22-2094

Konsumfreie Begegnungsorte („Third Spaces“) in Altona sichtbar machen und stärken Dringlicher Antrag der Volt-Fraktion

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 23.04.2026 Bezirksversammlung Ö 8.11

Sachverhalt

Altona steht vor einer Phase zunehmender baulicher Verdichtung und struktureller Veränderung insbesondere rund um das neue Stadtzentrum am Bahnhof Altona sowie in wachsenden Quartieren wie Altona-Nord (Holsten und Neue Mitte II und Nachverdichtungen nördlich der Stresemannstraße). Mit dieser Entwicklung steigt der Bedarf an niedrigschwelligen, frei zugänglichen Orten der Begegnung, die sozialen Zusammenhalt, Teilhabe und Lebensqualität sichern.

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum neuen Stadtzentrum Altona wurde von Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich der Wunsch nach konsumfreien Räumen hervorgehoben. Dieser Bedarf deckt sich mit Beobachtungen aus anderen fachpolitischen Zusammenhängen im Bezirk: So wurde etwa im Kontext von RISE-Prozessen, u. a. bei der Potenzialanalyse für Altona-Nord, wiederholt deutlich, dass vorhandene Einrichtungen, Initiativen und Angebote vielen Menschen nicht bekannt sind.

Es zeigt sich damit ein doppeltes Problem:
Einerseits ein wachsender Bedarf durch Verdichtung, andererseits ein strukturelles Sichtbarkeits- und Informationsdefizit bei bereits bestehenden Angeboten.

Zugleich wird es im Zuge neuer Quartiersentwicklungen aufgrund steigender Flächenkonkurrenz und wirtschaftlichen Drucks zunehmend schwieriger, neue konsumfreie Begegnungsorte in ausreichendem Umfang zu schaffen und langfristig zu sichern. Umso wichtiger ist es, frühzeitig anzusetzen und die bereits vorhandenen Orte zu stärken.

Gerade hier liegt ein unmittelbarer und realistischer Hebel:
Noch vor der Schaffung neuer Strukturen können bestehende Einrichtungen etwa Bibliotheken, Stadtteilzentren, Jugend- und Kultureinrichtungen sowie öffentliche Räume durch bessere Sichtbarkeit und Auffindbarkeit deutlich wirksamer etabliert und genutzt werden.

Digitale Angebote wie Sozialraum Altona zeigen, dass entsprechende Daten bereits vorhanden sind. Es fehlt bislang jedoch eine niedrigschwellige, öffentlich zugängliche und alltagsorientierte Darstellung, die gezielt konsumfreie Aufenthalts- und Begegnungsorte sichtbar macht.

Vor dem Hintergrund wachsender Quartiere bietet sich hier eine ressourcenschonende und kurzfristig umsetzbare Maßnahme, die direkt auf die im Beteiligungsverfahren geäerten Bürgerbedarfe einzahlt.

Das Bezirksamt wird gemäß § 19 BezVG gebeten,

  1. zu prüfen, ob und in welcher Form bestehende digitale Plattformen (insbesondere Sozialraum Altona oder vergleichbare Angebote) um eine nutzerfreundliche Kartenfunktion ergänzt werden können, die konsumfreie Begegnungsorte im Bezirk Altona sichtbar macht. Ziel ist eine niedrigschwellige, öffentlich zugängliche Übersicht von Orten, an denen sich Menschen unabhängig vom Geldbeutel aufhalten, austauschen und gemeinsam aktiv sein können. Dabei ist ausdrücklich zu prüfen, wie vorhandene Daten gebündelt und ohne nennenswerten Mehraufwand nutzbar gemacht werden können;
  1. im zuständigen Fachausschuss zu berichten:
  • welche Orte im Bezirk bereits heute als konsumfreie Begegnungsorte fungieren,
  • welche bestehenden Datenquellen und digitalen Angebote zur Sichtbarmachung jeweils genutzt werden können
  • und mit welchem Aufwand eine bessere öffentliche Sichtbarkeit erreicht werden kann;
  1. darzustellen,
  • wie der im Beteiligungsverfahren formulierte Wunsch der Bürger*innen nach konsumfreien Räumen im Bereich des neuen Stadtzentrums Altona berücksichtigt werden kann,
  • welche Rolle „Third Spaces“ künftig in der sozialen Infrastruktur und Stadtentwicklung des Bezirks spielen sollen
  • und wie bestehende Angebote besser vernetzt und zugänglich gemacht werden können.
Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
23.04.2026
Ö 8.11
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Stresemannstraße

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