22-0851

Umgestaltung der Alten Holstenstraße – Vorbereitung der Verschickung der verkehrsplanerischen Unterlagen

Beschlussvorlage

Sachverhalt

In seiner Sitzung am 02.04.2025 nahm der Stadtentwicklungsausschuss das Ergebnis des nicht offenen, einphasigen, freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs für die Neugestaltung der Alten Holstenstraße zur Kenntnis und beschloss die Fortführung der Projektentwicklung zusammen mit der Kirchengemeinde (Drucksache 21-2039.01).

Die Alte Holstenstraße bildet als Teil der historischen Achse zwischen Lohbrügge und Bergedorf einen zentralen Baustein der Bergedorfer Innenstadt. Das Innenstadtkonzept Bergedorf (Beschluss Drucksache 21-0500) sowie das Integrierte Entwicklungskonzept RISE-Fördergebiet Zentrum Bergedorf (Beschluss Drucksache 22-0269) benennenr diesen Bereich die Notwendigkeit einer funktionalen und gestalterischen Aufwertung des öffentlichen Raums, der Stärkung der Aufenthaltsqualität sowie der Verbesserung der verkehrlichen Vernetzung. Besonders hervorgehoben werden die Schaffung zusätzlicher Gnräume, die Öffnung der Zugänge zum Wasser sowie die barrierefreie Gestaltung des Straßenraums. Die strategischen Leitlinien des Konzepts fordern eine gute Vernetzung nach innen und außen durch attraktive Freiraum-, Wege- und Radverbindungen sowie die Gestaltung des öffentlichen Raums als urbanes Herz, das Begegnung ermöglicht und die Identität des Ortes stärkt.

Der Siegerentwurf von POLA Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin, überzeugte durch eine innovative Verbindung historischer Identität und zeitgemäßer urbaner Gestaltung, insbesondere durch die Schaffung einer einladenden Öffnung zur Wasserkante des Schlossteichs. Das Preisgericht formulierte dabei Überarbeitungsempfehlungen, die im weiteren Planungsprozess zu berücksichtigen sind.

Auf Basis des Siegerentwurfs und unter Einbeziehung der Überarbeitungsempfehlungen wurde die Planung weiterentwickelt. Der bestehende Verlauf der Bergedorfer Schloßstraße wurde grundsätzlich erhalten. Die Materialität wurde im Sinne einer strukturell einheitlicheren Ausprägung unter Würdigung der Barrierefreiheit und ortsspezifischer Gegebenheiten angepasst. Das Konzept zur Durchgrünung wird unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen sowie des Aspekts der Veranstaltungen weiter detailliert. Die Dimensionierung und Ausformung der Steganlage wird in einem separaten Schritt geprüft und optimiert, um den denkmalgeschützten und wasserrechtlichen Kontext angemessen zu berücksichtigen. Die Abstimmungen mit der Kirchengemeinde werden intensiv geführt und in Hinblick einer gemeinsamen Planung derzeit eng abgestimmt.

Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich daher nur auf die verkehrsplanerischen Schwerpunkte, die für die anstehende Verschickung von besonderer Relevanz sind. Die Themen Steg-Anlage und Kirchenumfeld werden weiterhin berücksichtigt, jedoch in einem separaten Genehmigungsprozess behandelt.

Konkrete Planung für die Umgestaltung der Alten Holstenstraße

Die verkehrsplanerische und straßenbauliche Konzeption für die Neugestaltung der Alten Holstenstraße verfolgt das Ziel, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum deutlich zu steigern und die Bedürfnisse aller Nutzergruppen insbesondere Fußngerinnen, Radfahrende, Anlieger und Lieferverkehr ausgewogen zu berücksichtigen. Im Zuge der Planung wird die Bergedorfer Schloßstraße als Tempo-20-Zone ausgewiesen, um die Verkehrsberuhigung zu fördern und die Sicherheit für Fußngerinnen und Radfahrende zu erhöhen in enger Abstimmung und Verknüpfung zum angrenzenden Projekt Umgestaltung Bergedorfer Schloßstraße, Vinhagenweg und Abschnitteder Chrysanderstraße (Drucksache 22-0678). Die Gestaltung der Kreuzungsbereiche erfolgt schwellenlos, wodurch die Vorrangstellung des Fußverkehrs betont und barrierefreie Querungen ermöglicht werden.

Die Fahrspur der Alten Holstenstraße wird im historischen Straßenverlauf mit ortstypischem, geschnittenem Natur-Großsteinpflaster (Granit/Gneis) im Reihenverband ausgeführt. Diese Materialwahl gewährleistet eine hohe Langlebigkeit, eine gute Befahrbarkeit für den Radverkehr und eine ortsbildprägende Gestaltung. Neben- und Platzflächen erhalten ein neues Natursteinpflaster im wilden Verband, das sich farblich und gestalterisch an den historischen Fassaden orientiert. Die Ausführung der Beläge ist auf eine hohe Dauerhaftigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Barrierefreiheit: Alle Flächen werden möglichst schwellenlos und mit DIN-gerechtem Gefälle ausgeführt, um die Anforderungen an barrierefreies Bauen zu erfüllen. Taktile Elemente und abgesenkte Einfassungen erleichtern die Orientierung für mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Menschen.

Im Rahmen der Neugestaltung werden die Vegetationsflächen im Straßenraum deutlich vergrößert. Diese gezielte Entsiegelung trägt wesentlich dazu bei, die Aufheizung von Städten und Straßenräumen zu reduzieren und das Mikroklima nachhaltig zu verbessern. Die Maßnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung und macht den Straßenraum zukunftsfähig und klimaresilient.

Das Regenwassermanagement: Oberflächenwasser wird gezielt über Muldensteine und spezielle Abläufe abgeleitet. In den Sommermonaten kann das Wasser dezentral in die belebte Oberbodenzone versickern, während im Winter eine geregelte Ableitung über das Leitungsnetz erfolgt. Notabläufe sichern die Funktion auch bei Starkregenereignissen.

Die Flächenaufteilung und Erschließung sind so gestaltet, dass temporäre Nutzungen wie Stadtfeste und Außengastronomie weiterhin möglich sind und die Erreichbarkeit für Liefer- und Rettungsfahrzeuge gewährleistetbleibt. Die notwendigen Durchfahrtsbreiten für Feuerwehr und Rettungsdienste werden eingehalten. Die Anordnung von festen und versenkbaren Pollern verhindert unbefugte Zufahrten, ohne die Erreichbarkeit für Einsatzfahrzeuge zu beeinträchtigen.

Durch die Wiederverwendung von vorhandenem Pflastermaterial wird sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Nachhaltigkeit des Projekts gestärkt. Die Bauabschnitte werden so geplant, dass die Erreichbarkeit der anliegenden Gebäude und Betriebe während der Bauzeit sichergestellt bleibt.

Insgesamt setzt die Neugestaltung der Alten Holstenstraße das Wettbewerbsergebnis konsequent in eine moderne, nachhaltige und barrierefreie Straßenraumgestaltung um. Die Maßnahmen fördern die Aufenthaltsqualität, die Verkehrssicherheit und die Klimaanpassung im Quartier und berücksichtigen die Belange aller Nutzergruppen.

Der Planungsstand zur verkehrsplanerischen Vertiefung wird im Ausschuss entsprechend vorgestellt.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Der Fachausschuss für Verkehr und Inneresnimmt den Stand zur Kenntnis und beauftragt die Bezirksamtsleiterin, die aufbauenden Schritte zur Projektentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der verkehrsplanerischen Aspekte durchzuführen, die Verschickung der verkehrsplanerischen Unterlagen vorzubereiten und dem Ausschuss zu gegebener Zeit über den Fortgang der gesamten Planung zu berichten.

Anhänge

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Lokalisation Beta
Alte Holstenstraße Lohbrügge Schloßstraße Bergedorfer Schloßstraße

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