22-2252

Hitzeschutz für Obdachlose Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 23.04.2026

Mitteilungsdrucksache öffentlich

Letzte Beratung: 15.06.2026 Mobilitätsausschuss Ö 10.13

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung vom 23.04.2026 anliegende Drucksache 22-2052B beschlossen.

Mit Schreiben vom 30.04.2026 wurde von der Behörde für Inneres und Sport (BIS) mitgeteilt, dass zu der bezirklichen Anfrage kein Beitrag geleistet werden könnte, außer den folgenden Hinweis zu Punkt 1 f:

Auch in den genannten Fällen kann über die bekannten Meldewege (110 / 112 oder Anruf beim zuständigen PK) ein Notruf abgesetzt werden. Aus diesem Grund erscheinen aus hiesiger Sicht keine zusätzlichen Notrufmöglichkeiten erforderlich. Theoretisch könnte man in diesen Fällen auch über den Hamburg Service gehen.

Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) hat unter Einbeziehung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) mit Schreiben vom 02.06.2026 wie folgt Stellung genommen:

Bereits seit langem gehört der Umgang mit Hitzeperioden zu den Aufgaben der zustündigen Behörden. Hitzeperioden betreffen alle Menschen in Hamburg und grundsätzlich auch alle Bereiche des Lebens. Es ist daher ein Anliegen unter anderem die Versorgung mit kostenfreiem Trinkwasser im öffentlichen Raum zu verbessern und insbesondere vulnerable Gruppen, wie obdachlose Menschen, zu unterstützen. Aus diesem Grund hat der Senat Anfang 2025 einen Hamburger Hitzeaktionsplan veröffentlicht, der verschiedene Empfehlungen und Maßnahmen enthält. Ziel des Plans ist, hitzebedingte, gesundheitliche Risiken frühzeitig identifizieren und minimieren zu können sowie gezielte Handlungsstrategien aufzuzeigen. Der Hitzeaktionsplan berücksichtigt dabei die besonderen Gesundheitsrisiken für obdachlose Menschen, insbesondere durch UV-Strahlung und unzureichende Flüssigkeitszufuhr. Erste Maßnahmen, wie die Bereitstellung von Trinkwasserbrunnen, Informationsangebote und der Einsatz der Straßensozialarbeit, sind bereits vorgesehen. Straßensozialarbeitende aus dem Projekt „Visite Sozial” informieren insbesondere an heißen Tagen über Schutzmöglichkeiten und helfen den Betroffenen bei Bedarf. Die Straßensozialarbeit in Hamburg erkennt somit auf der Straße Gefahren durch Dehydrierung und Hitzeerkrankungen bei obdachlosen Menschen und spricht diese direkt an.

Darüber hinaus verfügt Hamburg über ein umfangreiches niedrigschwelliges Hilfesystem mit einem weit verzweigten Netz an Unterstützungsangeboten. Hierzu zählen unter anderem Tagesaufenthaltsmöglichkeiten und Notschlafstätten. Über diese Maßnahmen werden obdachlose Menschen über den niedrigschwelligen Zugang zum Schutz vor der Hitze, zu Kleidung und insbesondere zu Trinkwasser und „hlen Orten“ beraten und unterstützt. Über die einzelnen Angebote und Maßnahmen im Rahmen der Obdachlosenhilfe hält der Senat somit bereits ein weitreichendes Angebot sowie einen niedrigschwelligen Zugang zum Schutz vor der Hitze, zu Kleidung und insbesondere zu Trinkwasser oder zu weiteren Getränken vor. Zusätzlich hat Hamburg für Betroffene zur weiteren Information auf der Internet-Seite eine Stadtkarte mit kühlen Orten und öffentlichen Trinkwasserspendern bereitgestellt.

Darüber hinaus umfasst das bestehende Hilfesystem für obdachlose Menschen in Hamburg ambulante und stationäre medizinische Angebote, beispielsweise ärztliche Sprechstunden. Diese medizinischen Angebote sind vielerorts bereits in Tagesaufenthaltsmöglichkeiten oder Notschlafstätten integriert. Hierzu zählen auch die Schwerpunktpraxen für obdach- und wohnungslose Menschen an drei Standorten (Tagesaufenthaltsstätte CariCare, Notübernachtungsstätte Pik As sowie Am Achterdwars), die allgemeinmedizinische Sprechstunden unabhängig von Leistungsansprüchen anbieten. Darüber hinaus werden in der Krankenstube des Caritasverbandes für das Erzbistum Hamburg e.V. ambulant sowie stationär obdachlose Menschen behandelt. Zusätzlich ist das Krankenmobil auf den Straßen Hamburgs unterwegs, um kranken und wohnungslosen Menschen eine ambulante medizinisch-pflegerische Versorgung anzubieten. Durch dieses umfangreiche Hilfesystem mit einem weit verzweigten Netz an Unterstützungsangeboten ist beispielsweise bereits jetzt sichergestellt, dass frühzeitig Hitzeschäden erkannt werden können.

Im Rahmen eines umfassenden Hitzeschutzes wurde darüber hinaus für Betroffene bereits ein telefonischer Hitze-Informationsservice bei der Behördennummer 040 115 eingerichtet.[1] Sollten Bürgerinnen und Bürger obdachlose Menschen antreffen, die unter extremer Hitze leiden oder gesundheitlich gefährdet erscheinen, steht auch hierfür die bereits bestehende Hilfehotline 040 428 28 5000 zur Verfügung.[2] Über diese Hilfehotline können bei Bedarf die zuständigen Straßensozialarbeitenden in den Bezirken informiert werden. In akuten Gefahrenlagen können jederzeit auch die Feuerwehr/Notarzt oder die Polizei direkt kontaktiert werden.

Zusammenfassend verfügt Hamburg wie dargestellt über ein umfangreiches und differenziertes Hilfesystem zum Schutz Betroffener vor Hitze. Aus den dargestellten Gründen und Aspekten sieht die zuständige Sozialbehörde daher zum jetzigen Zeitpunkt keinen Bedarf für darüberhinausgehende Maßnahmen oder Initiativen. Im Übrigen siehe Drs. 22/17626.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
15.06.2026
Ö 10.13
Lokalisation Beta

Keine Orte erkannt.

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