Kleine Anfrage
der BAbg. Zaum, Wegner, Garbers und der CDU-Fraktion
In Bergedorf sind mehrere Gebiete vom Eichenprozessionsspinner besiedelt. Speziell die Brennhaare der Raupen können schwere allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot hervorrufen. Gerade am beliebten Eichbaumsee wäre daher eine intensive und ökologische Bekämpfung ratsam um Badegäste, aber auch Hunde in der Freilauffläche, zu schützen.
Die höchste Gefahr besteht von Mai bis Juli, da die Raupen ab dem 3. Stadium viele Brennhaare ausbilden. Ende Juli bis Anfang August, wenn die Raupen sich verpuppt haben und zu Faltern geschlüpft sind, ist die Gefahr aber noch nicht vorbei, da die Nester und deren gefährliche Härchen oft über Jahre (2 bis 4 Jahre) an den Bäumen verbleiben.
Um die natürliche Bekämpfung zu unterstützen, wurden in Bergedorf und anderen Kommunen Nistkästen für Meisen und Fledermäuse aufgehängt. Auch das Anlegen von Blühstreifen fördert Nützlinge, die als Gegenspieler des Eichenprozessionsspinner fungieren.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
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Wie viele Bäume waren im Jahr 2024 und 2025 befallen und welche Straßenbereiche sind betroffen?
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Gibt es gegenüber den Jahre 2023 neue Bereiche befallener Bäume? Wenn ja, welche und sind dort Warnschilder aufgestellt worden?
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Wurden seit 2023 neue Warnschilder aufgestellt? Wenn ja, wo? Wenn nein, warum nicht?
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Von wie vielen Bäumen wurden 2024 und 2025 die Eichenprozessionsspinner abgesaugt?
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Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten für das Absaugen eines Baums?
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Sind die aufgestellten Meisenkästen im Eichbaumpark und am Vierländerdamm zwischen, Fersenweg und Spielplatz Gleisdreieck, noch vorhanden? Wenn nein, warum nicht?
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Wurden zwischenzeitlich weitere Meisenkästen angebracht? Wenn ja, wo und wie viele?
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Wir hoch sind die Kosten für das Anbringen eines Meisenkastens?
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Laut Antwort auf eine Anfrage Jahr 2022 war eine regelhafte Überprüfung der aufgehängten Meisenkästen angedacht, wurde aber nicht umgesetzt. Findet diese zwischenzeitlich statt? Wenn ja, wie oft? Wenn nein, warum nicht?
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Hat das Bezirksamt gesicherte Erkenntnisse darüber, ob die Meisenkästen Einfluss auf die Population des Eichenprozessionsspinners haben? Wenn ja, welche?
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Auch Blühstreifen sollen einen Einfluss auf die Population des Eichenprozessionsspinners haben? Ist dies dem Bezirksamt bekannt und welche Handlungsoptionen werden hieraus abgeleitet?
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Im Jahr 2023 wurde seitens des Bezirksamts Kontakt zur Hochschule Anhalt aufgenommen, die eine Studie zur Effizienz von Bekämpfungsmethoden des Eichenprozessionsspinners und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität begonnen hatte. Bis dato wurden jedoch von dort keine Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Wurde erneut Kontakt mit der Hochschule Anhalt aufgenommen? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, konnten hieraus Erkenntnisse zur Bekämpfung gewonnen werden und werden diese zukünftig berücksichtigt? Wenn ja, welche?
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Gibt es weitere Idee oder Initiativen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Bergedorf?
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Im Biosphärenreservat Drömling, einem stark befallenen Gebiet mit gewissem Vorbildcharakter i. S. Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, wurde über viele Jahre versucht, mittels nachhaltiger Präventivmaßnahmen und Bekämpfungsmethoden gegen ihn vorzugehen. Laut Pressemeldungen wird er dort dieses Jahr wieder mit Bioziden bekämpft. Hat dies Einfluss auf das Vorgehen des Bezirksamts? Wenn ja, in welcher Weise? Wenn nein, warum?