22-3037

Prüfung von Senioren Straßensozialarbeit als ergänzendes Instrument der Seniorenarbeit im Bezirk Wandsbek Debattenantrag der AfD-Fraktion

Antrag

Letzte Beratung: 05.02.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.4

Sachverhalt

In verschiedenen deutschen Kommunen werden seit mehreren Jahren Projekte eingesetzt, bei denen sogenannte Senioren Streetworker gezielt ältere Menschen in ihrem Wohnumfeld und im öffentlichen Raum ansprechen. Ziel dieser Ansätze ist es, insbesondere solche Senioren zu erreichen, die bestehende Angebote wie Seniorentreffs oder Beratungsstellen aus Scham, Unsicherheit oder aus Angst vor dem Verlust ihrer Selbstständigkeit nicht nutzen.

Ein bekanntes Beispiel ist das seit 2019 in München durchgeführte Projekt SAVE, bei dem geschulte Fachkräfte aktiv Kontakt zu älteren Menschen aufnehmen und niedrigschwellig Unterstützung anbieten. Vergleichbare Ansätze existieren unter anderem in Hannover und Gelsenkirchen. Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass mit diesem Instrument insbesondere vereinsamte, gesundheitlich eingeschränkte oder sozial benachteiligte Senioren besser erreicht werden können.

Auch im Bezirk Wandsbek bestehen vielfältige Angebote der Seniorenarbeit, insbesondere durch Seniorentreffs und quartiersbezogene Begegnungsangebote. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass es auch hier ältere Menschen gibt, die durch diese Strukturen bislang nicht erreicht werden. Vor einer möglichen Einführung eines neuen Instruments ist daher zu prüfen, ob Senioren Straßensozialarbeit eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Angebote darstellen können.

Die Bezirksversammlung Wandsbek möge beschließen:

Petitum/Beschluss

Die Verwaltung wird gebeten,

  1. Vertreter von Kommunen oder Trägern, die bereits Erfahrungen mit dem Einsatz von Senioren Straßensozialarbeit gesammelt haben (z.B. Projekt SAVE aus München) unter Hinzuladung der Hamburger Fachbehörde zu einer Sitzung des Ausschusses für Soziales einzuladen, um dort über praktische Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen zu berichten und dabei:
  1. zu prüfen, ob der Einsatz von Senioren Straßensozialarbeit eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Seniorenstrukturen im Bezirk Wandsbek darstellen kann, insbesondere im Verhältnis zu bestehenden Angeboten wie Seniorentreffs und offenen Begegnungsformaten,
  2. darzustellen, welche Zielgruppen mit einem solchen Ansatz erreicht werden könnten und welchen Mehrwert dieser gegenüber den bestehenden Angeboten bieten würde,
  3. zu prüfen, wie eine mögliche organisatorische Einbindung in die bestehende bezirkliche Seniorenarbeit aussehen könnte.
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