Eine Würdigung der Antifaschistin Esther Bejarano Bergiusstraße umbenennen! Antrag der Fraktionen von GRÜNE, SPD, DIE LINKE, FDP und Volt
Mit Esther Bejarano starb am 10. Juli 2021 eine Antifaschistin, die sich als Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück unermüdlich einsetzte für die Erinnerungskultur und den Kampf gegen das Vergessen, insbesondere auch in Schulen und über die Musik. Sie zeigte, dass „Nie wieder“ keine Floskel ist, sondern ein Auftrag an jede Generation.
Esther Bejaranos Leben steht beispielhaft für Mut, Haltung und Menschlichkeit. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus war ihr Wirken geprägt vom klaren Bekenntnis zu Demokratie, Solidarität und sozialer Verantwortung. Sie kämpfte gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus, gegen Rechtsextremismus und gegen jede Form der Ausgrenzung. Und sie tat dies nicht aus Distanz, sondern aus Erfahrung und mit einer Entschlossenheit, die bis heute nachwirkt. Gerade ihr Engagement in Schulen und ihre Arbeit mit Musik machten sie zu einer Brückembauerin zwischen Generationen, zwischen Lebensgeschichten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Es gibt nur noch sehr wenige Zeitzeugen, die als letzte Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung von ihren persönlichen Erfahrungen und den Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten. Es wird somit von Tag zu Tag wichtiger, das Gedenken für nachfolgende Generationen zu bewahren und vor Hass und Ausgrenzung, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu mahnen. Esther Bejarano war eine solche Persönlichkeit. Eine Hamburgerin aus Überzeugung, die seit 1960 in unserer Stadt lebte und deren Stimme weit über Hamburg hinaus gesellschaftliche Wirkung entfaltet hat.
Dem Wunsch der Familie Bejarano nachkommend, soll im Herzen des Stadtteils Ottensen eine Würdigung für die seit 1960 in Hamburg lebende Esther Bejarano entstehen. Die Umbenennung der Bergiusstraße in Esther-Bejarano-Straße verbindet die Erinnerung an ihr Leben und Wirken mit einem sichtbaren, alltäglichen Zeichen im öffentlichen Raum: mitten im Quartier, im Alltag der Menschen und damit auch imBewusstsein nachfolgender Generationen.
Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Altona Folgendes beschließen:
Das Bezirksamt Altona wird gemäß § 19 Abs. 2 BezVG gebeten,
Der Senat wird gemäß § 27 BezVG gebeten,
Das Bezirksamt Altona wird gemäß § 19 Abs. 2 BezVG sowie die Behörde für Finanzen und Bezirke gemäß § 27 BezVG gebeten,
Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.
ohne
Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.