Olympia in Altona - Konsequenzen für Altonas Grünanlagen Auskunftsersuchen von Patrick Fischer, Hanna Schmidt und Silke Hubert (alle Volt-Fraktion)
Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Ö 7.2
Nach dem bislang bekannten Olympia-Konzept des Hamburger Senats wäre Altona – insbesondere der Bereich Volkspark – einer der zentralen Austragungsorte der Spiele. Der Volkspark ist als Teil des „Olympic Park Altona“ ausdrücklich Kernstandort der Bewerbung. Dort sollen zentrale Wettkampfstätten sowie das Olympische Dorf im Umfeld der Science City Bahrenfeld entstehen.
Der 205 Hektar große Volkspark hat eine herausragende Bedeutung für den Bezirk als historischer Landschaftspark mit Waldcharakter, durch seine Erholungsfunktion und aufgrund der denkmalpflegerischen Bedeutung.
Darüber hinaus soll durch das Olympische Band eine bessere durchgängige Grün-Verbindung zwischen Volkspark, dem neuen ehemaligen Friedhof und neuen Biodisversitätspark Bornkamp, dem erweiterten Lunapark und Innenstadt geschaffen werden.
Obwohl bestehende und noch zu entwickelnde Grünanlagen des Bezirks direkt betroffen sind, bleiben viele konkrete Auswirkungen bislang noch offen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen.
Das Konzept sieht eine neue Multifunktionsarena im Bereich des bisherigen Parkplatz A nordöstlich des Volksparkstadions vor.
Die Behörde für Inneres und Sport (BIS) beantwortet die Fragen wie folgt:
Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich am 31.05.2026 mehrheitlich gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausgesprochen. Die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) hat sich daher aus dem nationalen Bewerbungsverfahren zurückgezogen.
Wie schon nach dem letzten Bewerbungsverfahren um Olympische und Paralympische Spielen 2015 wird auch jetzt geprüft, welche der im Bewerbungskonzept vorgesehenen Projekte trotz des negativen Referendumsergebnisses weiterverfolgt werden sollen. Die Überlegungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.
Zu 1:
Ein neues Stadion in Form einer Multifunktionsarena würde westlich des Hellgrundweges und zwischen Bornmoor im Norden und dem Friedhof Altona im Süden auf der derzeit als „Parkplatz Rot“ genutzten Fläche errichtet. Die exakte Lage des Stadions sowie der detaillierte Flächenumgriff sind im weiteren Planungsprozess und auf Grundlage eines umfassenden Wettbewerbsprozesses zu definieren.
Zu 2 – 4:
Da die exakte Lage und Größe des Stadions sowie der detaillierte Flächenumgriff durch einen noch erfolgenden Wettbewerbsprozess definiert werden, sind detaillierte Aussagen hierzu zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich.
Die bisherigen Überlegungen zeigen, dass ein Stadionneubau ohne Eingriffe in die als Biotope und als Flächen des Landschaftsschutzgebietes sowie des grünen Netztes definierten Bereiche nicht möglich ist. Alle Eingriffe werden nach der konkreten Definition des Eingriffsumfangs im weiteren Planungsprozess transparent dargestellt und durch umfassende Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen gewürdigt.
Zu 5 + 6:
Siehe Vorbemerkung.
Zu 7:
Das Volksparkstadion befindet sich im Eigentum des Hamburger Sport-Vereins (HSV). Die Frage der Nachnutzung der Bestandsimmobilie ist vom HSV zu entscheiden. Das Nachnutzungskonzept und mögliche Flächenoptimierungspotentiale einer langfristigen Entwicklung werden aber Teil der weiteren Gespräche zwischen FHH und HSV sein.
Zu 8.a:
Das Olympische Band ergänzt die aktuellen Planungen für den Friedhof Bornkamp und den Lunapark, indem erstmals eine zusammenhängende Betrachtung und Entwicklung dieser Flächen erfolgt. Für den Friedhof Bornkamp ist eine behutsame Umgestaltung zu einer Parkanlage vorgesehen. Grundlage hierfür ist das Werkstattverfahren zur Landschaftsachse Bahrenfeld, dessen Zielstellungen weiterhin Bestand haben und die Basis für die weitere Entwicklung bilden. Im nächsten Schritt ist geplant, ein Entwicklungskonzept zu beauftragen, das die schrittweise Transformation des Friedhofs in eine Parkanlage ermöglicht.
Für den Lunapark liegt bereits ein Rahmenplan vor, der die Grundlage für die weitere Entwicklung bildet. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung aktueller Bedarfe und in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Behörde für Inneres und Sport sowie dem Bezirksamt Altona.
Das Olympische Band verknüpft diese beiden eigenständigen und weitere Projekte, indem es darauf abzielt, die einzelnen Maßnahmen zu einer durchgehenden, qualitätsvollen Grünverbindung entlang der Landschaftsachse bis zur Austragung der Olympischen Spiele zusammenzuführen. Dadurch entsteht eine übergeordnete Grünstruktur, die die jeweiligen Planungen miteinander verbindet, aufwertet und in einen stadtweiten Kontext stellt.
Zu 8.b:
Für beide Planungen entsteht ein Mehrwert durch das Olympische Band, da die Projekte dadurch zeitlich priorisiert werden und zusätzliche Ressourcen im Rahmen der Olympia-Planungen genutzt werden können. Dies beschleunigt die Umsetzung der Maßnahmen.
Zu 8.c:
Siehe Antwort 8.a.
Zu 8.d:
Es ist beabsichtigt, zusätzliche Entsiegelungen vorzunehmen und durchgängige Grünverbindungen in Form von Verbindungsachsen herzustellen. In welcher Form und in welchem Umfang dies außerhalb der Parkanlagen umgesetzt werden kann, wird im weiteren Planungsprozess gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen geprüft.
Zu 8.e:
Im Rahmen der Verbindungsfunktion des Olympischen Bandes ist der Ausbau der blau-grünen Infrastruktur beabsichtigt. In welcher Form dies ausgestaltet werden kann, ist im weiteren Prozess gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen und unter Berücksichtigung der verkehrlichen Infrastruktur zu prüfen.
Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.
ohne
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.