22-1916

„Implementierung von StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt im Bezirk Eimsbüttel - Prävention und Schutz bei häuslicher Gewalt“ Alternativantrag zu Drs. 22-1369

Antrag

Sachverhalt

Die Gewalt in Partnerschaften insbesondere gegen Frauen bleibt ein ernstzunehmendes und dringendes gesellschaftliches Problem.

Nach statistischen Erhebungen vom November 2025 gab es jährlich über 250.000 Fälle von häuslicher Gewalt, die sich überwiegend gegen Frauen richteten.Im Jahr 2024 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik 308 Frauen gewaltsam getötet, wobei in 60 % der Fälle der (Ex)-Partner oder Angehörige die Täter waren.

Trotz zahlreicher gesetzlicher Reformen, Ausbau von Beratungsstellen, erweiterten Kapazitäten in Frauenhäusern und verstärkten Schutzmaßnahmen hat sich an der grundsätzlichen Problemlage nur wenig geändert.

Die Dunkelziffer häuslicher Gewalt ist weiterhin sehr hoch, und das Thema immer noch von Scham, Angst und Tabuisierung geprägt.

Betroffene Frauen sehen sich häufig mit Verunsicherung und Hilflosigkeit konfrontiert, nicht selten kommt es zu Selbstvorwürfen oder gesellschaftlichen Schuldzuweisungen, die eine wirksame Unterstützung erschweren. Das soziale Umfeld und Nachbarschaften fühlen sich oftmals machtlos und wissen nicht, wie sie angemessen reagieren können. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass Betroffene in ihrem Leid gefangen bleiben und aus dem Kreislauf der Gewalt nicht ausbrechen können.

Das im Jahr 2006 von Prof. Dr. Sabine Stövesand an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) entwickelte StoP!-Projekt ist ein wissenschaftlich fundiertes und in der Praxis erfolgreich erprobtes Handlungskonzept, das präventiv und partizipativ wirkt.

StoP! wurde zunächst im Hamburger Stadtteil Steilshoop umgesetzt, wo es durch innovative Gemeinwesenarbeit, effektive Vernetzung und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit bundesweit Beachtung fand und mehrfach ausgezeichnet wurde sowohl in Deutschland als auch international, z.B. in Österreich.

Ziel von StoP! ist es, in Stadtteilen eine langfristige und nachhaltige Veränderung der gesellschaftlichen Einstellungen zu Partnerschaftsgewalt zu bewirken. Das Projekt fördert die Aktivierung von Nachbarschaften und zivilgesellschaftlichem Engagement, sensibilisiert Multiplikator*innen vor Ort und etabliert tragfähige Unterstützungsnetzwerke. Wesentlich ist das im Projekt entwickelte StoP-8-Schritte-Modell, das konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zurPrävention, Intervention und Nachsorge bei häuslicher Gewalt liefert.

Am 06.01.2026 hatte Frau Prof. Dr. Sabine Stövesand das Projekt im Sozialraumausschuss vorgestellt. Dabei wurde klar, dass vor einer Implementierung ein geeigneter Träger gefunden werden und die Finanzierung sichergestellt werden müsste.

Petitum/Beschluss

:

Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,

1. in den jeweiligen Stadtteilen geeignete Träger -und Trägernetzwerke, wie z.B. Bürgerhäuser zu identifizieren, welche das Projekt StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt implementieren können

2. prüfen zu lassen, welcheglichkeiten der Finanzierung für das Projekt in Betracht kommen, z.B. Quartiersentwicklungsfonds, RISE- Fördermittel. Ziel sollte es sein,mindestens ein Projekt für den Bezirk zu realisieren.

Benjamin Schwanke (FDP), Camilla Joyce-Thiele (FDP), Lea Fricke (FDP)

Anhänge

keine

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