22-2085.1

Barrierefreie Nutzung der Shuttlebusse bei Großveranstaltungen im Bereich der Arenen sicherstellen Beschlussempfehlung des Mobilitätsausschusses

Beschlussempfehlung öffentlich

Letzte Beratung: 23.04.2026 Bezirksversammlung Ö 10.3

Sachverhalt

Die Situation bei der An- und insbesondere Abreise von Großveranstaltungen im Bereich des Volksparkstadions und der Barclays Arena ist seit Jahren Gegenstand politischer Diskussionen. Während die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs insgesamt häufig im Fokus steht, wird ein zentraler Aspekt bislang nicht ausreichend berücksichtigt: die barrierefreie Nutzung der Shuttlebusse.

Insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen, die auf Rollstühle angewiesen sind, sind in besonderem Maße auf funktionierende und zugängliche Angebote angewiesen. Gerade bei großen Besucherströmen kommt es jedoch regelmäßig dazu, dass diese Personengruppe benachteiligt wird.

Im Inklusionsbeirat Altona wurde zuletzt ausdrücklich bemängelt, dass Rollstuhlfahrer:innen bei Großveranstaltungen mehrfach Shuttlebusse nicht nutzen konnten, da ihnen kein freier und geeigneter Einstieg ermöglicht wurde. Ursache hierfür ist unter anderem, dass sich wartende Menschenmengen ungeordnet im Haltestellenbereich aufstellen und die für den barrierefreien Einstieg notwendigen Flächen nicht freigehalten werden.

Diese Situation ist weder mit den Anforderungen an eine inklusive Stadt noch mit den gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit vereinbar. Gerade im Umfeld von Großveranstaltungen, bei denen mit hohen Fahrgastzahlen zu rechnen ist, müssen gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um einen diskriminierungsfreien Zugang zum ÖPNV sicherzustellen.

Ein einfach umsetzbarer und kurzfristig wirksamer Ansatz besteht in der klaren Markierung und Kennzeichnung von Einstiegsbereichen für mobilitätseingeschränkte Personen an den betroffenen Bushaltestellen. Insbesondere an der stark frequentierten Haltestelle Lederstraße besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Durch Bodenpiktogramme, visuelle Leitsysteme sowie ergänzende Hinweise kann sichergestellt werden, dass entsprechende Flächen freigehalten werden und mobilitätseingeschränkte Personen einen prioritären Zugang zu den Shuttlebussen erhalten. Es handelt sich hierbei um eine vergleichsweise einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme, die kurzfristig zur Verbesserung der Situation beitragen kann.

Der Mobilitätsauschuss empfiehlt der Bezirksversammlung einstimmig, folgenden Beschuss zu fassen:

  1. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wird daher gemäß § 27 BezVG aufgefordert,

a) an stark frequentierten Haltestellen, insbesondere an der Haltestelle Lederstraße, klar erkennbare Bodenmarkierungen (z.B. Rollstuhlpiktogramme und Freihalteflächen) einzurichten, die den barrierefreien Einstieg in Shuttlebusse sichern;

b) ergänzend geeignete Hinweis- und Leitsysteme (z.B. Beschilderung, temporäre Leitelemente oder Personalunterstützung bei Veranstaltungen) vorzusehen, um Warteströme so zu lenken, dass mobilitätseingeschränkte Personen vorrangig einsteigen können;

c) in Absprache mit dem HVV sicherzustellen, dass das Fahrpersonal für die besondere Situation sensibilisiert wird und barrierefreie Einstiege konsequent ermöglicht werden.

  1. Das Bezirksamt Altona wird gemäß § 19 BezVG aufgefordert,

a) die Umsetzung geeigneter Markierungen und Leitsysteme, insbesondere im Bereich der Haltestelle Lederstraße aktiv zu unterstützen und mit den zuständigen Stellen abzustimmen;

b) dem Mobilitätsausschuss darzustellen, an welchen weiteren Haltestellen im Umfeld der Arenen vergleichbare Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind.

[Nachrichtlich: Die AFD-Fraktion hat an der Abstimmung nicht teilgenommen.]

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
23.04.2026
Ö 10.3
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Lederstraße

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