründen für die kostenpflichtige Version entschieden. Im ersten Jahr der Softwarenutzung entstehen in Bergedorf unabhängig vom Personalaufwand und weiteren Kosten r die Bereitstellung Kosten in Höhe von rund 6.500 €.Mittel für den Erwerb von weiteren Nutzungsrechten für die Software LeAn, die über die Förderung dieses Projektes hinausgehen, stehen seitens der BWAI nicht zur Verfügung.

Die Behörder Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) prüfte im Rahmen des Projekts „Verborgene Potenziale Innenstadt“ (VPI) ebenfalls den Einsatz der LeAn-Software zur systematischen Erfassung von Leerständen und zur Unterstützung eines Ansiedlungsmanagements in der Hamburger Innenstadt. Der Ansatz wurde jedoch nicht weiterverfolgt, da die spezifischen Strukturen der Innenstadt, insbesondere die bestehenden Business Improvement Districts (BIDs), eine zentrale Erfassung und Nutzung von Daten erschwerten. In den BIDs sindprimär diese selbst die Interessen- und Datenträger, und die erhobenen Daten werden oft uneinheitlich und in der Regel nicht mit Dritten geteilt. Ob und in welchem Umfang einzelne BIDs die LeAn-Software nutzen, ist behördenseitig nicht bekannt.

Die Entscheidung, auf die Nutzung der LeAn-Software im Projekt VPI zu verzichten, resultierte auf dem hohen organisatorischen und personellen Aufwand, der für die kontinuierliche Leerstandsmeldung, Datenpflege und das Matching mit neuen Nutzungsideen erforderlich gewesen wäre.

Im Rahmen des Freiflächenprogramms 2021-2025 nutzte die Hamburg Kreativ Gesellschaft das Portal „FreiFlächen“, das in seiner Funktionsweise der Software LeAn ähnelt und darauf abzielt, Leerstände und potenzielle Mieter zusammenzubringen.

Prüfauftrag Bezirksversammlung:

  1. Die Einbindung der Gewerbeflächen im Bezirk in das System.

Die Nutzung der LeAn-Software erfordert die systematische Erfassung des Leerstands sowie eine kontinuierliche Pflege des Systems und ist mit entsprechendem Personalaufwand verbunden.

In Bergedorf erfolgt die Datenerfassung durch das Quartiersmanagement vor Ort. In Bezug auf Eimsbüttel mit mehreren Stadtteilzentren ist mit deutlich höherem Aufwand zu rechnen.

  1. Die Zusammenarbeit mit lokalen Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Gewerbetreibenden.

Eine zentrale Herausforderung besteht in der Kontaktaufnahme mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den Gewerbetreibenden und in der Förderung ihrer Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung. Dies zeigt sich unter anderem in den nach unserer Kenntnis gescheiterten Bemühungen des Bezirksamtes Eimsbüttel, durch gezielte Informations- und Austauschformate für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer die Beteiligung an einem Leerstandsmanagement zu steigern.

  1. Die personellen und technischen Voraussetzungen für eine Pilotphase.

Die LeAn GmbH bietet ihre Softwarelösung in zwei Varianten an. Seitens des Bezirksamtes ist zu prüfen, ob für den Einsatz der kostenfreien Version der LeAn-Software ausreichende personelle, technische und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt werden können. Darüber hinaus ist zu klären, ob der Einsatz der Software sowie die damit verbundene Vermittlung von Leerständen in dem von der Bezirkspolitik angestrebten Umfang rechtlich zulässig sind.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Hamburger Innenstadt

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