Kritik am Bauprojekt Ehrenmal Bramfeld - Widerspruch zur Versiegelung Eingabe
Letzte Beratung: 01.06.2026 Hauptausschuss Ö 4.22.4
Der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung liegt folgende Eingabe vor:
Sehr geehrte Damen und Herren der Bezirksversammlung,
sehr geehrte Mitglieder des Regionalausschusses,
mit großem Unverständnis verfolge ich den aktuellen Baustart zur Umgestaltung der Fläche am Ehrenmal in Bramfeld. Als Bürger/Bürgerin dieses Stadtteils möchte ich hiermit meinen ausdrücklichen Protest gegen dieses Projekt und die Art seiner Durchsetzung zum Ausdruck bringen.
Besonders kritisieren möchte ich folgende Punkte:
Widersprüchliche Flächenpolitik: Während die rot-grüne Koalition in Hamburg die Entsiegelung von Flächen propagiert, wird hier eine bestehende Grünfläche ohne Not massiv versiegelt. Dass für die neue Plattform und die Zuwegung Beton und Stein auf einer bisherigen Wiese ausgebracht werden, ist ökologisch nicht vermittelbar.
Missachtung des Bürgerwillens:
Die Planung wird seit Jahren gegen den erkennbaren Wunsch vieler Anwohner vorangetrieben, die sich den Erhalt der einfachen Grünfläche am „Alten Teich“ gewünscht haben. Für viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht von einem Balkon oder Garten profitieren, dient diese Fläche der Naherholung. Sie, als politische Interessenvertreter, leben vermutlich nicht in direkter Nachbarschaft dieser für uns Anwohner wertvollen Grünfläche und nutzen einen eigenen Garten oder Balkon? Von einer bürgernahen Politik kann hier keine Rede sein.
Fehlende Priorisierung: Die Investition von über 440.000 Euro Steuergeldern in eine bauliche Umgestaltung, während gleichzeitig wichtige ökologische Ziele und der Erhalt von Naturbestand (wie die jüngst gefällte Buche) dem Projekt geopfert werden, halte ich für das falsche Signal.
Dieses Vorgehen empfinde ich als höchst ambivalent und wenig glaubwürdig. Eine Politik, die einerseits Klimaschutz und Grünverhalt fordert, aber vor Ort gewachsene Wiesen für monumentale künstlerische Ergänzungen versiegelt, hat meine Unterstützung verloren. Darf ich diese Fläche dann im nächsten Jahr als eine zu entsiegelnde Fläche melden?
Ich möchte Sie wissen lassen, dass ich diese Entscheidung bei künftigen Wahlen berücksichtigen werde. Das ist für mich keine grüne Politik mehr (das Wäldchen im Mützendorpsteed in Bramfeld ist auch unter rot/grün abgeholzt worden). Ein „Weiter so“ gegen die Interessen der Anwohner und die eigenen grünen Grundsätze ist für mich nicht mehr wählbar. Erschreckend ist, dass ich bei den Zusammenkünften vor Ort mit vielen Bürgern gesprochen habe, die zukünftig die AfD wählen wollen, weil sie sich nicht gehört und unverstanden fühlen. Falls Sie sich bei den nächsten Wahlen also fragen, warum die AfD gewählt wird - dies ist ein Grund. Ich persönlich wähle nicht die AfD, aber rot/grün ist für mich in Hamburg leider derzeit auch nicht mehr wählbar.
Heute war im übrigen ein Vertreter der CDU vor Ort und hat sich unseren Fragen gestellt - wo waren Sie als Entscheidungsträger?
Ich erwarte eine Stellungnahme dazu, wie die Versiegelung dieser Fläche mit den aktuellen Klimaschutzzielen des Bezirks und der Stadt vereinbar ist.
Keine Anlage/n
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