22-1942

Unterbringung und Hilfe für obdachlose Menschen mit Tieren im Winter – Modellprojekte und Handlungsbedarf in Altona Kleine Anfrage von Tim Schmuckall (CDU-Fraktion)

Kleine Anfrage öffentlich

Sachverhalt

In vielen deutschen Städten dürfen obdachlose Menschen ihre Hunde in Notunterkünften oder Wohnungsangeboten nicht mitbringen, sodass Betroffene trotz Kälteangeboten auf der Straße verbleiben. Zugleich zeigen Modellprojekte wie das Haus „QuarTier“ in Nürnberg, dass kombinierte Wohn- und Unterstützungsangebote für wohnungslose Menschen mit Hund möglich sind und sozialpädagogisch erfolgreich arbeiten.[acht.johanniter +1]

Gerade in der kalten Jahreszeit stellt die Versorgung obdachloser Menschen mit Tieren eine besondere Herausforderung dar, weil sowohl tierschutzrechtliche Aspekte als auch Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen in Unterkünften zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig spielen Tiere nachweislich eine wichtige Rolle für Stabilisierung und Motivation der betroffenen Menschen und können deren Weg in reguläre Hilfesysteme erleichtern.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

  1. Wie viele obdachlose beziehungsweise wohnungslose Menschen mit Hund oder anderen Haustieren schätzt der Senat bzw. das Bezirksamt aktuell in Hamburg insgesamt und konkret im Bezirk Altona (bitte nach Bezirk/ggf. Straßenleben/Unterkunft differenzieren)?
  1. Welche regulären Notunterkünfte, Übernachtungsstätten, Wohnprojekte oder Überbrückungsangebote für obdachlose Menschen in Hamburg erlauben derzeit ausdrücklich die Mitnahme von Hunden oder anderen Haustieren, und welche liegen davon im Bezirk Altona (bitte nach Träger, Standort und Kapazität aufschlüsseln)?
  1. Welche zusätzlichen winterlichen Notfallangebote (z.B. Kältenotübernachtungen, 24/7-Angebote, Aufstockung von Plätzen) stehen obdachlosen Menschen mit Tieren in Hamburg und in Altona konkret zur Verfügung, und welche davon sind haustierfreundlich ausgestaltet?
  1. Mit welchen Tierschutzvereinen, Tiertafeln oder anderen Initiativen kooperieren Senat bzw. Bezirksamt derzeit zur Unterstützung obdachloser Menschen mit Tieren (z.B. Futterausgabe, tierärztliche Versorgung, Impfaktionen, Parasitenprophylaxe, Kastrationsangebote)?
  2. In welchem Umfang wurden in den letzten drei Jahren Mittel der Freien und Hansestadt Hamburg oder des Bezirks Altona zur Förderung solcher Angebote bereitgestellt (bitte nach Jahr, Programm, Träger und Förderhöhe aufschlüsseln)?
  1. Welche Möglichkeiten sieht der Senat/das Bezirksamt, diese Kooperationen gezielt für die Wintermonate auszubauen, z.B. durch zentrale „Winterpakete für Obdachlose mit Tieren“, mobile Versorgungsangebote oder feste Sprechstunden an Kältehilfe-Standorten?
  1. Welche Erfahrungen liegen der Stadt Hamburg zu bestehenden haustierfreundlichen Wohn- oder Unterbringungsprojekten in anderen deutschen Städten vor (z.B. „QuarTier“rnberg oder vergleichbare Projekte), insbesondere zu:

Zugangsvoraussetzungen,

Finanzierung (Sozialamt, Jobcenter, zusätzliche Spendenmittel),

sozialpädagogischem Konzept,

Rolle der Tiere in Betreuung und Stabilisierung sowie

Erfolgsindikatoren (z.B. Übergang in regulären Wohnraum, Sucht- oder Schuldnerberatung)?

  1. Gibt es konkreten Überlegungen in Hamburg ein haustierfreundliches Modellprojekt nach dem Vorbild des „QuarTier“ oder ähnlicher Einrichtungen zu initiieren oder bestehende Einrichtungen entsprechend umzurüsten (z.B. durch ausgewiesene Etagen oder Zimmer für Menschen mit Tieren)? Wenn nicht, warum nicht?
  1. Welche baurechtlichen, brandschutz- oder ordnungsrechtlichen Vorgaben stehen einer Unterbringung von obdachlosen Menschen mit Hunden in bestehenden Einrichtungen in Hamburg entgegen, und wie könnten diese Hemmnisse pragmatisch minimiert werden, ohne Sicherheitsstandards zu gefährden?
  1. Gibt es Unterstützungsmöglichkeiten seitens des Bezirksamt Altona sowie freien Trägern, Tierschutzorganisationen und Wohnungslosenhilfe, um kurzfristig (Winter 2025/26) zusätzliche haustierfreundliche Übernachtungsplätze mit der Sozialbehörde zu schaffen und mittelfristig ein dauerhaftes Modellprojekt im Bezirk zu etablieren?
  1. Wie wird obdachlosen Menschen in Altona aktuell bekannt gemacht, welche Kältehilfe-Angebote, Notunterkünfte und Angebote für deren Tiere (kostenfreie Tierärztliche Versorgung etc.) es gibt?
  1. Plant der Senat/das Bezirksamt, die bestehenden Streetwork- und Präventionsangebote sowie Unterbringungsangebote ausdrücklich um den Schwerpunkt „Obdachlosigkeit mit Tieren im Winter“ zu erweitern und hierfür zusätzliche Mittel bereitzustellen? Wenn ja, in welcher Form, wenn nein, aus welchen Gründen nicht?

Das Bezirksamt Altona beantwortet die Fragen wie folgt:

Zu 1 3:

Hierzu liegen dem Amt keine Informationen vor.

Zu 4:

Hierzu liegen dem Bezirksamt keine Informationen vor. Obdachlose Menschen mit Tieren werden in der Freien und Hansestadt Hamburg zentral vom Fachamt Verbraucherschutz, Umwelt und Gewerbe Hamburg-Mitte betreut.

Zu 5 8:

Hierzu liegen dem Amt keine Informationen vor.

Zu 9:

Fehlanzeige. Es gibt keine baurechtlichen Hindernisse.

Zu 10 12:

Hierzu liegen dem Amt keine Informationen vor.

Petitum/Beschluss

:

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Hamburg

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