22-3643

Leselernhilfe und Lesementoring in Wandsbek stärken - Bedarfe erfassen, Ehrenamt koordinieren, Teilhabe sichern Änderungsantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP-Fraktion zu der Drs. 22-3492

Antrag

Letzte Beratung: 18.05.2026 Ausschuss für Soziales Ö 6.1.1

Sachverhalt

Lesen ist eine zentrale Grundlage für Bildungserfolg, Teilhabe und berufliche Perspektiven. Deshalb muss Leseförderung frühzeitig, verlässlich und sozialräumlich abgestimmt erfolgen.

Der Beschluss der Bezirksversammlung vom 13.11.2025, Drs. 22-2552 „Generationen verbinden Vorlesepatenschaften für Kinder in Wandsbek“, wurde durch die bisherige Rückmeldung der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung nicht ausreichend beantwortet. Die vorgelegte Übersicht zu schulischen Programmen ersetzt keine umfassende Betrachtung bestehender Angebote, Bedarfe und struktureller Voraussetzungen für Leselernhilfe, Lesementoring und ehrenamtliche Leseunterstützung.

In Wandsbek gibt es bereits zahlreiche engagierte Schulen, Träger und Initiativen. Zugleich bestehen praktische Hürden wie begrenzte Kapazitäten, fehlende Räume oder fehlende Ansprechpersonen. Ziel ist es daher, Angebote, Bedarfe und bürgerschaftliches Engagement im Bezirk besser zusammenzuführen.

Dies vorausgeschickt möge der Ausschuss für Soziales folgende Empfehlung für die Bezirksversammlung Wandsbek beschließen:

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Die Bezirksversammlung Wandsbek fordert die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung auf, in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden, dem Bezirksamt Wandsbek sowie relevanten Trägern und Initiativen der Leseförderung die offenen Punkte aus dem Beschluss der Bezirksversammlung vom 13.11.2025, Drs. 22-2552, vollständig und inhaltlich konkretisiert zu bearbeiten und dem Ausschuss für Soziales schnellstmöglich schriftlich zu berichten.

Dabei sollen insbesondere folgende Punkte gebündelt dargestellt werden:

  1. Übersicht über bestehende Leseunterstützungsangebote im Bezirk Wandsbek
    Es soll eine möglichst vollständige Übersicht der im Bezirk Wandsbek aktiven Angebote zur Leseförderung, Leselernhilfe und zum Lesementoring erstellt werden. Einzubeziehen sind insbesondere schulische Programme, freie Träger, ehrenamtliche Initiativen, Vorlese- und Lesementoringangebote, Bücherhallen, Kitas, Familienzentren, Stadtteilkulturzentren und weitere sozialräumliche Angebote. Die Übersicht soll nach Stadtteilen gegliedert werden und Angaben zu Zielgruppen, Reichweite, Kooperationspartnern und bestehenden Zugangsvoraussetzungen enthalten.
  1. Bedarfsanalyse und sozialräumliche Bewertung
    Die Berde wird gebeten darzustellen, in welchen Stadtteilen und Einrichtungen besondere Bedarfe bestehen, wo Versorgungslücken, Wartelisten oder fehlende Kapazitäten erkennbar sind und welche Gruppen von Kindern bisher nicht ausreichend erreicht werden. Dabei sollen neben schulischen Leistungsdaten auch sozialräumliche Faktoren, bestehende Unterstützungsstrukturen und Rückmeldungen von Schulen, Kitas, Trägern und Initiativen berücksichtigt werden. Die Analyse soll ausdrücklich nicht allein auf Familiensprache oder Migrationsmerkmale verengt werden.
  1. Strukturelle Hürden und Unterstützungsbedarfe für Schulen, Träger und Ehrenamt
    Es soll dargestellt werden, welche praktischen Hürden der Ausweitung von Leselernhilfe und Lesementoring entgegenstehen. Dazu gehören insbesondere fehlende Räume, fehlende schulische Ansprechpersonen oder Koordinierungszeiten, begrenzte Trägerkapazitäten, Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen sowie finanzielle, organisatorische oder rechtliche Hemmnisse. Zugleich soll dargestellt werden, welche Schulen derzeit Räume für Leseinitiativen bereitstellen und wie Initiativen bei der Raumsuche besser unterstützt werden können.
  1. Prüfung einer bezirklichen Koordinierungsstruktur „Lesementoring und Leselernhilfe Wandsbek“
    Die Behörde wird gebeten, fachlich zu bewerten, ob und in welcher Form eine bezirkliche Koordinierungsstelle oder vergleichbare Koordinierungsstruktur zur Stärkung von Lesementoring, Leselernhilfe und ehrenamtlicher Leseunterstützung in Wandsbek eingerichtet werden kann. Dabei sollen mögliche Aufgaben, Trägermodelle, Kooperationspartner, Kosten, Finanzierungsoptionen, Zuständigkeiten und Erfahrungen aus anderen Bezirken oder Städten dargestellt werden. Ziel einer solchen Struktur wäre es insbesondere, Bedarfe und Angebote zusammenzuführen, Schulen und Einrichtungen zu entlasten, Ehrenamtliche zu gewinnen und zu begleiten sowie Kooperationen im Stadtteil verbindlicher zu organisieren.
  1. Weiteres Vorgehen und Umsetzungsperspektive
    Auf Grundlage der Übersicht und Bedarfsanalyse soll die Behörde darlegen, welche kurzfristigen und mittelfristigen Maßnahmen geeignet sind, um Leselernhilfe und Lesementoring in Wandsbek bedarfsgerecht auszubauen. Dabei sollen insbesondere belastete Quartiere, Schulen und Einrichtungen mit ungedecktem Bedarf berücksichtigt werden. Zudem soll geprüft werden, ob ein Pilotvorhaben in ausgewählten Wandsbeker Stadtteilen geeignet ist, um eine koordinierte Leseunterstützung modellhaft zu erproben.
Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
18.05.2026
Ö 6.1.1
Lokalisation Beta
Wandsbek

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