Baumspenden im Bezirk Bergedorf - "Mein Baum, meine Stadt"
Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.2
Auskunftsersuchen
der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo, Basener und Fraktion der GRÜNEN
Bäume sind kritische Infrastruktur für eine klimaresiliente Stadt. Sie kühlen überhitzte Straßen, binden CO₂, filtern Feinstaub, speichern Regenwasser und schaffen Lebensräume für Insekten und Vögel. Angesichts zunehmender Hitzesommer und Starkregenereignisse ist ein gesunder, wachsender Stadtbaumbestand eine dringende Notwendigkeit.
Der Bezirk Bergedorf wird dieser Notwendigkeit derzeit nicht gerecht. Die geltende Nachpflanzquote von 1:1,5 wird im Bezirk eingehalten und es werden dazu keine Maßnahmen ergriffen die Zielquote zu erreichen. Der Baumbestand wächst damit nicht substanziell und ein spürbarer ökologischer Zugewinn bleibt damit aus.
Vor diesem Hintergrund kommt dem Senats-Programm „Mein Baum – meine Stadt", bei dem Bürger*innen seit 2011 die Pflanzung von Straßenbäumen finanziell unterstützen können, im Bezirk Bergedorf besondere Bedeutung zu. Baumspenden sind eine Möglichkeit, zivilgesellschaftliches Engagement direkt in ökologischen Mehrwert zu übersetzen und gleichzeitig ein Zeichen zu setzen, dass der öffentliche Raum allen gehört und gemeinsam gestaltet werden kann.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft und das Bezirksamt Bergedorf:
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft nimmt zum o.g. Auskunftsersuchen zu den Punkten 1., 3., 4., 6. und 9. a) und b) wie folgt Stellung:
Das Bezirksamt Bergedorf ergänzt zu den Punkten 2., 5., 6., 7. b), 8. b), 9. b) und 10.:
Kampagnenjahr* |
|||||||||
Bezirk |
2016 |
2017 |
2018 |
2019 |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
2024 |
Bergedorf |
97 |
142 |
95 |
273 |
250 |
182 |
230 |
157 |
100 |
*Kampagnenjahr entspricht nicht Kalenderjahr |
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Die Pflanzkampagnen entsprechen nicht dem Kalenderjahr. Die Pflanzungen werden von Oktober bis Anfang Mai durchgeführt. Die Auswertung für die Kampagne 2025 ist noch nicht abgeschlossen und erfolgt im 2. Quartal 2026
Die Auswahl erfolgt auf Grundlage der Ersatzpflanzliste für Straßenbäume. In die mein Baum meine Stadt-Liste werden ausschließlich jene Standorte aufgenommen, bei denen zum Zeitpunkt der Erstellung feststeht, dass eine Baumpflanzung realisiert werden kann.
Für die Kampagne 2025 wurden 115 Spendenstandorte gemeldet.
Kampagnenschwenk 2026 erfolgt Ende Mai 2026.
Aktuell (Stand 20.04.2026) ist ein Standort teilweise bespendet und 55 vollständig bespendet. Alle Standorte sind vollständig bepflanzt.
a) Wann und in welcher Form wurde zuletzt auf das Programm hingewiesen?
b) Ist eine aktive Bewerbung des Programms – etwa über soziale Medien, Stadtteilzeitungen oder Bürger*inneninformationen – geplant?
Die Information über das Programm erfolgt vorrangig im Rahmen von Bürgerkontakten sowie bei Anfragen zu Baumpflanzungen. Ergänzend sind entsprechende Informationen im Internet verfügbar. Eine darüberhinausgehende aktive Bewerbung des Programms ist derzeit nicht geplant.
Spender:innen erhalten eine Spendenurkunde von der Loki Schmidt Stiftung. Bei Zustimmung der Spender:innen wird ihr Name einmal im Jahr auf der Internetseite der Loki Schmidt Stiftung veröffentlicht.
Bei Interesse haben die Spender*innen die Möglichkeit, an der Baumpflanzung teilzunehmen und sich aktiv einzubringen. Am Baum wird eine allgemein gehaltene Plakette angebracht, die darauf hinweist, dass es sich um einen im Rahmen des Projekts mein Baum meine Stadt gepflanzten Spendenbaum handelt.
a) Wenn ja: Welche Möglichkeiten gibt es, wer ist zuständig, wie kann die Kontaktaufnahme erfolgen, und welche Flächen stehen zur Verfügung?
b) Wenn nein: Plant das Bezirksamt die Einführung einer solchen Möglichkeit?
Derzeit ist das Projekt auf Straßenbäume begrenzt. Eine Erweiterung ist nicht geplant.
a) Können Spender*innen Einfluss auf die Wahl der Baumart nehmen?
b) Gibt es einen Katalog oder eine Auswahlliste, aus der Spendende wählen können?
Da es sich um Straßenbaumersatzpflanzungen handelt, wird vorrangig die Baumart gewählt, die bereits in der jeweiligen Straße vorhanden ist. Grundsätzlich kommen dabei vor allem Baumarten aus der GALK-Straßenbaumliste zum Einsatz, die für den spezifischen Standort geeignet sind. Die konkrete Baumart ist in den jeweiligen Spendenaufruflisten sowie auf der Internetseite „Mein Baum – Meine Stadt“ aufgeführt.
a) Wie ist der aktuelle Stand der Straßenbaumbilanz in Bergedorf für die letzten fünf Jahre (Gegenüberstellung von Fällungen und Pflanzungen, aufgeschlüsselt nach Jahr)?
Jahr |
Fällungen |
Pflanzungen |
2025 |
Auswertung liegt noch nicht vor |
|
2024 |
167 |
228 |
2023 |
157 |
173 |
2022 |
229 |
332 |
2021 |
243 |
219 |
b) Werden Spendenbäume für Neu- und Nachpflanzungen eingesetzt oder auch als Ersatz für gefällte Bäume, etwa im Zuge von Baumaßnahmen?
Bezirksamt Bergedorf:
Spendenbäume werden überall dort gepflanzt, wo eine Pflanzung sinnvoll ist, meist sind es Ersatzpflanzungen im Straßenbegleitgrün für gefällte Bäume.
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft:
Spendenbäume werden nicht als Ersatz für gefällte Bäume im Zusammenhang mit Baumaßnahmen eingesetzt.
Eine entsprechende Statistik wird nicht geführt. Es ist jedoch möglich, dass Spendenbäume beispielsweise infolge von Verkehrsunfällen oder Vandalismus beschädigt werden und daher ersetzt werden müssen.
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