22-1878

Entwicklung des Damwildbestandes sowie Management-, Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen im Damwildgehege (Hirschpark) seit 2000 Kleine Anfrage von Katarina Blume (FDP-Fraktion)

Kleine Anfrage öffentlich

Letzte Beratung: 26.02.2026 Bezirksversammlung Ö 4.4

Sachverhalt

Im Zuge der vom Bezirksamt Altona bekanntgegebenen Schließung des Damwildgatters im Hirschpark und der Verbringung der verbliebenen Tiere in das Wildgehege Klövensteen wurde als wesentliche Begründung auf tierschutzrechtliche Erwägungen sowie innerartliche Konflikte mit Verletzungsfolgen verwiesen.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass der Damwildbestand im Hirschpark über Jahre hinweg deutlich reduziert wurde und zeitweise offenbar ausschließlich männliche Tiere im Gehege verblieben. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der fachlichen Grundlage der Bestandssteuerung, der langfristigen Bestands- und Flächenplanung sowie nach den tatsächlichen Ursachen der geschilderten Probleme auf.
Es entsteht der Eindruck, dass Managemententscheidungen etwa Bestandsreduktionen, Veränderungen der Herdengröße oder eine Geschlechtertrennung selbst zu den beschriebenen Konflikten beigetragen haben könnten oder dass strukturelle Defizite im Herden- und Flächenmanagement nachträglich tierschutzrechtlich begründet wurden.

Vor diesem Hintergrund besteht ein erhebliches öffentliches und politisches Interesse an Transparenz hinsichtlich der Entscheidungsprozesse, der veterinärmedizinischen Bewertungen sowie der konkreten fachlichen, organisatorischen und dienstrechtlichen Verantwortlichkeiten.

Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt Altona:

Bestandsentwicklung und Tierbewegungen

  1. Wie viele Damhirsche wurden im Hirschpark seit dem Jahr 2000 jährlich gehalten?
    Bitte getrennt nach männlichen und weiblichen Tieren sowie möglichst tabellarisch nach Jahren darstellen.
  2. Woher stammten neu in den Bestand aufgenommene Tiere (z. B. Nachzucht, Zukauf, Tausch oder Übernahme aus anderen Einrichtungen)?
    Bitte unter Angabe von Herkunft, Anzahl, Jahr sowie des jeweiligen Entscheidungsanlasses.
  3. Wohin wurden Tiere im genannten Zeitraum abgegeben oder verbracht (z. B. andere Gehege, Verkauf, Umsetzung, Tod/Euthanasie)?
    Bitte jeweils unter Angabe von Datum/Jahr, Anzahl, Zielort sowie der jeweiligen fachlichen oder tierschutzrechtlichen Begründung.
  4. Wie hat sich die Gesamtgröße der Herde seit dem Jahr 2000 entwickelt und in welchen Jahren kam es zu signifikanten Bestandsreduktionen?
    Bitte die jeweiligen Ursachen, die Entscheidungsprozesse und die verantwortlichen Stellen benennen.
    Eine erneute Angabe der Bestandszahlen ist nur insoweit erforderlich, als diese für die Begründung der Entscheidungen relevant sind.

Managemententscheidungen, Tierwohl und Veterinäraufsicht

  1. Wann und aus welchen fachlichen, betrieblichen oder tierschutzrechtlichen Gründen wurde die Haltung auf ausschließlich männliche Tiere umgestellt?

5.a Wer hat diese Entscheidung fachlich empfohlen, verwaltungsintern vorbereitet und formell

angeordnet?

  1. Welche fachlichen Bewertungen, Gutachten oder Stellungnahmen lagen diesen Entscheidungen zugrunde (z. B. tierärztliche Einschätzungen, Haltungs- oder Managementkonzepte, externe Expertisen)?
    Bitte sämtliche relevanten internen und externen Unterlagen, einschließlich etwaiger Risikobewertungen und Alternativprüfungen, benennen bzw. beifügen.
  2. Welche konkreten Vorfälle innerartlicher Kämpfe, Verletzungen oder sonstiger tierschutzrelevanter Ereignisse wurden seit dem Jahr 2000 dokumentiert?
    Bitte nach Jahr, Art und Schwere der Verletzungen, Anzahl betroffener Tiere sowie den jeweils ergriffenen Maßnahmen aufschlüsseln.
  3. Wurden diese Vorfälle dem zuständigen Amtsveterinär oder anderen Aufsichtsbehörden gemeldet?
    Wenn ja, wann, mit welcher Bewertung und welchen ggf. angeordneten Auflagen?
    Bitte entsprechende Berichte, Protokolle oder schriftliche Stellungnahmen benennen bzw. beifügen.
  4. Mussten infolge von Verletzungen oder Erkrankungen Tiere eingeschläfert oder getötet werden?
    Wenn ja, bitte Zeitpunkt, Anzahl und jeweilige Begründung angeben sowie benennen, wer die Maßnahmen angeordnet bzw. tierärztlich verantwortet hat.
  5. Welche präventiven Maßnahmen zum Herden- und Konfliktmanagement (z. B. Anpassung der Gruppenzusammensetzung, bauliche Veränderungen, Flächenerweiterungen, tierärztliche Betreuung, externe Beratung) wurden seit 2000 geprüft oder umgesetzt?
    Welche Maßnahmen wurden aus welchen Gründen nicht weiterverfolgt?

Flächenmanagement

  1. Wie hat sich die Größe des Damwildgatters bzw. der dem Damwild tatsächlich zur Verfügung stehenden eingefriedeten Fläche seit dem Jahr 2000 entwickelt?
    Bitte die jeweilige Flächengröße (m² oder ha) tabellarisch nach Jahren darstellen.

In welchen Zeiträumen und aus welchen Gründen wurden Flächen
reduziert,
umgestaltet oder
anderweitig dauerhaft oder temporär entzogen?

Wer hat diese Entscheidungen jeweils getroffen und welche fachlichen oder

tierschutzrechtlichen Bewertungen lagen ihnen zugrunde?

Verantwortlichkeiten, politische Einbindung und Bewertung

  1. Wer trug bzw. trägt seit dem Jahr 2000 jeweils die fachliche, organisatorische und dienstrechtliche Verantwortung für
    die Bestandsplanung,
    Tiergesundheit und Tierwohl,
    Tierabgaben bzw. -verbringungen sowie
    grundlegende Entscheidungen zur Haltung des Damwildes?

Bitte nach Dienststellen, Funktionen und Zeiträumen aufschlüsseln.

Information der Bezirkspolitik und parlamentarische Beteiligung

  1. Wann und in welcher Form wurden die Bezirkspolitik bzw. die zuständigen Ausschüsse über
    wesentliche Bestandsveränderungen,
    Verletzungen oder Todesfälle,
    tierschutzrechtliche Bewertungen oder
    die Entscheidung zur Aufgabe bzw. grundlegenden Umstrukturierung der Haltung

informiert oder beteiligt?

Bitte die jeweiligen e, Zeitpunkte und Adressaten benennen.

Falls keine Information erfolgte, warum nicht?

Alternativprüfungen und Entscheidungsfindung

  1. Welche alternativen Haltungs- oder Managementkonzepte wurden vor der Entscheidung zur Auflösung bzw. Verlagerung des Bestandes geprüft (z. B. Flächenanpassung, Umbau, andere Herdenstruktur, Kooperationen)?
    Aus welchen Gründen wurden diese jeweils verworfen?

Gesamtbewertung und Konsequenzen

  1. Wie bewertet das Bezirksamt rückblickend die Entwicklung des Damwildbestandes sowie die getroffenen Managemententscheidungen im Hinblick auf
    Tierwohl,
    fachliche Sorgfaltspflichten,
    Transparenz gegenüber Politik und Öffentlichkeit sowie
    die nachhaltige Sicherung einer artgerechten Haltung?

Welche Konsequenzen oder organisatorischen Änderungen wurden oder werden daraus

gezogen?

Das Bezirksamt Altona beantwortet die Fragen wie folgt:

Zu 1:

r die Jahre 2000 bis 2014 liegen keine nach Geschlecht differenzierten und belastbaren Bestandszahlen vor. Eine systematische Dokumentation des Tierbestandes erfolgt erst seit 2015 fortlaufend und getrennt nach männlichen und weiblichen Tieren.

Datum

Bestand Männchen,Weibchen,Nachwuchs

01.01.2015

5,8

01.01.2016

2,8,1

01.01.2017

1,9,5

Tab.1

Ab 2018 s. SKA 23/2992 Frage 8 (Redaktioneller Hinweis: in Frage 8 SKA wird für 2017 genannt: 7/9/5 korrekt ist 1/9/5)

Zu 2:

Tab. 2

Datum

Geschlecht (0,1 weiblich 1,0 männlich)

Woher

12.06.2015

0,1

Geburt

05.07.2016

0,1

Geburt

05.07.2016

1,0

Geburt

18.07.2016

0,1

Geburt

30.07.2016

1,0

Geburt

01.07.2017

0,1

Geburt

15.07.2017

1,0

Geburt

15.07.2017

1,0

Geburt

15.07.2017

0,1

Geburt

30.08.2017

1,0

Geburt

05.07.2018

1,0

Geburt

11.07.2019

0,1

Geburt

20.07.2019

0,1

Geburt

26.06.2020

1,0

Geburt

02.08.2020

0,1

Geburt

27.06.2021

1,0

Geburt

16.07.2021

1,0

Geburt

10.03.2022

1,0

übernommen aus Wildgehege Klövensteen

06.04.2022

1,0

übernommen aus Wildgehege Klövensteen

31.08.2024

1,0

übernommen aus Niendorfer Gehege

31.08.2024

1,0

übernommen aus Niendorfer Gehege

31.08.2024

1,0

übernommen aus Wildgehege Klövensteen

14.11.2024

1,0

übernommen aus Wildgehege Klövensteen

15.11.2024

1,0

übernommen aus Wildgehege Klövensteen

Zu 3:

Tab. 3

Datum

Geschlecht (0,1 weiblich 1,0 männlich)

Abgabegrund

04.05.2016

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

04.05.2016

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

08.12.2015

0,1

letal entnommen

08.12.2015

0,1

letal entnommen

08.12.2015

0,1

letal entnommen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

08.12.2015

0,1

letal entnommen

08.12.2015

0,1

letal entnommen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

08.12.2015

1,0

letal entnommen

04.11.2016

0,1

letal entnommen

28.11.2016

1,0

Todgeburt

20.06.2017

0,1

Todfund

07.12.2017

1,0

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

1,0

letal entnommen

07.12.2017

1,0

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

1,0

letal entnommen

07.12.2017

1,0

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

07.12.2017

0,1

letal entnommen

02.02.2018

0,1

Notschlachtung

13.10.2020

0,1

Todfund

02.12.2020

1

letal entnommen

02.12.2020

0,1

letal entnommen

02.12.2020

0,1

letal entnommen

02.12.2020

1,0

letal entnommen

18.07.2021

1,0

Übernahme ins Wildgehege Klövensteen - Handaufzucht Karl

01.12.2021

1,0

letal entnommen

01.12.2021

0,1

letal entnommen

01.12.2021

0,1

letal entnommen

01.12.2021

0,1

letal entnommen

01.12.2021

0,1

letal entnommen

01.12.2021

0,1

letal entnommen

30.03.2023

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

30.03.2023

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

30.03.2023

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

30.03.2023

1,0

Abgabe an Wildgehege Klövensteen

27.10.2025

1,0

Todfund

26.11.2025

1,0

letal entnommen

Zu 4:

S. Frage 3.

Zu 5:

Zum Zeitpunkt s. Frage 7, ansonsten s. SKA 23/2992 Fragen 9 und 10.

Zu 5.a:

Bezirksamt Altona - Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe u. Umwelt - Veterinärwesen

Zu 6:

S. SKA 23/2992 Frage 1.

Zu 7:

Jahr

Vorfall

Maßnahmen

2021

Stress für Tiere durch hohen Besucherdruck

Verstöße gegen das Fütterungsverbot

Vermehrte Krankheitsbilder wie Lipome und Adipositas

Todfund eines weiblichen Tieres durch gestörten Geburtsvorgang

Durch Ruhestörung wurde ein Jungtier von der Mutter getrennt und verstoßen

Entnahme der weiblichen Tiere aus dem Gehege zur Verhinderung der weiteren Reproduktion und Handaufzucht des gehetzten und verstoßenen Kalbs

2025

Ein Hirsch wurde geforkelt

Ein Hirsch wurde aufgrund von Verletzungen entnommen

Vermehrte Kontrolle durch die Tierpfleger

Notschlachtung eines Damhirsches, dessen abgebrochene Schaufel eine Gefahr für die verbliebenen Tiere darstellte

Vgl. auch SKA 23/2992 Frage 4 hier ergänzt um Maßnahmen sowie SKA 23/2992 Frage 14.

Zu 8:

Ja.

Das Bezirksamt hat in Ausübung seiner Fachlichkeit jeweils fallbezogen Entscheidungen getroffen.

Zu 9:

S. Fragen 3 und 7.

Zu 10:

S. SKA 23/2992 Frage 5.

Zu 11:

S. SKA 23/2992 Frage 6.

Zu 12:

Die Verantwortung liegt beim Bezirksamt Altona.

Zu 13:

S. Drucksachen der Bezirksverwaltung 21/3330, 21/3237, 22/1791, 22/7190 für Wildgehege und inhaltlich damit gleich Hirschpark, 22/1836.

S. SKA 23/2992.

Zu 14:

S. SKA 23/2992 Fragen 11, 13 und 16.

Zu 15:

S. SKA 23/2992 Frage 17 sowie Mitteilungsdrs. 22/1836 der Bezirksversammlung.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
26.02.2026
Ö 4.4
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Hirschpark Wildgehege Klövensteen

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