21-1613

Fortführung der Projektidee LAura im Bezirk Bergedorf

Antrag

Bera­tungs­reihen­folge
Gremium
TOP
26.01.2023
Ö 11.5
Sachverhalt

Antrag der BAbg. Brodbeck, Krönker und Fraktion GRÜNE Bergedorf,

der BAbg. Gündüz und SPD-Fraktion,

der BAbg. Jacobsen, Kubat und FDP-Fraktion

 

Das Projekt Laura (Lernen und Arbeiten im Quartier für Frauen aus aller Welt) mit Laufzeit von 2019 bis 2022 richtete sich an Frauen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen in Bergedorf. Ziel war es, dass die Frauen nach Absolvieren eines neunmonatigen Kurses einen Arbeitsplatz finden. Dazu wurden in einem ersten Schritt die individuellen beruflichen Voraussetzungen und Ziele herausgearbeitet. Innerhalb des Kurses konnten gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen die Deutsch- und Fachkenntnisse vertieft werden. Bei individuellen Coachings wurden die beruflichen Ziele geschärft und die Teilnehmerinnen bei der Erstel­lung von Bewerbungsunterlagen unterstützt.

 

Das Projekt wurde in der gesamten Laufzeit im Rahmen des Bundes-ESF-Programms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) gefördert. Kofinanziert wurde es durch die Hamburger Sozialbehörde und die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Beantragt und geleitet wurde das Projekt durch das Bezirksamt Bergedorf. Die durchfüh­renden Träger waren die SBB Kompetenz gGmbH und der IN VIA Hamburg e.V. Das Projektende war am 31.12.2022.

 

Im Projekt wurden insgesamt 384 Frauen erreicht, davon 257 im Intensivkurs und 127 in Workshops. Von den 257 Frauen im Intensivkurs konnten 27 % direkt in Arbeit, Aus- und Weiterbildung und 20 % in Praktika vermittelt werden. Diese Erfolge erzielte das Programm auch aufgrund der aus dem Vorgängerprojekt LuTZi erwachsenen reichhaltigen Vernetzun­gen im Quartier (Lern- und Trainingszentrum für Frauen aus aller Welt, 2015-2018). Das Pro­gramm hatte neben den vielen engen Verbindungen zu den Arbeitgeber:innen im Bezirk auch enge Vernetzungen mit dem Jobcenter aufgebaut. Damit diese wertvollen Vernetzun­gen nicht verloren gehen und weitere Frauen mit Migrationserfahrung im Quartier lernen und arbeiten können, bedarf es, dass das Bezirksamt Bergedorf sich für eine Neuauflage dieses Projektes aus den Bundesmitteln bewirbt.

 

Die Bedeutung der Fortsetzung des Programmes liegt in einer Zeit des allgemeinen Fach­kräftemangels nahe. So waren deutschlandweit im September 2022 über 873.000 offene Arbeitsstellen gemeldet. Da stabile Arbeitsverhältnisse auch als ein Baustein erfolgreicher Integration gelten, lässt ein solches Projekt die Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland auf diesem Wege mehrfach profitieren.

 

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird im Januar 2023 eine Richtlinie zur neuen Laufzeit des Bundes-ESF-Programm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) erlassen. Bereits jetzt ist bekannt, dass die Bedingungen in etwa denen der Vergangenheit entsprechen werden. Beide Träger, sowohl die SBB Kompetenz gGmbH als auch die IN VIA Hamburg e.V., haben ausgesprochenes Interesse an einer Neuauflage des Programmes. Somit wäre es voraussichtlich ab spätestens Juli/August möglich, das Pro­jekt im Bezirk aus den Bundesmitteln zu realisieren. Für diese Neuauflage ist es erforderlich, dass das Bezirksamt zusammen mit den Trägern einen Antrag auf Mittel aus dem Bundes-ESF-Programm BIWAQ erarbeitet und nach dem Erlass der entsprechenden Programmricht­linie einreicht.

 

 

Petitum/Beschluss

1. Die Bezirksamtsleiterin wird gebeten, sich zwecks Neuauflage des ausgelaufenen Projekts LAura mit allen Partner:innen in der Stadt Hamburg in Verbindung zu setzen, um Res­sourcen und Mittel für eine mögliche Antragstellung im Rahmen des Bundes-ESF-Pro­gramms BIWAQ  2023-2026 zu sichern.

2. Die Bezirksamtsleiterin informiert über den Stand Ihrer Bemühungen und den weiteren geplanten Fortgang in der Märzsitzung 2023 des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration.

 

 

Anhänge

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