Grunderneuerung des Grünzugs Neu Altona, südlicher Teil ab Schomburgstraße - Entwurfsplanung/vorgesehener Bauablauf Beschlussempfehlung des Amtes
Letzte Beratung: 08.04.2026 Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport Ö 10
Bisherige Befassung im Grünausschuss: Drs. Nr. 21-0719 – Beschluss zum Gesamtentwurf vom 03.03.2020, Mitteilung 21.01.2025, Top 15 - Grunderneuerung des Grünzugs Neu Altona, südlicher Teil, Beginn des zweiten Bauabschnitts im nördlichen Kapitän-Schröder Park - Vorbereitende Maßnahmen.
Die Grunderneuerung der o.g. Maßnahme, erster Bauabschnitt, wurde im Jahr 2024 abgeschlossen. Der zweite Bauabschnitt im Grünzug Bereich östlich der Trinitateskirche ist angelaufen. Dieser ist in die Gesamtmaßnahme integriert und unter o.g. Drucksachen bereits dem Ausschuss vorgestellt worden. Seine Umsetzung steht in Abhängigkeit des Baufortschrittes des Bauvorhabens der benachbarten Kirchengemeinde St. Trinitates und konkret dem vertraglich zugesicherten Abriss der sog. Notkirche bzw. Gemeindehaus im Grünzug Neu Altona. Der Abriss der Gebäude ist im Februar 2025 erfolgt. Darüber hinaus wurde das Gebäude Königstraße 11a durch den Bezirk abgebrochen und im Frühjahr 2025 wurden die notwendigen Schnitt- und Fällarbeiten an den Bestandsgehölzen durchgeführt (siehe Befassung vom 21.01.2025), so dass nun die erforderlichen Flächen zur Herrichtung des öffentlichen Grünzuges baufrei sind. Die vorgelegte Planung wurde durch das Amt auf Grundlage der bereits in der o.g. Drucksache beschlossenen Planung konkretisiert und in Teilen weiterentwickelt.
Entwurfsbeschreibung
Der Grünzug Neu-Altona erstreckt sich heute vom Fischmarkt am nördlichen Elbufer über eineLänge von ca. 1,8 Kilometer nach Norden bis zum S-Bahnhof Holstenstraße. Seine Breite variiertzwischen 80 und 200 Metern. Der in der dargestellten Planung betrachtete Planungsraum umfasst densüdlichen Abschnitt des Grünzugs, konkret geht es um den nördlichen Teil des Kapitän-Schröder-Park, der südlich an den Pelikan-Brunnen und nördlich bis zur Königstraße verläuft. Die Ausdehnung beträgt ca. 200 Meter.
Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Entwurfsplanung ist die zusammenhängend gestalteteParkanlage, die mit einem durchgängigen 5 Meterbreiten Fuß- und Radweg erlebbar wird. DerHauptweg führt von dem bestehenden Fuß- und Radweg vom Fischmarkt im Süden, bis zur Höheder Königstraße im Norden und schließt an die bestehenden Parkwege an. DerZusammenhang der Parkanlage wird durch einen einheitlichen Belag des Hauptweges ausAsphalt mit Einstreu sowie einer Einfassung aus zum Teil wiederverwendetem, rotem Klinker deutlich. Der Verlauf des Hauptweges orientiert sich an dem Bestandsweg, jedoch werden dieWegebeziehungen der Parkwege angepasst und durch die Laufbeziehungen zum benachbarten Trinitatis-Quartier optimiert. Die 2,30-3,00 Meter breiten Nebenwege sind mit einer wassergebundenen Wegedecke belegt und mit einer Rollschicht aus Rotklinker eingefasst. Kleinere Unterwege in den Grünflächen sollen die Wegebeziehungen im Park verbessern.
Entlang des Fuß- und Radweges wird es Bankstandorte geben, sodass alle 100 Meter ein Bankstandort gefunden werden kann.
Um den mittleren Abschnitt des Grünzuges im Stadtgefüge besser erlebbar zu machen, werden neben den inneren Sichtbeziehungen auch die von außerhalb aufgegriffen und freigestellt. So werden die Anbindungen in die benachbarten Quartiere bestmöglich hergestellt.
Der Parkabschnitt südlicher Walter-Möller-Park ist durch einen dichten Baumbestand und einer spannenden Topografie geprägt. Diese durch die Topografie gegeben Situation wurde durch den Freischnitt einiger Bäume und den Abriss der Gebäude herausgearbeitet. So sollen Blickbeziehung durch die Parkanlage sowohl Richtung Norden als auch Richtung Süden zur Elbe möglich sein.
Die durch den Rückbau entstandene Freifläche angrenzenden zur Königstraße soll zu einer naturbelassenden Fläche mit einer großen extensiven Wiesenfläche umgewandelt werden. Das Ziel ist eine Steigerung der Biodiversität durch die Einbringung einer Vielzahl an Blumen und Gräsern, sowie die Reduzierung der Pflegeintensität. Gleichzeitig sollen die Flächen insbesondere bei Trockenperioden länger attraktiv wirken. Außerdem laden diese naturbelassenen Flächen zur Erkundung ein. Es werden Benjeshecken angelegt, ein Sandarium für Wildbienen wird geschaffen und einige Teile der Böschungen sollen durch Steinschüttungen und Totholz mit Kleinsthabitate ergänzt werden. Durch diese Maßnahmen wird ein Bereich von hohem ökologischem Wert geschaffen und erlebbar gemacht.
Angrenzend an die Kindertagesstätten-Fläche der St. Trinitatis Kirche ist der Kinderspielplatz angelagert. Die Sandspielfläche ist durch eine zweistufige Einfassung aus Großsteinpflaster und Natursteinsitzmauern eingefasst. Eine Vielzahl von Angeboten mit einem hohen Spielwert lassen einen attraktiven Spielplatz für jüngere Kinder entstehen. Eine größere Turmrutsche, eine Dreifach-Schaukel und eine Kletterwelle laden zum Klettern und Rutschen ein. Darüber hinaus stehen Dreher und Balancierbalken zur Koordinationsübungen zur Verfügung. Der Bereich für Rollenspiel ist durch ein Spielhaus und eine Sandbaustelle mit Sitzgruppe gestaltet. Neben den Spielgeräten bietet sich den Kindern eine bewegte Rasenfläche mit bestehenden und neu gepflanzten Strauchpflanzungen zum Toben und Verstecken an. Somit sollen kleinere „Abenteuerräume“ entstehen. Der Spielbereich ist mit einem 1,20 Meter hohen Stabgitterzaun (anthrazit) in Kombination mit einer Hecke umzäunt. Zum Ausruhen stehen Bänke und Tische zu Verfügung. Insgesamt wird die Spielplatzfläche gering versiegelt werden. Größtenteils wird der notwendige Belag, bspw. in Sitzbereichen aus Großfugensteinen oder sonstige Bereiche mit einer wassergebunden Wegedecke hergestellt.
Entlang des Hauptweges durch den Grünzug wird es Bankstandorte geben, in ca. 100 Metern Abstand geben. Neue Fahrradständer wird es am Eingang von der Kirchenstraße und auf dem neuen Spielplatz geben. Die Beleuchtung und die Ausstattungen an Müllbehälter werden in der Zuständigkeit der Hamburger Verkehrsanlagen bzw. der Stadtreinigung Hamburg am Bestand orientiert angepasst.
Die Entwässerung der Wege erfolgt in die angrenzenden Nebenflächen der Grünanlage. Nur in einigen Bereich des Hauptweges werden die bestehenden Entwässerungsanlagen unterstützend erhalten.
Neupflanzungen von Bäumen und Solitären sind an geeigneten Stellen vorgesehen. Insgesamt werden ca. 16 Bäume neu gepflanzt. Die bestehenden Wurzelstubben aus vorherigen Rodungsarbeiten werden größtenteils im Boden belassen oder als Habitat in Steinschüttungen eingebaut.
Der Grünzug Neu-Altona wird durch die Ausführung des letzten Bauabschnittes vollendet und wird auch aus naturräumlicher Sicht aufgewertet, da der nördliche Teil des Kapitän-Schröder-Parks als klimaökologische Ausgleichsfläche dient, die in sommerlichen Hitzetagen kälteregulierend wirkt.
Als zusammenhängender Freiraum besitzt er als Teil des Grünzuges Neu-Altona nicht nur besondere Bedeutung für die Pflanzen- und Tierwelt, sondern ist auch ein wichtiger Treffpunkt für alle und ein wertvoller Bestandteil für zukünftige Quartiersvernetzung.
Ausführungsfristen
Baubeginn ist voraussichtlich im Spätsommer/Herbst 2026.
Finanzierung
Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt mit Mitteln der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft des Programms Wohnungsbaufolgekosten, sowie Mitteln der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen – Amt für Wohnen, Stadterneuerung und Bodenordnung aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE).Gemäß Kostenberechnung werden Baukosten in Höhe von 415.000,00 Euro veranschlagt.
Der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport wird um Zustimmung gebeten.
Lageplan 2.Bauabschnitt Maßstab 1:200
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