Mehr Sichtbarkeit für das Mahnmal Black Form von Sol LeWitt schaffen Antrag der Fraktionen von GRÜNE und SPD
Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Ö 8.4
Die Skulptur „Black Form –Dedicated to the Missing Jews“ (1987) des US-amerikanischen Künstlers Sol LeWitt (1928-2007) befindet sich seit November 1989 auf dem Platz der Republik in Hamburg-Altona (gegenüber dem Altonaer Rathaus). Sie ist ein Kunstwerk des Minimalismus, ein aus Gasbetonsteinen gemauerter schwarzer Quader, fünfeinhalb Meter lang, zwei Meter hoch und zwei Meter tief. Die Skulptur ist am südlichen Ende des Platzes aufgebaut in direkter Blickrichtung zum weißen, neoklassizistischen Gebäude des Rathauses und bildet einen harten Kontrast zu diesem.
Als Mahnmal ist sie den Jüdinnen und Juden gewidmet, die Altona für immer fehlen, und stellt somit die Leere dar, die mit der Vernichtung der jüdischen Gemeinde durch die Nationalsozialisten entstanden ist. Ausdrücklich erinnert es damit nicht allein an die, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden und die, die emigrierten, „sondern auch an deren ungeborene Kinder und Enkel, deren Fehlen in der deutschen Gesellschaft schmerzlich spürbar ist“ (LeWitt).
Das Mahnmal wurde am 9. November 1989 auf dem Platz der Republik eingeweiht. Am selben Abend fiel die Berliner Mauer. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtete sich verständlicherweise auf die historischen Ereignisse in Berlin. Die Geschichte und Bedeutung des Mahnmals blieben dadurch von Beginn an vergleichsweise wenig bekannt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren öffentlichen Vermittlung des Erinnerungsortes.
Die Skulptur trägt, der Kunstauffassung LeWitts entsprechend, keine Inschrift. Da sie dennoch als erklärungsbedürftig empfunden wird, wurden 1992 auf Initiative des Stadtteilarchivs Ottensen zwei Tafeln rechts und links mit Erläuterungen und der Skizzierung der Geschichte der jüdischen Gemeinde Altonas aufgestellt. Diese Tafeln waren ein wichtiger Schritt, entsprechen aber nach über drei Jahrzehnten nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sichtbarkeit und Vermittlung.
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Schmierereien und Graffiti auf dem Mahnmal. Unabhängig von der Motivation der Verursachenden zeigen diese Vorfälle, dass vielen Menschen die Bedeutung des Mahnmals nicht bekannt ist. Auch das Mahnmal selbst wird von vielen Passanten kaum wahrgenommen. Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle und einer wachsenden Bedeutung der Erinnerungskultur sollte die Sichtbarkeit und Vermittlung dieses wichtigen Erinnerungsortes verbessert werden.
Vor diesem Hintergrund wird das Bezirksamt gemäß § 19 BezVG gebeten,
Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.
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