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Olympia in Altona - Konsequenzen für Altonas Grünanlagen Auskunftsersuchen von Patrick Fischer, Hanna Schmidt und Silke Hubert (alle Volt-Fraktion)

Auskunftsersuchen

Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Ö 7.2

Sachverhalt

Nach dem bislang bekannten Olympia-Konzept des Hamburger Senats wäre Altona insbesondere der Bereich Volkspark einer der zentralen Austragungsorte der Spiele. Der Volkspark ist als Teil des Olympic Park Altona“ ausdrücklich Kernstandort der Bewerbung. Dort sollen zentrale Wettkampfstätten sowie das Olympische Dorf im Umfeld der Science City Bahrenfeld entstehen.

Der 205 Hektar große Volkspark hat eine herausragende Bedeutung für den Bezirk als historischer Landschaftspark mit Waldcharakter, durch seine Erholungsfunktion und aufgrund der denkmalpflegerischen Bedeutung.

Darüber hinaus soll durch das Olympische Band eine bessere durchgängige Grün-Verbindung zwischen Volkspark, dem neuen ehemaligen Friedhof und neuen Biodisversitätspark Bornkamp, dem erweiterten Lunapark und Innenstadt geschaffen werden.

Obwohl bestehende und noch zu entwickelnde Grünanlagen des Bezirks direkt betroffen sind, bleiben viele konkrete Auswirkungen bislang noch offen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen.

Das Konzept sieht eine neue Multifunktionsarena im Bereich des bisherigen Parkplatz A nordöstlich des Volksparkstadions vor.

  1. Was ist die exakte Lage der Arena?
  2. Wie viel Fläche wird die neue Arena genau in Anspruch nehmen?
    1. Wird durch den Neubau der Arena zusätzliche Fläche versiegelt? Wenn ja, wie viel genau?
    2. Wie hoch ist darüber hinaus die Netto-Neuversiegelung durch die Arena durch Wege, Logistik, Sicherheitszonen etc. ?
    3. Wird es während der Spiele auch temporäre zusätzliche Versiegelung geben? Wenn ja, wie wird im Nachgang der Ausgangszustand der Grünfläche wieder gesichert?
    4. Welche Maßnahmen sind für einen Ausgleich vorgesehen, um eine positive Entsiegelungsbilanz zu erzielen?
  3. Wie viel Abstand wird zu den angrenzenden Grünanlagen bestehen?
  4. Welche Auswirkungen wird der Bau der Arena für das Gehölz im und um den Volkspark haben?
    1. Werden durch den Neubau der Multifunktionsarena Bäume gefällt werden müssen?
      1. Wenn ja, wie viele?
      2. Welche Baumklassen sind in welchem Umfang betroffen?
    2. Welche Ersatzpflanzungen sind vorgesehen?
      1. Wo sind Ersatzpflanzungen vorgesehen?
      2. Wie ist die Standortqualität der Ersatzpflanzungen einzustufen?
      3. Wie viel Prozent der Ersatzpflanzungen sind auf derzeit versiegelter - und durch die Pflanzung aufgewertete - Fläche vorgesehen?
      4. Welche Gehölzstrukturen entstehen oder werden durch die Ersatzpflanzungen vergrößert?
  5. Wie wird der Volkspark während der Olympischen und Paralympischen Spiele geschützt? Wir bitten um Bezugnahme auf Besucherlenkung, Schutz sensibler Wiesen und Waldflächen sowie das Müll- und Lärmmanagement.
  6. Wodurch entsteht langfristig ein ökologischer Mehrwert durch die Spiele am und im Volkspark?
  7. Das Olympia-Konzept beruht auf der Annahme, dass das Volksparkstadion ab Mitte der 2040er Jahre nicht mehr sanierbar und nutzbar sei. Welches Nachnutzungskonzept für das Volksparkstadion ist vorgesehen?
    1. Ist ein Rückbau der Bestandsimmobilie vorgesehen?
    2. Wie können Teile der Bestandsimmobilie in eine nachhaltige Nutzung überführt werden?
  8. In der Bürgerschaftsdrucksache 23/3745 wird erläutert, dass durch das Olympische Band ein Mehrwert entstünde, indem Ressourcen gebündelt und priorisiert eingesetzt [werden], sodass Olympia als Katalysator für die Neuanlage und Aufwertung der ausgewählten Parkanlagen wirkt und damit einen Beitrag zur Umsetzung des Grünen Netzes leistet.” (Antwort zu Frage 7)
    1. Wie unterscheiden sich die aktuellen Planungen für den Biodiversitätspark am Bornkampsweg und die entstehenden Grünflächen am Lunapark von den vorgesehenen Planungen durch das grüne Band?
    2. Wie entsteht für die beiden Planungen ein Mehrwert durch das Olympische Band?
    3. Wie wird das Werkstattverfahren Landschaftsachse Bahrenfeld und dessen Entwicklungsziele berücksichtigt?
    4. Wird zusätzliche Entsiegelung stattfinden, um eine echte Grünverbindung herzustellen?
      1. Wenn ja, wie viel zusätzliche Fläche wird entsiegelt?
      2. Wenn nein, wie werden “Verbindungsachsen” hergestellt?
    5. Welche zusätzliche verkehrliche und sonstige Infrastruktur ist durch die vorgesehene Verbindungsfunktion des grünen Bandes vorgesehen?

Die Behörde für Inneres und Sport (BIS) beantwortet die Fragen wie folgt:

Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich am 31.05.2026 mehrheitlich gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausgesprochen. Die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) hat sich daher aus dem nationalen Bewerbungsverfahren zurückgezogen.

Wie schon nach dem letzten Bewerbungsverfahren um Olympische und Paralympische Spielen 2015 wird auch jetzt geprüft, welche der im Bewerbungskonzept vorgesehenen Projekte trotz des negativen Referendumsergebnisses weiterverfolgt werden sollen. Die Überlegungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.

Zu 1:

Ein neues Stadion in Form einer Multifunktionsarena würde westlich des Hellgrundweges und zwischen Bornmoor im Norden und dem Friedhof Altona im Süden auf der derzeit als „Parkplatz Rot“ genutzten Fläche errichtet. Die exakte Lage des Stadions sowie der detaillierte Flächenumgriff sind im weiteren Planungsprozess und auf Grundlage eines umfassenden Wettbewerbsprozesses zu definieren.

Zu 2 4:

Da die exakte Lage und Größe des Stadions sowie der detaillierte Flächenumgriff durch einen noch erfolgenden Wettbewerbsprozess definiert werden, sind detaillierte Aussagen hierzu zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Die bisherigen Überlegungen zeigen, dass ein Stadionneubau ohne Eingriffe in die als Biotope und als Flächen des Landschaftsschutzgebietes sowie des grünen Netztes definierten Bereiche nicht möglich ist. Alle Eingriffe werden nach der konkreten Definition des Eingriffsumfangs im weiteren Planungsprozess transparent dargestellt und durch umfassende Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen gewürdigt.

Zu 5 + 6:

Siehe Vorbemerkung.

Zu 7:

Das Volksparkstadion befindet sich im Eigentum des Hamburger Sport-Vereins (HSV). Die Frage der Nachnutzung der Bestandsimmobilie ist vom HSV zu entscheiden. Das Nachnutzungskonzept und mögliche Flächenoptimierungspotentiale einer langfristigen Entwicklung werden aber Teil der weiteren Gespräche zwischen FHH und HSV sein.

Zu 8.a:

Das Olympische Band ergänzt die aktuellen Planungen für den Friedhof Bornkamp und den Lunapark, indem erstmals eine zusammenhängende Betrachtung und Entwicklung dieser Flächen erfolgt. Für den Friedhof Bornkamp ist eine behutsame Umgestaltung zu einer Parkanlage vorgesehen. Grundlage hierfür ist das Werkstattverfahren zur Landschaftsachse Bahrenfeld, dessen Zielstellungen weiterhin Bestand haben und die Basis für die weitere Entwicklung bilden. Im nächsten Schritt ist geplant, ein Entwicklungskonzept zu beauftragen, das die schrittweise Transformation des Friedhofs in eine Parkanlage ermöglicht.

r den Lunapark liegt bereits ein Rahmenplan vor, der die Grundlage für die weitere Entwicklung bildet. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung aktueller Bedarfe und in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Behörde für Inneres und Sport sowie dem Bezirksamt Altona.

Das Olympische Band verknüpft diese beiden eigenständigen und weitere Projekte, indem es darauf abzielt, die einzelnen Maßnahmen zu einer durchgehenden, qualitätsvollen Grünverbindung entlang der Landschaftsachse bis zur Austragung der Olympischen Spiele zusammenzuführen. Dadurch entsteht eine übergeordnete Grünstruktur, die die jeweiligen Planungen miteinander verbindet, aufwertet und in einen stadtweiten Kontext stellt.

Zu 8.b:

r beide Planungen entsteht ein Mehrwert durch das Olympische Band, da die Projekte dadurch zeitlich priorisiert werden und zusätzliche Ressourcen im Rahmen der Olympia-Planungen genutzt werden können. Dies beschleunigt die Umsetzung der Maßnahmen.

Zu 8.c:

Siehe Antwort 8.a.

Zu 8.d:

Es ist beabsichtigt, zusätzliche Entsiegelungen vorzunehmen und durchgängige Grünverbindungen in Form von Verbindungsachsen herzustellen. In welcher Form und in welchem Umfang dies außerhalb der Parkanlagen umgesetzt werden kann, wird im weiteren Planungsprozess gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen geprüft.

Zu 8.e:

Im Rahmen der Verbindungsfunktion des Olympischen Bandes ist der Ausbau der blau-grünen Infrastruktur beabsichtigt. In welcher Form dies ausgestaltet werden kann, ist im weiteren Prozess gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen und unter Berücksichtigung der verkehrlichen Infrastruktur zu prüfen.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
25.06.2026
Ö 7.2
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Bornkampsweg Lunapark

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