Implementierung von StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt im Bezirk Eimsbüttel - Prävention und Schutz bei häuslicher Gewalt
Die Gewalt gegen Frauen in Partnerschaften bleibt ein ernstzunehmendes und dringliches gesellschaftliches Problem. In Deutschland wird nahezu jeden zweiten Tag eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner ermordet. Trotz zahlreicher gesetzlicher Reformen, Ausbau von Beratungsstellen, erweiterten Kapazitäten in Frauenhäusern und verstärkten Schutzmaßnahmen hat sich an der grundsätzlichen Problemlage nur wenig verbessert. Die Dunkelziffer häuslicher Gewalt bleibt sehr hoch, da das Thema weiterhin von Scham, Angst und Tabuisierung geprägt ist.
Betroffene Frauen sehen sich häufig mit Verunsicherung und Hilflosigkeit konfrontiert, nicht selten kommt es zu Selbstvorwürfen oder gesellschaftlichen Schuldzuweisungen, die eine wirksame Unterstützung erschweren. Das soziale Umfeld und Nachbarschaften fühlen sich oftmals machtlos und wissen nicht, wie sie angemessen reagieren können. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass Betroffene in ihrem Leid gefangen bleiben und aus dem Kreislauf der Gewalt nicht ausbrechen können.
Das 2006 von Prof. Dr. Sabine Stövesand an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) entwickelte StoP!-Projekt ist ein wissenschaftlich fundiertes und in der Praxis erfolgreich erprobtes Handlungskonzept, das präventiv und partizipativ wirkt. StoP! wurde zunächst im Hamburger Stadtteil Steilshoop umgesetzt, wo es durch innovative Gemeinwesenarbeit, effektive Vernetzung und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit bundesweit Beachtung fand und mehrfach ausgezeichnet wurde – sowohl in Deutschland als auch international, z.B. in Österreich.
Ziel von StoP! ist es, in Stadtteilen eine langfristige und nachhaltige Veränderung der gesellschaftlichen Einstellungen zu Partnerschaftsgewalt zu bewirken. Das Projekt fördert die Aktivierung von Nachbarschaften und zivilgesellschaftlichem Engagement, sensibilisiert Multiplikator*innen vor Ort und etabliert tragfähige Unterstützungsnetzwerke. Wesentlich ist das im Projekt entwickelte StoP-8-Schritte-Modell, das konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur Prävention, Intervention und Nachsorge bei häuslicher Gewalt liefert.
Vor dem Hintergrund der laufenden Stadtteilentwicklung Stellingen (RISE) bietet sich die Möglichkeit, das StoP-Konzept im Bezirk Eimsbüttel zu implementieren und den Schutz vor häuslicher Gewalt weiter zu stärken. Die Bezirksverwaltung in Eimsbüttel hat hier die Chance, ebenfalls Flagge zu zeigen und durch gezielte, innovative Präventionsarbeit und den Aufbau eines lokalen Unterstützungsnetzwerks betroffenen Frauen* konkrete Hilfe und Sicherheit zu bieten.
1. Prof. Dr. Sabine Stövesand oder eine andere fachkundige Person soll zeitnah in die Bezirksversammlung (BV) und /oder den RaSE eingeladen werden, um das StoP-Konzept sowie das praxisorientierte StoP-8-Schritte-Modell detailliert vorzustellen. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis und breite Unterstützung für das Projekt im Bezirk / Stadtteil zu erreichen
2. Das StoP-Konzept soll verbindlich als fester Bestandteil in das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung aufgenommen werden. Ebenso soll es in die Potenzial- und Problemanalyse des Stadtteils integriert werden, um die Relevanz häuslicher Gewalt als gesamtgesellschaftliches Thema sichtbar zu machen und ressortübergreifend zu bearbeiten
3. Im Anschluss sollen zur Etablierung des StoP-Projektes angemessene finanzielle Mittel sowie geeignete räumliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden (zum Beispiel im geplanten Bürgerhaus)
4. Im Rahmen der Stadtteilentwicklung Stellingen soll eine Ausschreibung bzw. eine beschränkte Bekanntgabe erfolgen, um einen geeigneten Träger zu finden, der mit der Umsetzung des StoP-Handlungskonzeptes im Stadtteil beauftragt wird. Parallel dazu soll einer oder mehreren Personen die Möglichkeit eröffnet werden, an der qualifizierenden StoP-Fortbildung teilzunehmen, um lokale Expertise aufzubauen
Myriam Schrank
und Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Eimsbüttel
keine
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