22-1746

Alternativantrag zur Drucksache 22-1438 „Fortschreibung und Aktualisierung des Gewerbeflächenkonzepts für den Bezirk Eimsbüttel“: Eimsbüttel im Wandel - Wege zu einer qualifizierten Gewerbeflächenentwicklung

Antrag

Letzte Beratung: 13.01.2026 Stadtplanung Ö 5.2

Sachverhalt

Eimsbüttel befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Der Druck auf bezahlbaren Wohnraum, der Wandel der lokalen Ökonomie, der Anspruch an klimagerechte Mobilität und die zunehmende Verdichtung machen deutlich: Klassische Flächenpolitik stößt an ihre Grenzen. Für einen urbanen Bezirk wie Eimsbüttel braucht es jetzt ein nachhaltiges, qualitatives und strategisches Flächenmanagement, das Räume nicht isoliert betrachtet, sondern im Sinne eines integrierten Stadtumbaus weiterdenkt.

Eine moderne Stadtentwicklung setzt auf das Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten, Gemeinbedarf und Mobilität. Eimsbüttel kann hier zum Modellbezirk werden: Durch klimaresiliente Nutzungsstrukturen, durch Kreislaufansätze im Bauen, durch eine konsequent flächensparende Entwicklung und durch die Priorisierung gemischter Quartiere, die soziale, ökologische und ökonomische Funktionen miteinander verbinden.

Die Fortschreibung des Gewerbeflächenkonzepts bietet die Chance, den Schritt von einer reinen Bestandsanalyse hin zu einer strategischen, zukunftsgerichteten Flächenentwicklung zu gehen. Dabei braucht es nicht nur eine Aktualisierung der Zahlen, sondern ein grundsätzlich neues planerisches Leitbild.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe und Start-ups benötigen ein Umfeld, das ihnen wohnortnahe, bezahlbare und langfristig gesicherte Räume sichert und das gleichzeitig die Lebensqualität der Quartiere verbessert. Ein modernes Konzept muss daher über reine Gewerbesicherung hinausgehen und qualitative Kriterien, ökologische Standards und innovative Nutzungstypologien in den Mittelpunkt stellen.

Zudem ist unübersehbar, dass die Konkurrenz um Flächen in den letzten Jahren weiter zugenommen hat. Gleichzeitig besteht politischer Konsens, dass Wohnen und Arbeiten stärker integrativ gedacht werden müssen. Neue Formen des Miteinanders etwa Wohnen über Gewerbe, Nutzungsmischungen im Blockinnenbereich oder die Umnutzung versiegelter Bestandsflächen zeigen, dass der Bezirk sich von starren Nutzungskategorien lösen und flexiblere Konzepte entwickeln muss.

Das bestehende Gewerbeflächenkonzept aus 2017/2018 kann angesichts der veränderten Rahmenbedingungen von Klimaschutz über Mobilitätswende bis hin zu Digitalisierung und neuen Arbeitsformen weder die aktuellen Herausforderungen abbilden noch strategische Antworten geben. Darum braucht Eimsbüttel jetzt eine Fortschreibung, die nicht nur fortschreibt, sondern vorausblickt, priorisiert und qualitativ steuert.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksamtsleitung wird gebeten in einem der nächsten Sitzungen des Stadtplanungsausschusses zu berichten, wie eine Neukonzeptionierung des Gewerbeflächenkonzeptes gelingen könnte und wie dafür eine Zielfindung, ein Verfahren und eine Zeitschiene im Rahmen der zur Verfügung stehenden Personalressource sich gestalten könnte.

Ali Mir Agha und GRÜNEN-Fraktion
Gabor Gottlieb und SPD-Fraktion

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
13.01.2026
Ö 5.2
Anhänge

keine

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