Baumoffensive für Bergedorf
Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 11.10
Antrag
der BAbg. Potthast, Bendt-Soetedjo und Fraktion der GRÜNEN
Bäume sind ein unverzichtbarer Bestandteil des urbanen Klimaschutzes und leisten einen zentralen Beitrag zur Lebensqualität in Hamburg. Als „European City of the Trees 2025“ hat sich die Stadt international verpflichtet, die Anzahl und den Schutz der Stadtbäume nachhaltig zu erhöhen und das Baummanagement an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Diese Auszeichnung würdigt zwar das bisherige Engagement Hamburgs, stellt die Bezirke aber auch vor die Aufgabe, die gesetzten Ziele konsequent umzusetzen. Im Bezirk Bergedorf wurde die von der Bezirksversammlung beschlossene Nachpflanzquote von 1:1,5 in den Jahren 2021 bis 2024 jedoch deutlich verfehlt: Mit einer durchschnittlichen Quote von nur 1,13 bleibt Bergedorf hinter den eigenen Vorgaben und im Vergleich zu anderen Bezirken zurück.
Die Ursache für diese Zielverfehlung liegt vor allem in der fehlenden systematischen Erfassung potenzieller Baumstandorte, insbesondere in stark versiegelten Gebieten. Dabei stehen dem Bezirk seit Herbst 2025 erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung: Der Senat hat nicht nur 2 Millionen Euro für allgemeine Klimaanpassungsmaßnahmen bereitgestellt, sondern zusätzlich 3,25 Millionen Euro speziell für die Pflanzung neuer Straßenbäume in der Pflanzsaison 2025/2026. Diese Mittel ermöglichen die Pflanzung von rund 900 weiteren Bäumen und sollen die Grundlage für eine nachhaltige Erhöhung des Baumbestands schaffen.
Der Bezirk Bergedorf war mit der Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzepts zwar in Hamburg Vorreiter, doch während andere Bezirke bereits weitreichende Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung ergreifen, fehlt in Bergedorf eine fundierte Bestandsaufnahme und Planung, um die Nachpflanzquote zu erreichen. Eine systematische Identifizierung neuer Standorte, sei es im Rahmen des zukünftigen Klimafolgenanpassungskonzeptes (KLAK) oder durch ein externes Gutachten, ist dringend geboten. Ohne diese Grundlage bleibt unklar, wie die gesetzten Ziele in absehbarer Zeit erfüllt werden sollen, obwohl die finanziellen und politischen Rahmenbedingungen hierfür gegeben sind. Die zusätzliche Bereitstellung weiterer Mittel durch den Senat bietet nicht nur die Chance, die Nachpflanzquote zu erreichen, sondern auch die Widerstandsfähigkeit des Stadtklimas langfristig zu stärken.
Beschluss:
Das Bezirksamt Bergedorf wird gemäß § 19 Absatz 2 BezVG beauftragt:
1. zu prüfen, ob im Rahmen des Klimafolgenanpassungskonzeptes (KLAK) mögliche neue Baumstandorte im Bezirk identifiziert werden können, um die Nachpflanzquote von 1 zu 1,5 erreichen.
2. zu prüfen, ob ein externes Gutachten zur Identifizierung und Bewertung geeigneter Standorte in Auftrag gegeben werden kann.
3. sich für die Bereitstellung der notwendigen finanziellen und personellen Mittel einzusetzen.
4. jährlich bis zum 31. März über den Fortschritt bei der Erreichung der Nachpflanzquote zu berichten, inklusive einer transparenten Darstellung der verwendeten Mittel und erreichten Ergebnisse.
5. die Ergebnisse der Prüfungen sowie konkrete Maßnahmenpläne im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz vorzustellen.
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