22-2000

Mobilität an den Arenen II – Es braucht jetzt Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 27.11.2025

Mitteilungsdrucksache öffentlich

Letzte Beratung: 26.03.2026 Bezirksversammlung Ö 12.18

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung vom 27.11.2025 anliegende Drucksache 22-1562B beschlossen.

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) hat mit Schreiben vom 24.03.2026 wie folgt Stellung genommen:

Zu 1:

Die genannten Busverkehre befinden sich an Bezirksstraßen, die in der Zuständigkeit der Bezirksämter Altona und Eimsbüttel liegen.

Zu 2:

Die Stationen Stellingen und Eidelstedt werden ganztägig von den Linien S3 und S5 im 10 Minuten-Takt bedient. Dabei verkehrt die Linie S3 von Montag bis Freitag zwischen 6 und 20 Uhr als Langzug (drei Zugeinheiten mit 9 Wagen). Die Linie S5 sowie außerhalb der genannten Zeiten auch die Linie S3 sind als Vollzug (zwei Zugeinheiten mit 6 Wagen) unterwegs.

hrend Veranstaltungen in den Arenen wird das Angebot abhängig von der erwarteten Anzahl der Reisenden und der Tageszeit um Sonderzüge (mit Vollzügen) ergänzt. Somit gibt es im Regelfall zwei Zugfahrten pro 10 Minuten. Mit zusätzlichen Sonderzügen sind es drei Zugfahrten pro 10 Minuten, was einem Zugabstand von etwa 3 Minuten entspricht.

Der Einsatz der Sonderzüge erfolgt vor und nach dem Spiel in der Regel über rund eine Stunde. Langjährige Beobachtungen des Stadionverkehrs haben gezeigt, dass rund eine Stunde nach Spielende die Rückreisewelle deutlich abflacht. Bei Bedarf ist dieses Intervall in Abhängigkeit der Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Personal ausdehnbar.

In Richtung Pinneberg wird die Linie S3 nach Ende von Veranstaltungen für rund 40 Minuten so verstärkt, dass dort alle zehn Minuten ein Zug fährt, wenn nördlich der Station Elbgaustraße nicht ohnehin schon ein Zehn-Minuten-Takt besteht. Dies ist in der Regel ausreichend, da nur rund 10% der Stadionbesucher:innen nach Ende der Veranstaltung Richtung Norden reisen, 90% Richtung Süden.

Zugfahrten mit sechs Wagen können theoretisch bis zu 1.000 Personen transportieren, neun Wagen bis zu 1.500. Langjährige Erfahrungswerte aus dem Stadionverkehr und Sportgroßveranstaltungen zeigen, dass bei einem 3-Minuten-Takt und maximal 60 Sekunden Haltezeit nur etwa 80 % der Kapazität bei sechs Wagen genutzt werden. Die Prozentuale Auslastung bei neun Neun-Wagen-Züge ist noch geringer da die Abfertigung bei hohem Fahrgastaufkommen und nur einem Zugang zum Bahnsteig mehr Zeit beansprucht.

Die Streckeninfrastruktur ermöglicht im Stadionverkehr maximal den Betrieb von drei Zugfahrten in 10 Minuten. Dabei wird überwiegend auf Vollzüge mit sechs Wagen gesetzt. Ein Betrieb von Langzügen mit neun Wagen ist nur bei geringerer Taktung möglich. Neun-Wagen-Züge kommen hauptsächlich bei eingeschränkter Streckenkapazität z.B. durch Baustellen zum Einsatz. Können z.B. keine zusätzlichen Sonderzüge verkehren sind längere Halte- und Abfertigungszeiten am Bahnsteig möglich, da die Zugfolge zeitlich weiter auseinanderliegt.

Der als nicht ausreichend definierte Abfluss der Reisenden über die Station Stellingen resultiert aus der teilweise notwendigen Regulierungsnotwendigkeit des Bahnsteigzugangs. Ein ungehinderter Zugang zum Bahnsteig birgt mehrere Risiken: Volle Zugfahrten könnten nicht abgefertigt werden, es entstünde ein zusätzlicher Stau. Ein voller, unübersichtlicher Bahnsteig erhöht das Risiko, dass Menschen ins Gleis fallen und keine neuen Züge bereitgestellt werden können. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Züge in Stellingen nicht leer einfahren. Neben dem normalen Fahrgastaufkommen sind bereits die Menschen in den Zügen, die den Rückweg über Eidelstedt gewählt haben.

Der Stau vor dem Fußngertunnel an der Lederstraße resultiert hauptsächlich durch die aussteigenden Fahrgäste aus den Shuttlebussen. Bereits bei HSV-Heimspielen ohne zusätzliche Veranstaltungen in der Barclays Arena kommt es teilweise zu kurzzeitigen Sperrungen des Tunnels, um das Volllaufen des Vorplatzes und den Stillstand von Fußnger:innen im Tunnel zu verhindern. Bei HSV-Heimspielen mit gut besuchter Parallelveranstaltung in der Barclays Arena und dem dadurch zusätzlich gegenläufigen Fußngerstrom in Richtung Arenen (abreisende Stadiongäste und anreisende Gäste der Barclays Arena) kommt es regelmäßig zu Stausituationen im Gesamtbereich des S-Bahnhofs Stellingen. Zur bestmöglichen Steuerung der gegenläufigen Verkehrsströme haben Bundes- und Landespolizei, in enger Abstimmung mit der S-Bahn Wache, für den Bahnsteig, den Eingangsbereich S-Stellingen und den Vorplatz eine Separierung der Fahrgastströme, zum Teil mit Gittern, entwickelt. Für die problematische Überschneidung der Ab- und Anreisenden im Bereich der Shuttlebus-Haltestelle S-Stellingen in der Lederstraße gibt es derzeit keine kurzfristige Lösung.

Zu 3:

Der Takt auf der Buslinie 22 wird bei Veranstaltungen in den Arenen heute bereits verdichtet. Der Straßenzug Farnhornweg, Farnhornstieg, Binsbarg, (Randstraße / S Stellingen), Volksparkstraße, Sportplatzring , auf dem die Linie verkehrt, ist stauanfällig und benötigt weitere flankierende Maßnahmen (z.B. Pop Up Bus Lane).

Die Linie 180 verkehrt im Normalbetrieb parallel zur S-Bahn u.a. über die Straßen (Randstraße, S Stellingen), Binsbarg, Farnhornstieg, Ottensener Straße, Schnackenburgallee, (Uwe-Seeler Allee / Arenen), Winsberg, Rondenbarg, Holstenkamp, Am Diebsteich. Während Veranstaltungen im Volksparkstadion wird die Linie meist im Bereich Rondenbarg und Winsbergring verkürzt und bedient den Bereich Arenen aufgrund fehlender Wendemöglichkeit an derHaltestelle S Stellingen (Einsatzkräfte auf dem Vorplatz) nicht.

Zu 4.:

Ein verbindlicher Zeit- und Umsetzungshorizont für die Modernisierung des Kfz-Parkleitsystems an den Arenen kann derzeit nicht benannt werden. Dafür bedarf es zuerst einer konkreten Planung, welche Parkplätze in Zukunft zur Verfügung stehen werden. Dies ist durch Vermieter bzw. die entsprechenden Pächter zu ermitteln. Die Frage zur schrankenlosen Parkplatzzufahrt und Stellplatzvergabe wäre somit an den Pächter und Vermieter zu richten. Die BVM ist nicht zuständig, da die Freie und Hansestadt Hamburg keine Schrankensysteme für private Stellplätze erstellt.

Zu 5:

r alternative temporäre, provisorische Busabfertigungspunkte für die Shuttlebuslinie 380 im Umfeld der Arenen und S-Stellingen gibt es keine geeigneten Flächen. Diese Thematik wurde bereits zur UEFA EURO 2024 geprüft, da aufgrund des größeren Sicherheitsbereichs die Haltestelle „Arenen“ in der Uwe-Seeler-Allee nicht nutzbar war. Aus Mangel einer geeigneten alternativen Ein- und Ausstiegszone wurde die Shuttlebuslinie 380 zwischen S-Stellingen Arenen während der EURO2024 Spieltage nicht angeboten. Für mobilitätseingeschränkte Gäste wurde eine Shuttleservice mit barrierefreien Taxen angeboten. Dieser Shuttleservice verkehrte zwischen S-Stellingen über Lederstraße, Ottensener Straße, Schnackenburgallee, August-Kirch-Straße.

Zu 6 und 7:

Es geht um ein vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG, Finanzbehörde und Bezirke) beauftragtes Verkehrs- und Stellplatzkonzept für die Arenen. Ende 2024 wurde nach hiesigem Kenntnisstand ein Bericht im Mobilitätsausschuss Altona präsentiert. Alle relevanten Akteure wurden vom LIG zu einem Termin am 09.12.2025 eingeladen. Für die Beantwortung ist der LIG zuständig. Dies betrifft ebenfalls die gewünschte kontinuierliche Berichterstattung im Mobilitätsausschuss Altona.

Ein Hinweis auf diese Zuständigkeiten wurde bedauerlicherweise versäumt.

Zu 8 bis 10:

Die Ziffern 8 bis 10 sind direkt an das Bezirksamt gerichtet.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
26.03.2026
Ö 12.18
Lokalisation Beta
Stellingen Elbgaustraße Lederstraße Farnhornweg Randstraße Volksparkstraße Sportplatzring Binsbarg Ottensener Str. Schnackenburgallee Uwe-Seeler-Allee Winsbergring Hamburg August-Kirch-Straße

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