Matheförderung nach dem Vorbild der Leseförderung - strukturiert, qualitätsgesichert, sozialraumorientiert Debattenantrag der CDU-Fraktion
Letzte Beratung: 07.05.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.1
Auf Grundlage des Auskunftsersuchens Drs. 22‑3196.1 vom 24.02.2026 und der dortigen Antwort der Fachbehörde zeigt sich für den Bezirk Wandsbek ein deutlicher Handlungsbedarf im Bereich der mathematischen Grundbildung. Die KERMIT‑5‑Erhebung zu Beginn des Schuljahres 2025/26 macht sichtbar, dass 17,3 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler an Wandsbeker Grundschulen die Mindeststandards in Mathematik nicht erreichen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass eine relevante Gruppe von Kindern bereits vor dem Übergang in die weiterführende Schule gezielte Unterstützung benötigt.
Gleichzeitig wurde im Rahmen des Auskunftsersuchens deutlich, dass die bestehenden Förderangebote im Bezirk sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und bislang weder eine Übersicht über vorhandene Strukturen noch eine systematische Darstellung besonderer schulischer Bedarfe vorliegt. Damit fehlt eine gemeinsame Grundlage, um Ressourcen gezielt einzusetzen und Schulen mit besonderen Herausforderungen wirksam zu unterstützen.
Während Hamburg im Bereich der Leseförderung über ein starkes Netzwerk mit etablierten Ehrenamtsstrukturen, qualifizierten Patenschaften und klaren Qualitätsstandards verfügt, existiert im Bereich Mathematik bislang kein vergleichbares, strukturiertes und sozialraumorientiertes Angebot. Es fehlt sowohl an einer Ehrenamtslandschaft als auch an einem zentralen Matching, an Qualifizierungsformaten für Mentorinnen und Mentoren sowie an einer kommunalen Koordinierungsstelle, die Angebote bündelt und weiterentwickelt.
Diese Lücke eröffnet die Chance, nach dem erfolgreichen Vorbild der Leseförderung neue Wege zu gehen und niedrigschwellige Formen der Unterstützung zu entwickeln, die Kindern frühzeitig helfen, mathematische Grundkompetenzen aufzubauen. Um die im Auskunftsersuchen sichtbar gewordenen Bedarfe aufzugreifen und eine fundierte Grundlage für weitere Schritte zu schaffen, sollen bestehende Strukturen transparent gemacht, besondere Bedarfe identifiziert und Optionen für ein qualitätsgesichertes Angebot geprüft werden.
Die Bezirksversammlung möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten, eine Übersicht über die im Bezirk Wandsbek bestehenden Angebote zur Förderung mathematischer Grundkompetenzen sowie über vorhandene Träger- und Ehrenamtsstrukturen zu erstellen und dem zuständigen Ausschuss vorzulegen. Dabei soll auch sichtbar werden, wo im Bezirk Angebotslücken bestehen.
Die zuständige Fachbehörde wird gebeten darzustellen, welche Schulen im Bezirk Wandsbek einen besonderen Förderbedarf im Bereich mathematischer Grundkompetenzen aufweisen, um eine gezielte Unterstützung und Priorisierung zu ermöglichen.
Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, wie ein strukturiertes, qualitätsgesichertes und sozialraumorientiertes Angebot zur Förderung mathematischer Grundkompetenzen – nach dem Vorbild der Leseförderung – im Bezirk aufgebaut werden kann. Dabei sollen insbesondere niedrigschwellige Formen der Unterstützung durch Ehrenamtliche berücksichtigt werden.
Ein fachkundiger Referent möge in den Sozialausschuss eingeladen werden, um die Ergebnisse der KERMIT‑5‑Erhebung, die im Auskunftsersuchen Drs. 22‑3196.1 sichtbar gewordenen Bedarfe sowie mögliche Wege zur Entwicklung niedrigschwelliger Matheförderung einzuordnen.
Die Verwaltung wird gebeten, dem Sozialausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek über die Ergebnisse der Bestandsaufnahme, die ermittelten besonderen Förderbedarfe sowie die Ergebnisse der Prüfung eines strukturierten Angebots zur Matheförderung zu berichten.
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