Ein Stadtteilhaus für Sülldorf: Altes S-Bahnhofsgebäude erhalten! Antrag der Fraktion DIE LINKE
Letzte Beratung: 09.07.2026 Hauptausschuss Ö 4
Die Deutsche Bahn AG plant einen umfassenden Umbau des S-Bahnhofes Sülldorf. Zwei Bauvorhaben sind hier angekündigt: Die Modernisierung der Signal- und Stellwerkstechnik und der Abriss des Bahnhofes Sülldorf.
Mit der Mitteilungsdrucksache 21-5142.1 als Antwort auf den Beschluss 21-4965B wurde bereits 2024 klar, dass es sich bei dem Bestandsgebäude nicht um ein Denkmal handelt (Mitteilung der Behörde für Kultur und Medien).
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) teilte damals mit, dass das historischeStellwerk abgebaut und für Ersatzteile weiterverwendet wird. Des Weiteren teilte die BVM mit:
„Anhand der verhältnismäßig geringen Frequentierung der Verkehrsstation und des Leerstands der Miet-Ladenfläche (z.B. Kiosk, Blumenladen) besteht seitens der Deutschen Bahn kein Interesse an einer Weiterverwendung der Bestandsgebäude als Mietobjekt. Daher hat sich die Deutsche Bahn entschieden, mit der freiwerdenden Fläche des Bahnhofvorplatzes den Mehrwert für die Kund:innen zu steigern, die Mobilitätswende zu fördern und die Attraktivität für das Fahrrad in der Nahmobilität („Letze Meile“) zu forcieren, indem die freiwerdende Fläche als großzügige Bike & Ride Abstellanlage hergestellt wird. Zudem ist eine Eventfläche für mobile Verkaufsstände (bspw. Erdbeer-/Spargelverkaufsstand oder Foodtruck) vorgesehen.“
Aktuell regt sich in Sülldorf Widerstand gegen den Abriss des historischen Gebäudes wegen eines temporären Verkaufsstandes. Die geplante Bike & Ride-Abstellanlage könnte auf dem weitläufigen Gelände an einer anderen Stelle realisiert werden.
Das SülldorfForum - der inoffizielle Stadtteilbeirat, der sich aus Anlass des 750-jährigen Bestehens Sülldorfs gegründet wurde und seit 2006 besteht - lehnt mit einer Stellungnahme den Abriss des Sülldorfer Bahnhofs ab und schlägt die Umwandlung des Bahnhofgebäudes in einen Stadtteilmittelpunkt vor.
Seitdem in den 70er Jahren die ehemals ländliche Sülldorfer Landstraße zu einer vielbefahrenen, vierspurigen Bundesstraße ausgebaut wurde und mit der fortschreitenden Magistralenbebauung macht sich in Sülldorf das Fehlen eines Ortskerns bemerkbar. Der wachsende Stadtteil verfügt nur über wenige Sozial- und Kultureinrichtungen und über kein eigenes Stadtteilzentrum. Es ist zu erwarten, dass die Kundenfrequenz am S-Bahnhof Sülldorf u.a. wegen der zunehmenden Magistralenbebauungzukünftig steigen wird.
Ein Ankauf des Bahnhofsgebäudes durch die Stadt wäre für den städteplanerisch bisher vernachlässigten Stadtteil eine Chance, sich neu auszurichten. Ein Stadteilzentrum ist immer auch eine Investition in Demokratie, Kultur und Gemeinschaft eines Stadtteils.
Viele alte Bahnhofsgebäude wurden erfolgreich zu florierenden Kulturzentren umgebaut.
Der Antrag ist dringlich und gemäß § 15 Abs. 3 BezVG durch den Hauptausschuss anstelle der Bezirksversammlung zu entscheiden, da ein regulärer Beschluss durch die nächste Sitzung der Bezirksversammlung am 24. September 2026 zu spät für eine Einbringung dieses Anliegens im laufenden Aufstellungsverfahren des Doppelhaushalts 2027/2028 wäre.
Vor diesem Hintergrund beschließt der Hauptausschuss gemäß § 15 Abs. 3 BezVG anstelle der Bezirksversammlung:
I. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie die Behörde für Kultur und Medien werden gem. § 27 BezVG aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass folgende Punkte umgesetzt werden:
1. Bei der Deutschen Bahn AG einen sofortigen Stopp der Abrissplanungen des Bahnhofs Sülldorf zu erwirken und die Planung so zu verändern, dass die Bike & Ride-Anlage an anderer Stelle realisiert wird.
2. Einen Ankauf des Gebäudes durch die Stadt und eine Übernahme der Verwaltung durch die Sprinkenhof AG zu erwirken
3. Mittel für den Erwerb und die Sanierung des Gebäudes auch im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushalts 2027/2028 einzuwerben und bereit zu stellen.
II. Das Bezirksamt Altona wird gem. § 19 BezVG aufgefordert,
1. Mittel für die Sanierung des Gebäudes einzuwerben und bereit zu stellen;
2. eine Bürgerbeteiligung und Gespräche mit dem Sülldorfer Forum und den Einwohner:innen des Stadtteils zu führen, um ein tragfähiges Konzept für ein neues Stadtteilhaus zu erarbeiten. Als Teil des Konzeptes ist auch der Betrieb eines Cafés mit Außengastronomie, eine Verkaufsstelle für Reisebedarf etc. möglich;
3. Mittel für den Betrieb eines Stadtteilhauses Sülldorf einzuwerben und bereit zu stellen.
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Der Hauptausschuss wird um Zustimmung gebeten.
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